02. April 2019 / 18:12 Uhr

Mühlenbecker Arne Feick vor Bayern-Duell: "Dafür spielt man Fußball"

Mühlenbecker Arne Feick vor Bayern-Duell: "Dafür spielt man Fußball"

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Der Mühlenbecker Arne Feick trägt seit 2015 das Trikot des 1. FC Heidenheim.
Der Mühlenbecker Arne Feick trägt seit 2015 das Trikot des 1. FC Heidenheim. © Uwe Anspach/dpa
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Arne Feick aus Mühlenbeck (Oberhavel) kickt seit 2015 bei Fußball-Zweitligist 1. FC Heidenheim. Im DFB-Pokal-Viertelfinale kommt es nun zum großen Duell mit Rekordsieger Bayern München.

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Das Fußball-Abc lernte Arne Feick beim SV Mühlenbeck und dem SC Oberhavel Velten (Oberhavel). Bei Energie Cottbus wurde er Profi. Mit Zweitligist 1. FC Heidenheim, für den der 31-jährige Außenverteidiger seit 2015 aufläuft, trifft Feick am Mittwoch (18.30 Uhr) im DFB-Pokal auf Rekordpokalsieger FC Bayern München. Der SPORTBUZZER hat mit ihm über den Pokal-Hit, seine Rückkehr in die Allianz Arena und das bevorstehende Duell mit Serge Gnabry gesprochen.

Herr Feick, der 1. FC Heidenheim ist im Pokal-Viertelfinale zu Gast beim großen FC Bayern. Ist das für Heidenheimer Verhältnisse keine normale Woche?

Arne Feick: Wir haben uns das Spiel durch unseren Sieg gegen Leverkusen verdient und in den letzten Jahren gerade im DFB-Pokal mit dem Verein immer eine Menge erreicht, haben den Verein und die Stadt dabei gut präsentiert. Dementsprechend groß ist die Vorfreude auf dieses Spiel. Wir hatten jetzt in der Länderspielpause Zeit, um uns auf diese Woche, in der mit Magdeburg, Bayern und Köln ein Highlight das nächste jagt, gut vorzubereiten. Aber natürlich hat dieses Spiel einen besonderen Stellenwert.

Sind die Bayern ein Wunschlos?

Ich weiß auch nicht so richtig. Wir wissen, wenn wir im Pokal weit kommen wollen, werden irgendwann sehr gute Gegner kommen. Das hatten wir in der letzten Runde mit Leverkusen schon. In den vergangenen Jahren sind wir gegen Hertha ausgeschieden, im letzten Jahr gegen Eintracht Frankfurt nach einem guten 120-Minuten-Fight – in diesem Jahr wollten wir einfach mal einen Bundesligisten knacken. Jetzt in München zu spielen, ist ein Highlight. Aber es gibt auch ein Zweitligaduell. Ich glaube, niemand hätte was dagegen gehabt, Bayern erst in der nächsten Runde zu bekommen. Aber da hat man eh keinen Einfluss drauf. Wir haben immer versucht, aus dem Los das Beste zu machen.

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In welcher Rolle sehen Sie den FCH?

Ich glaube, da kann man getrost von Underdog sprechen. Es ein David-gegen-Goliath-Duell. Das ist nochmal eine andere Sache als zu Hause gegen Leverkusen, wo man sich insgeheim schon etwas ausrechnet. Wir sind nicht chancenlos, aber das wird natürlich ungemein schwieriger.

Sie kennen die Allianz Arena aus ihren zwei Jahren bei 1860 München gut.

Es war in der Zeit, in der ich in München war, mein Heimstadion. Es ist ein besonderes Stadion. Es war zu meiner Zeit bei 1860 natürlich nicht allzu oft voll. Wir hatten zwar viele Zuschauer, aber es war in der ganzen Zeit vielleicht zweimal komplett voll. Das ist dann natürlich schon eine gigantische Stimmung und für uns nicht alltäglich. In Magdeburg (0:0; Anm.d.Red.) haben wir da schon einen guten Vorgeschmack bekommen, da war eine überragende Stimmung, das muss man echt sagen. Die Bayern-Fans werden vielleicht nicht so frenetisch feiern, aber dafür sind es nochmal drei- oder viermal so viele wie in Magdeburg. Als Nicht-Bundesligist kommt man ja sonst nicht mehr in die Lage, dort spielen zu dürfen, deshalb freue ich mich darauf.

Mit Heidenheim haben Sie sogar noch Chancen auf den Bundesliga-Aufstieg. Welche Rolle kann die Pokalpartie für den Rest der Saison spielen?

Ob man den Pokal immer zu einhundert Prozent ausklammern kann, weiß ich auch nicht. Wir haben jedenfalls immer versucht, es so anzugehen. Die Englischen Wochen sind wir natürlich nicht so gewohnt, dementsprechend sind es schon andere Abläufe. Der Trainer hat aber schon versucht, das klar voneinander zu trennen. Ich glaube, sonst hätten wir vor dem Bayern-Spiel nicht nochmal vier Punkte geholt, wenn alle mit dem Kopf schon bei dem Spiel gewesen wären.

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Mit welcher Zielstellung fahren Sie nach München?

Natürlich haben wir auch einen gewissen sportlichen Ehrgeiz, das ist doch klar. In München sind immer wieder auch Mannschaften untergegangen. Wir wollen uns mit allem, was uns zur Verfügung steht, dagegen wehren. Wir wollen aus der Underdog-Rolle etwas machen, fahren nicht dorthin, um uns abschlachten zu lassen. Es wird eine sehr harte, aber auch schöne Aufgabe. Ich denke, jeder hat mal angefangen, Fußball zu spielen, um sich mit den Besten in Deutschland zu messen. Darauf freut sich jeder Spieler. Natürlich ist da auch eine gewisse Euphorie entstanden, die versuchen wir so gut es geht zu nutzen.

Als Linksverteidiger könnten Sie es mit Shootingstar Serge Gnabry zu tun bekommen. Beschäftigen Sie sich individuell mit ihrem möglichen Gegenspieler?

Ja klar. Wir werden uns intensiv mit dem Gegner beschäftigen. Ich wüsste wenig Spieler, die sich nicht auch gerne die Bundesliga oder die Champions League anschauen. Von Bayern sieht man im Laufe einer Saison natürlich viele Spiele. In der Analyse wird es da aber sicher noch das eine oder andere Detail mehr geben, als wenn man daheim vor dem Fernseher Fußball guckt. Aber natürlich spielen diese Spieler ja nicht umsonst bei Bayern München. Serge Gnabry war zuletzt in der Nationalmannschaft überragend, hat eine Top-Entwicklung genommen. Aber alle Außenspieler, auch Ribéry oder Coman, sind in der Bundesliga Top-Spieler. Mit denen möchte man sich mal messen - dafür spielt man Fußball!