22. Januar 2020 / 14:00 Uhr

Michél Dinzey kommt aus der Karibik zum Gottschi-Cup

Michél Dinzey kommt aus der Karibik zum Gottschi-Cup

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nationaltrainer von Antigua: Ex-Profi Michél Dinzey.
Nationaltrainer von Antigua: Ex-Profi Michél Dinzey. © imago/Baering
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Wie der ehemalige Bundesliga-Profi Nationaltrainer von Antigua und Barbuda wurde - Am Sonnabend kommt er mit der Traditionsmannschaft des FC St. Pauli zum Benefiz-Turnier nach Bad Schwartau

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Die Karibik lockt viele Urlauber an, vor allem wegen der weißen Strände. Aber wenn Michél Dinzey auf Antigua und Barbuda ist, dann arbeitet er hart. Der jetzt 47 Jährige ehemalige Profi-Fußballer ist in dem kleinen Inselstaat Nationaltrainer. Über Weihnachten und Neujahr war Dinzey in Hamburg bei seiner Familie (Frau und zwei Kinder). Am Sonnabend spielt er mit der Traditionsmannschaft des FC St. Pauli beim Benefiz-Turnier um den Gottschi-Cup in der Jahnhalle in Bad Schwartau (Beginn 14 Uhr, Finale gegen 19.30 Uhr). Und danach geht’s von Hamburg aus über Kanada und Miami zurück in die Karibik. 7000 Kilometer von der Heimat entfernt.

Beste Zeit beim FC St. Pauli

“Ich bin vielleicht fünf Tage hier. Die meiste Zeit verbringe ich dort unten”, sagt Dinzey, einst erfolgreicher Profi in Deutschland. Er spielte für zwölf Klubs, u. a für den VfB Stuttgart, FC St. Pauli, Hertha BSC, 1860 München, Hannover 96. Seine beste Zeit hatte der gebürtige Berliner bei den Kiezkickern. Für die kongolesische Nationalmannschaft absolvierte er 33 Länderspiele.

"Antigua hat sich weiterentwickelt”

Die Bundesliga und der Fußball auf Antigua und Barbuda sind natürlich nicht zu vergleichen. “Es gibt hier keine Profis, aber wir arbeiten auf Profi-Niveau, fünfmal in der Woche”, sagt Dinzey. Die Spieler sind u. a. Fischer, Landarbeiter und Bauarbeiter. “Meine Spieler geben sich viel Mühe. Antigua hat sich weiterentwickelt”, sagt Dinzey. 52 Mannschaften gibt es auf der Inselgruppe. Sie spielen in drei Ligen, der Premier League, der ersten und zweiten Liga. Zu den Länderspielen werden auch “drei, vier Schlüsselspieler aus Kanada, den USA, England und Australien eingeflogen, die Wurzeln in dem karibischen Land haben”. Antigua und Barbuda ist aktuell die Nummer 126 der Fifa-Weltrangliste. “Wir bereiten uns wie jedes andere Land auch auf die WM-Qualifikation vor”, sagt Dinzey. Zuletzt gelangen in der CONCACAF National League ein 3:2-Sieg auf Aruba und ein 2:1 gegen Guyana. In einem Testspiel gewann der Karibikstaat 2:1 gegen Curacao. Aber es gab auch ein 0:8 gegen Guatemala.

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Wie ist Dinzey, der die Trainer-A-Lizenz hat, überhaupt zu dem Job in der Karibik gekommen? Anfang des vergangenen Jahres waren u. a. drei Spieler aus Antigua bei Testmatches in Deutschland, Dinzey schaute als Scout zu. Ein Spieler aus Antigua fiel ihm besonders auf, Dinzey sprach seinen Betreuer an. Wenige Tage später bot man ihm den Posten als Nationaltrainer an. Dinzey sagte zu.

Engagement für soziale Zwecke

Die Mannschaft der Buzzerboys beim Gottschi-Cup 2019

Im Tor wird VfB-Urgestein Ole Oberbeck (l.) stehen. Zur Galerie
Im Tor wird VfB-Urgestein Ole Oberbeck (l.) stehen. ©

Neben dem Fußball engagiert sich Dinzey für soziale Projekte, wie zum Beispiel NestWerk von Reinhold Beckmann. Oder bei der Bekämpfung von Drogen und Alkohol bei Kindern und Jugendlichen in der psychiatrischen Klinik am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf. Und er kickt ab und zu bei Benefizspielen mit – wie am Sonnabend mit “seinem” FC St. Pauli beim Turnier in Bad Schwartau. Dort steht die Hilfe für den Mukoviszidose e. V. in Schleswig-Holstein im Mittelpunkt. Sämtliche Einnahmen (Spenden, Tombola, Catering) kommen den Betroffenen zu Gute. Peter-Wulf Dietrich

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