22. Januar 2021 / 12:59 Uhr

Erstes Profi-Tor, mehr Einsatzzeit: Wolfsburgs Marmoush blüht bei St. Pauli auf

Erstes Profi-Tor, mehr Einsatzzeit: Wolfsburgs Marmoush blüht bei St. Pauli auf

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jaka Bijol (Mitte) grätscht gegen St. Paulis Omar Marmoush.
Vom VfL Wolfsburg an den FC St. Pauli ausgeliehen: Omar Marmoush (r.). © Martin Rose/Getty Images
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Vor knapp zwei Wochen entschied sich Omar Marmoush für eine Leihe vom VfL Wolfsburg zu Zweitligist FC St. Pauli. Nun will er mit guten Leistungen überzeugen und dem Zweitliga-Kellerkind unten raushelfen.

Beim VfL Wolfsburg hatte er einen schweren Stand, doch seine Leihe zum FC St. Pauli macht sich für Omar Marmoush jetzt schon bezahlt: Zwar hätte sich der Offensiv-Mann am liebsten beim Fußball-Bundesligisten durchgesetzt, doch beim Zweitligisten bekommt er jetzt deutlich mehr Einsatzzeit - und durfte sogar schon sein erstes Profi-Tor bejubeln.

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Fünfmal hatte Marmoush in der vergangenen Spielzeit für den VfL auflaufen dürfen, doch in dieser Saison war das anders. Lediglich eine (!) Minute stand der Angreifer beim 2:2 in Köln auf dem Rasen, siebenmal war er gar nicht erst im Kader. Er hat schnell gemerkt, "ich bekomme nicht so viel Spielzeit". Nachtragend ist Marmoush da aber nicht, Coach Oliver Glasner macht er keinen Vorwurf. "Wir haben in den letzten Spielen sehr gut gespielt, wir haben gewonnen. Da war es für den Trainer schwer zu wechseln", sagt der Stürmer und ergänzt: "Eigentlich war ich in Wolfsburg zufrieden, aber habe leider nicht so viel gespielt wie ich wollte."

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Und dann ging alles ziemlich schnell, das Leihgeschäft in die Hansestadt war innerhalb von "ein, zwei Tagen" perfekt. "Hamburg ist ja nicht so weit weg, da konnte ich gut mit dem Auto hinfahren", sagt Marmoush, der gut aufgenommen wurde. "Alle waren nett und freundlich. Ich hatte ein gutes Gefühl, dass ich hier gut arbeiten kann."

Damit bestätigte sich das, was ihm VfL-Teamkollege Daniel Ginczek vorab über den Kiezklub gesagt hatte. Der Angreifer spielte selbst in der Saison 2012/13 für die St.-Paulianer und erzählte Marmoush viel Gutes über den Verein. "Ich habe geschaut, welche Spieler von uns schon mal bei St. Pauli gespielt haben. Daniel war der Einzige", sagt der gebürtige Ägypter. "Wir reden generell viel miteinander. Er hat gesagt, dass es der richtige Schritt für mich wäre und dass Hamburg eine tolle Stadt ist." Viel hat er von der Stadt an der Elbe allerdings noch nicht gesehen, der Corona-Lockdown macht es nicht einfach. Aber das ist nicht alles. "Das Wetter ist gerade schlecht, da bleibe ich lieber im Hotel", sagt Marmoush und lacht. "Aber wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, sehe ich die Alster, den Hafen und vieles mehr. Das gefällt mir."

Nicht nur in seiner neuen Heimat, sondern auch im Verein fühlt sich Marmoush wohl - und zeigt das mit ansprechenden Leistungen. Einen Tag nach seinem Wechsel durfte er beim 1:1 im Kellerduell mit den Würzburger Kickers für 20 Minuten ran. Drei Tage später wurde es dann noch aufregender für den 21-Jährigen. Gegen Top-Team Holstein Kiel (1:1) stand er das erste Mal für seinen neuen Klub in der Startelf - und erzielte sein erstes Profi-Tor. Sehenswert aus halbrechter Position schoss Marmoush den Ball oben links ins Tor. "Das war ein sehr gutes Gefühl", freut sich der Stürmer, sagt aber auch: "Das Wichtigste ist, dass wir gute Leistungen bringen. Leider haben wir da keine drei Punkte geholt."

Die gab es mit Marmoush in der Startelf erstmals am vergangenen Wochenende beim 3:2 in Hannover - ein Aufwärtstrend ist beim Tabellenvorletzten erkennbar. "Mit der zweiten Halbzeit in Würzburg haben wir eine neue Mentalität bekommen. Die Stimmung ist sehr gut, aber der Sieg in Hannover war nur ein kleiner Schritt. Wir müssen weiter Gas geben", weiß Marmoush, der sich einiges vorgenommen hat. "Wir wollen schnell aus der Situation rauskommen. Und ich selbst will so viele Tore und Vorlagen machen wie möglich, um der Mannschaft zu helfen." Wie viele Treffer und Assists es mindestens werden sollen, da hat sich der Profi allerdings kein Ziel gesetzt.


Und was ist mit dem VfL? Den verfolgt Marmoush weiter ganz genau. "Ich gucke jedes Spiel", sagt der Angreifer und hofft, dass sich die Wolfsburger für die neue Saison "für den internationalen Wettbewerb qualifizieren. Mit der Mannschaft können wir das schaffen." Zu der ab Sommer auch wieder Marmoush gehört? "Mal gucken, hoffentlich." Die Leihe jedenfalls endet dann, was danach passiert, ist offen. "Erst mal fokussiere ich mich auf die Arbeit bei St. Pauli."