22. März 2018 / 16:30 Uhr

Marcus Lemke (MSV) und Marvin Gladrow (Babelsberg 03) freuen sich auf ihr Wiedersehen

Marcus Lemke (MSV) und Marvin Gladrow (Babelsberg 03) freuen sich auf ihr Wiedersehen

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Unter Cottbus-Legende Tomislav Piplica spielten Marvin Gladrow (unten, 2.v.l.) und Marcus Lemke (oben, 3.v.r.)  bei der U23.
Unter Cottbus-Legende Tomislav Piplica spielten Marvin Gladrow (unten, 2.v.l.) und Marcus Lemke (oben, 3.v.r.) bei der U23. © FC Energie, Schwandt, Kuppert
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AOK-Landespokal: Die Kumpels verbrachten auf der Lausitzer Sportschule einst viele Jahre zusammen und treffen nun im Halbfinale wieder aufeinander.

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Beim Fußball-Landespokal-Halbfinale zwischen dem MSV Neuruppin und Babelsberg 03 treffen nicht nur die Trainer Henry Bloch und Almedin Civa, welche vor mehr als einem Jahrzehnt gemeinsam die Ausbildung zur Trainer-B-Lizenz absolvierten, abermals aufeinander (MAZ berichtete). Es gibt auch das Wiedersehen zweier ehemaliger Sportschüler, Zimmernachbarn und verdammt guter Freunde. Insgesamt sechs Jahre verbrachten MSV-Kicker Marcus Lemke und Marvin Gladrow, Stammtorhüter der Landeshauptstädter, beim FC Energie Cottbus und reiften dort zu gestandenen Fußballern.

In dem Örtchen Groß Haßlow (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) wuchs Lemke auf, nur wenige Kilometer weiter entdeckte er beim FK Hansa Wittstock seine Leidenschaft für das runde Leder. „Dort habe ich unter Stefan Bandilla und Thomas Krieglstein das Fußball-Abc erlernt“, berichtet der Linksfuß, der später auch in der Kreis- und sogar Landesauswahl spielte und mit 15 Jahren den Sprung auf die Lausitzer Sportschule wagte. Im anfangs ungewohnten Umfeld fasste Marcus Lemke schnell Fuß – in vielerlei Hinsicht. „Ich hab mich ohne Probleme integrieren können, kam mit meinem Zimmerpartner, einem Leichtathleten, gut klar und trainierte halt viel“, erklärt er. So auch mit Kumpel Marvin, der nicht nur die gleichen Leistungskurse – Sport, Deutsch und Geschichte – belegte, sondern auch direkt nebenan wohnte.

In Bildern: Die Sieger des Brandenburger Landespokals seit 2005.

<b>2005</b>: MSV Neuruppin gewinnt nach Verlängerung (2:1 gegen Babelsberg) erstmals den Pokal, darf im DFB-Pokal später gegen Bayern München spielen. Zur Galerie
2005: MSV Neuruppin gewinnt nach Verlängerung (2:1 gegen Babelsberg) erstmals den Pokal, darf im DFB-Pokal später gegen Bayern München spielen. ©
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„Wir haben eigentlich jede freie Minute miteinander verbracht, waren bolzen oder haben auf der Playstation gezockt“, schwelgt Gladrow, der in der vorpommerschen Heimat beim SV Loitzer Eintracht und später beim Greifswalder SC mit dem Fußballspielen begann,  in alten Internatszeiten. „Oder ich habe ihm im Training ein paar Dinger eingeschweißt. Daran müsste er sich eigentlich am meisten erinnern“, kann sich Lemke einen kleinen Seitenhieb in Richtung „Marv“, wie er seinen Kumpel nennt, nicht verkneifen. Dass man für den jeweils anderen aber auch viel Respekt empfindet, erkennt man an den lobenden Worten.

„Marv ist einer der besten Torhüter, mit denen ich  in einem Team spielen durfte. Er hat sich auch nie gescheut, uns ordentlich rund zu machen“, so Lemke. Gladrow sagt sogar: „Marcus war früher ein kleiner Brecher in der Abwehr. Er war ein Spieler, der es hätte schaffen können, nochmal höherklassig zu kicken.“ Der große Sprung blieb letztlich aus, weswegen sich 2012 die Wege trennten. Den ersten Schritt machte Marcus Lemke: „Die Jugendzeit und auch die bei der U23, wo ich ja unter anderem mit Leonardo Bittencourt, der heute beim 1. FC Köln in der Bundesliga kickt, spielen durfte, waren toll. Wirklich weiter kam ich aber nicht“, empfand Lemke den Wechsel zu den Sportfreunden Siegen in die Regionalliga West als nur logisch. Dort erlebte er „mit das schönste Fußballjahr in einer tollen Stadt und einem tollen Stadion“.

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Für Marvin Gladrow endete das Kapitel Energie Cottbus, wo er sogar 18 Mal im Zweitliga-Kader stand, 2013. Er nahm das Angebot vom SV Babelsberg 03 an, avancierte dank starker Leistungen sofort zur Stammkraft und traf auch prompt einen alten Freund wieder – Marcus Lemke. Eben jener ging dann nämlich in der gleichen Liga für den Berliner AK auf Torejagd. Wiederum ein Jahr später folgte für Lemke aber der Weg zurück in alte Gefilde. „Irgendwann war klar, dass der ganz große Wurf ausbleiben wird. Deshalb wollte ich mir ein zweites Standbein aufbauen.“ So konnte er seine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann im Neuruppiner Sportcenter perfekt mit dem Fußballspielen beim MSV verbinden.

In der Wohlfühloase Volksparkstadion ist er seitdem hochzufrieden und fiebert dem Pokal-Duell entgegen: „Als die Paarung ausgelost war, kam mir sofort in den Sinn, dass Marv dort im Tor steht. Es wird schwer, aber wir brauchen uns nicht verstecken.“ Auch der SVB-Keeper ist voller Vorfreude, denkt aber wie Lemke auch an den sportlichen Aspekt: „Es geht um den Einzug ins Finale. Wir müssen als Favorit voll fokussiert sein. Nach dem Spiel bleibt aber bestimmt noch Zeit für ein paar Anekdoten von damals.“ Dafür könnten auch Thomas Lemke und Martin Gladrow sorgen. Die Väter haben ebenfalls ein gutes Verhältnis, texten sich ab und an und werden das Halbfinale wohl live verfolgen. Für mindestens 90 Minuten wird die Freundschaft – zumindest auf dem Platz – aber ruhen.

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