27. Oktober 2021 / 11:54 Uhr

Spanisches Gericht gibt Berufung statt: So geht es für Bayern-Star Lucas Hernández nun weiter

Spanisches Gericht gibt Berufung statt: So geht es für Bayern-Star Lucas Hernández nun weiter

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Profi Lucas Hernández muss nicht ins Gefängnis. Das gab das spanische Gericht am Mittwoch bekannt. 
Bayern-Profi Lucas Hernández muss nicht ins Gefängnis. Das gab das spanische Gericht am Mittwoch bekannt.  © IMAGO/NurPhoto
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Kurz vor Fristablauf hat ein spanisches Gericht der Berufung von Lucas Hernandez stattgegeben. Doch wie geht es für den Profi des FC Bayern nun weiter? Die Haftstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, Trainer Julian Nagelsmann kann weiter mit dem Abwehrspieler planen. 

Lucas Hernández darf aufatmen: Der Abwehrspieler des FC Bayern muss in Spanien doch nicht ins Gefängnis. Die spanische Justiz hat einer Berufungsklage der Anwälte des 25 Jahre alten Franzosen stattgegeben, wie das Landgericht in Madrid am Mittwoch mitteilte. Die sechsmonatige Haftstrafe wegen häuslicher Gewalt war schon 2019 von einem Strafgericht in Madrid verhängt worden. Die Entwarnung kam kurz vor Fristende. Die Frist zum Antritt der Haftstrafe wäre am Donnerstag um Mitternacht abgelaufen. Wenn die Justizentscheidung sich verzögert hätte, hätte das laufende Berufungsverfahren keine aufschiebende Wirkung gehabt. Wie geht es für Hernandez nun weiter?

Die Haftstrafe wurde nach Angaben des Gerichts für vier Jahre auf Bewährung ausgesetzt. So lange darf sich der Bayern-Profi nichts zuschulden kommen lassen. Sonst muss er die Haftstrafe doch antreten. Dazu muss Hernández nun eine Geldstrafe von 240 Tagessätzen von je 400 Euro, also insgesamt 96.000 Euro zahlen. Hintergrund des Falls ist ein handgreiflicher Streit des Weltmeisters von 2018 mit seiner damaligen Freundin und heutigen Frau, der sich bereits vor viereinhalb Jahren - im Februar 2017 - ereignete. Damals spielte Hernández noch für Atlético Madrid. Beide wurden seinerzeit wegen häuslicher Gewalt zu gemeinnütziger Arbeit und einem sechsmonatigen Kontaktverbot verurteilt.

Da sie sich schnell wieder versöhnten, verreisten Hernández und seine Partnerin noch während dieser sechs Monate gemeinsam. Das Problem: Der Profi verstieß damit gegen das Annäherungsverbot. Deshalb wurde er zu der Haftstrafe verurteilt. In Spanien wird der Kampf gegen häusliche Gewalt sehr ernst genommen. Die Gerichte urteilen streng und die Medien berichten ausführlich, auch wenn es um unbekannte Personen geht. Ein Kontaktverbot bleibt in Spanien auch dann bestehen, wenn es eine Versöhnung gegeben hat, damit niemand zu einer solchen Aussöhnung genötigt werden kann.

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Das neue Urteil kommt überraschend. Es war von Experten mehrheitlich erwartet worden, dass die Berufung abgelehnt werden würde. Unter anderem deshalb, weil Hernández kein sogenannter Ersttäter ist. Gegen ihn gibt es nach Justizangaben insgesamt zwei rechtskräftige Verurteilungen wegen häuslicher Gewalt. Die eine von 2017 vom Madrider Strafgericht 35, weshalb das Kontaktverbot erlassen worden war. Und eine weitere von 2018 durch das Strafgericht Nummer 5 in Móstoles bei Madrid. Haftstrafen unter zwei Jahren werden in Spanien von den Richtern und Richterinnen häufig zur Bewährung ausgesetzt, aber nur wenn die verurteilte Person eine völlig weiße Weste hat.

Bayern-Trainer Nagelsmann kann mit Hernández planen

Für den FC Bayern ist die Entscheidung aus sportlicher Sicht eine große Erleichterung. Trainer Julian Nagelsmann kann nun weiter und uneingeschränkt mit dem Defensivspezialisten, der im Sommer 2019 für 80 Millionen Euro von Atlético nach München gekommen war und noch immer der teuerste Bundesliga-Einkauf der Geschichte ist, planen. "Er macht für mich nicht den Eindruck, dass ihn etwas hemmt oder dass er Probleme hat, in der Spur zu bleiben", hatte der Coach bereits am Dienstag erklärt und betont, dass er auch am Mittwochabend im Zweitrundenspiel des DFB-Pokals bei Borussia Mönchengladbach auf Hernández setzen werde.

In der laufenden Saison war der französische Nationalspieler in bislang neun Pflichtpartien zum Einsatz gekommen. Er gilt in der in der Breite nicht allzu üppig besetzten Defensive der Münchner als wichtiger Faktor.