17. August 2022 / 09:35 Uhr

DFB-Spielerin Laura Freigang über die Champions-League-Qualifikation und die EM-Euphorie

DFB-Spielerin Laura Freigang über die Champions-League-Qualifikation und die EM-Euphorie

Frank Hellmann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nationalspielerin Laura Freigang kämpft mit Eintracht Frankfurt um den Einzug in die Champions League.
Nationalspielerin Laura Freigang kämpft mit Eintracht Frankfurt um den Einzug in die Champions League. © IMAGO/Wunderl/Beautiful Sports (Montage)
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Mit Eintracht Frankfurt startet Nationalspielerin Laura Freigang an diesem Donnerstag in das Qualifikationsturnier zur Champions League. Im SPORTBUZZER-Interview äußert sich die 24-Jährige außerdem über die Euphorie rund um die DFB-Frauen bei der Europameisterschaft.

Die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt um Nationalspielerin Laura Freigang starten an diesem Donnerstag (19 Uhr) beim dänischen Klub Fortuna Hjørring als erster Bundesligist mit einem Vierer-Qualifikationsturnier zur Champions League in die Saison. Am 21. August geht es dann gegen Ajax Amsterdam (Niederlande) oder Kristianstads DFF (Schweden) – der Sieger erreicht die Play-offs. Im Interview mit dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), spricht Freigang über die Champions-League-Ambitionen ihres Klubs und über die Euphorie nach der Finalteilnahme bei der Europameisterschaft.

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SPORTBUZZER: Die Frankfurter Nationalspielerinnen hatten nach der EM kaum Urlaub. Konnten Sie sich denn erholen?

Laura Freigang (24): Ich hatte gar nicht groß das Gefühl, dass ich viel Urlaub brauche. Zumal ich mich körperlich fit gefühlt habe, da ich persönlich bei der EM nicht so viel Spielbelastung hatte. Erholung für den Kopf gab es zwar nicht, aber ich wollte gern wieder loslegen.

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Wie wichtig wäre es, dass nach den Männern der Eintracht auch die Frauen in der Champions League spielen?

Das wäre super. Es ist sowieso unser Anspruch zu zeigen, dass wir das Zeug haben, auf diesem Niveau spielen zu können. So sehr wir uns am letzten Bundesliga-Spieltag bei der Eintracht über den dritten Platz gefreut haben, war uns sehr wohl bewusst, dass es in dem neuen Format alles andere als einfach wird, überhaupt in die Gruppenphase zu kommen. Auch wir wollen mit der Eintracht international begeistern. Ich habe total Lust drauf.

Wie wichtig ist generell die kommende Saison für den deutschen Frauenfußball? Frankfurt startet mit einem Eröffnungsspiel am 16. September in der Commerzbank-Arena gegen Bayern München vermutlich vor einer neuen Rekordkulisse in die Bundesliga.

Wir hoffen natürlich, dass etwas von der Begeisterung von der EM herüberschwappt. Wir haben gesehen, was unser Spiel bei den Menschen auslösen kann, um auch auf anderen Ebenen voranzukommen. Es wäre super, wenn mit dem Startschuss auch die Liga mehr Zulauf bekäme. Ich merke persönlich, dass sich etwas tut – und bin zuversichtlich, dass viele diesen Knallerauftakt gegen den Vizemeister vor Ort nicht verpassen wollen.

Woran? An Interviewwünschen, Werbeanfragen oder Zuwachsraten in den sozialen Medien?

Das Interesse hat sich in den vergangenen Wochen mit der EM vergrößert. Ich war und bin überrascht vom positiven Zuspruch über meine Social-Media-Kanäle, obwohl ich gar nicht so viel mehr poste als andere Spielerinnen. Alles, was da erscheint, steuere ich selbst, weil ich das auch gerne mache. Ziemlich viele Leute finden das wohl recht cool. Andere Sponsorenanfragen übergebe ich aber an eine Agentur (Women’s Football Agency, Anm. d. Red.).


Bei der EM in England waren Sie als Kabinen-DJ gefragt, aber die Feldspielerin mit den wenigsten Einsatzminuten. Beim Endspiel gegen England waren die Stürmerinnen Klara Bühl und Alexandra Popp ausgefallen und der zuvor an Corona erkrankten Lea Schüller gingen die Kräfte aus, trotzdem sind Sie nicht eingewechselt worden. Wie sauer waren Sie darüber?

Ich kannte meine Rolle während des Turniers, deshalb hat mich das vielleicht nicht überrascht, aber natürlich hätte ich im Finale gern gespielt und der Mannschaft direkt auf dem Platz geholfen. Man ist immer davon überzeugt, noch etwas bewirken zu können: Ich hatte mich mental schon darauf vorbereitet, wie es hätte sein können, wenn ich reinkomme. Ich wäre da gewesen. Dazu kam es nicht – und das muss man akzeptieren.

Haben Sie die Bundestrainerin darauf angesprochen? Martina Voss-Tecklenburg hatte Sie zuvor ausdrücklich als Offensivspielerin gelobt, die sofort funktionieren würde.

Nach dem Finale standen andere Dinge im Fokus, aber ich werde sicher mit der Trainerin noch ein Gespräch führen. Wir pflegen ja eine offene Kommunikation. Ich habe als ehrgeizige Spielerin zukünftig ja auch noch Ziele mit der Nationalmannschaft: Ich möchte nicht immer auf der Bank sitzen, sondern mehr spielen.

Dann ist es doch vortrefflich, dass das Nationalteam schon bald die nächsten WM-Qualifikationsspiele in der Türkei (3. September) und Bulgarien (6. September) bestreitet, oder?

Auf jeden Fall. Wir hatten alle eine richtig, richtig gute Zeit zusammen. Ich habe die Mädels schon nach ein, zwei Tagen wieder vermisst (lacht). Insofern stört mich überhaupt nicht, dass wir uns bereits so schnell wiedersehen.