14. August 2020 / 18:17 Uhr

2. Runde im AOK-Landespokal: Oberhavel gleich im Derbyfieber

2. Runde im AOK-Landespokal: Oberhavel gleich im Derbyfieber

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Andor Müller ist bei TuS Sachsenhausen der Mann für die wichtigen Tore und brachte sein Team auch in Bernau in Führung.
Andor Müller muss mit dem TuS Sachsenhausen beim Birkenwerder BC antreten. © Robert Roeske/Archivbild
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AOK-Landespokal: Nordduell zwischen Zehdenick und Altlüdersdorf. Birkenwerder empfängt TuS Sachsenhausen.

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Jetzt beginnt die Fußballsaison 2020/21 auch für Oberhavels Brandenburgligisten und Landesliga-Aufsteiger Birkenwerder BC. In der 2. Runde des Landespokals steigen auch sie in den Wettbewerb ein. Und für die Fans in Oberhavel kommt es gleich zu richtigen Leckerbissen. „Ich freue mich auf dieses Pokalderby“, sagt Hans Oertwig, Trainer des SV Altlüdersdorf, vor dem Duell beim jetzt gleichklassigen SV Zehdenick. Sein Team werde an die Havel fahren, um dort zu gewinnen, muss dabei aber auf die länger verletzten Angelo Kempf und Julian Baersch verzichten.

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Die Motivation ist auch beim Zehdenicker Aufstiegscoach Daniel Runge groß: „Nach vier Monaten ohne richtiges Spiel geht es endlich wieder um die Wurst“, so der 45-Jährige. „Es ist eine Vorfreude da, es fängt an zu kribbeln, jedenfalls ist es bei mir so“, beschreibt er die Gefühlslage vor dem Derby. Vor dem Gegner habe man Respekt, aber keinesfalls Angst. „Wir wissen, dass es eklig ist, gegen uns zu Hause zu spielen“, so Runge, der längere Zeit auf Neuzugang Philipp Schramm, der aus Storkow kam, verzichten muss. Diagnose beim Angreifer: doppelter Bänderriss.

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Auch weiter südlich kommt es gleich zu einem Nachbarschaftsduell im Landes-Cup: Neu-Landesligist Birkenwerder BC empfängt Brandenburgligist TuS Sachsenhausen. BBC-Coach Florian Glitza vor der Partie ganz entspannt: „Es ist das erste Mal seit anderthalb Jahren, dass wir in einem Pokalspiel nicht als Favorit ins Spiel gehen.“ Der Pokal an sich („Ein Wettbewerb, in dem wir nie besonders viel erreichen werden“) habe für ihn keinen besonderen Stellenwert, die Partie gehöre zur Vorbereitung. Eine gute Kulisse erwarte er sich trotzdem. „Personell sieht es aber eher bescheiden aus“, so Glitza. Für Torjäger Ron Haß wird es wegen einer Rippenprellung eng.

Im Lager des TuS Sachsenhausen hat man sich dagegen viel vorgenommen. „Wir wollen auch im Pokal so weit wie möglich kommen“, sagt Trainer Torsten „Schnecke“ Thiel. „Die Jungs sind heiß. Die wollen, dass es wieder losgeht.“ Er habe eindringlich davor gewarnt, den Gegner nur anhand des vor zwei Wochen verlorenen Kreispokal-Halbfinals in Sachsenhausen zu bewerten. „Auf dem Kunstrasen dort wird das eine andere Nummer“, weiß der TuS-Coach. „Es wird eklig, eine Kopfsache.“ Ärgerlich aus Sachsenhausen-Sicht: Auch der TuS hat noch vor dem Saisonstart einen Verletzten zu beklagen: Pascal Heidenreich hat sich am vergangenen Montag im Training das Außenband gerissen.

Djerlek hat noch schlechte Erinnerungen

Beim Stadtrivalen Oranienburger FC Eintracht und seinem Trainer Enis Djerlek ist die Stimmung vor dem Start in die Pflichtspiele gedämpft. Zu sehr hat der OFC-Coach noch die Ereignisse vom letztjährigen Pokalspiel gegen Babelsberg 03 im Kopf, als „Chaoten“, wie Djerlek sie nennt, für Auseinandersetzungen abseits des Spielfeldes sorgten. „Diese Sache hat mir die Sympathie für diesen Wettbewerb brutal genommen“, sagt Enis Djerlek. Sein Verein habe damals eine „saftige Strafe“ zahlen müssen. Dabei hätte der OFC aus seiner Sicht alles dafür getan, um einen friedlichen Ablauf zu gewährleisten.

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Die Pokalpartie beim Landesligisten Chemie Premnitz nimmt er natürlich trotzdem ernst. „Die Chemiker gehören zu den besseren Teams in der Landesliga, die können jeden rauskegeln“, glaubt Djerlek. Darum laute die Devise: „Wir wollen das Spiel gewinnen – aber heiß auf den Pokal bin ich nicht.“

Fortuna Glienicke muss zum Nachrücker

Die ersten Sporen im Cup-Wettbewerb des Landes hat sich der BSC Fortuna Glienicke hingegen schon verdient. In der vergangenen Woche schmiss die Truppe von Coach Sascha Flemming den Mit-Landesligisten SC Oberhavel Velten glatt mit 3:0 (3:0) raus. Jetzt trifft man auf den Prignitz/Ruppin-Kreisoberligisten Rot-Weiß Kyritz und findet sich dort natürlich in der Favoritenrolle wieder. Kurios, wie der Gegner überhaupt in die 2. Cup-Runde gelangte: Die Pokalfinalisten im Nachbarkreis – MSV Neuruppin II (nicht startberechtigt) und Alt Ruppin (als Landesligist ohnehin dabei) – kamen nicht in Frage. Also sollte es ein Entscheidungsspiel geben, doch Union Neuruppin verzichtete.