31. Januar 2020 / 18:56 Uhr

Lafferdes Final-Heldin ist dabei, aber Broistedt ist der Top-Favorit

Lafferdes Final-Heldin ist dabei, aber Broistedt ist der Top-Favorit

Sönke Rathje
Peiner Allgemeine Zeitung
Michelle Jakubietz schmeißt sich in den Angriff des FC Pfeil Broistedt. Die Torhüterin des SV Teutonia Groß Lafferde war im Vorjahr die Final-Heldin. Sonntag will sie mit ihrem Team den Titel verteidigen. Am Ball sind in der Silberkamphalle auch Kreisklassist Schmedenstedt (blauer Dress) und Kreisligist Bildung Peine (weiße Trikots).
Michelle Jakubietz schmeißt sich in den Angriff des FC Pfeil Broistedt. Die Torhüterin des SV Teutonia Groß Lafferde war im Vorjahr die Final-Heldin. Sonntag will sie mit ihrem Team den Titel verteidigen. Am Ball sind in der Silberkamphalle auch Kreisklassist Schmedenstedt (blauer Dress) und Kreisligist Bildung Peine (weiße Trikots). © Fotos: Sönke Rathje
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Mit starken Paraden im Finale sicherte Torhüterin Michelle Jakubietz im Vorjahr Groß Lafferdes Fußballerinnen die Hallen-Kreismeisterschaft. Samstag will der Bezirksligist in der Peiner Silberkamphalle versuchen, den Brawo-Cup zu verteidigen. Doch Topfavorit ist ein anderer: Oberligist Pfeil Broistedt.

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„Chelle ist stets zur Stelle“, titelte die PAZ: Mit starken Paraden im Finale sicherte Torhüterin Michelle Jakubietz im vergangenen Jahr den Fußballerinnen des SV Teutonia Groß Lafferde die Hallen-Kreismeisterschaft um den Brawo-Cup. Samstag will der Bezirksligist in der Peiner Silberkamphalle versuchen, den Titel zu verteidigen. Doch Topfavorit ist ein anderer: Der FC Pfeil Broistedt tritt erstmals seit dem Titelgewinn 2017 wieder mit einem kompletten Oberliga-Kader an. Alles andere als der Titelgewinn wäre daher eine Riesen-Überraschung. Pfeile-Trainer Börge Warzecha sagt daher auch: „Wir können dieses Jahr eigentlich fast nur verlieren.“ Die Gruppe B verspricht Spannung, kämpfen hier doch gleich drei der letztjährigen Halbfinalisten um den Einzug in eben dieses.

Das sind die neun Teams, die von 10 Uhr an am Ball sind und um 500 Euro Preisgeld kämpfen:

TSV Eixe

Der Tabellenneunte der Kreisliga war vielversprechend in die Saison gestartet, holte aus den ersten sechs Spielen fünf Siege. „Doch dann hat uns leider großes Verletzungspech erwischt“, bedauerte TSV-Coach Sascha Bredow. Aber pünktlich zur Hallen-Kreismeisterschaft melden sich einige Spielerinnen fit zurück, unter anderem Natascha Liedtke. Deshalb formuliert Coach Bredow auch ein ambitioniertes Ziel: „Das Halbfinale ist das Ziel, wir können schließlich seit langem mal wieder aus dem Vollen schöpfen.“ In Gruppe A peilen die Eixer Platz zwei an. Denn im Kampf um Platz eins sei Oberligist Broistedt das Problem – „und zwar ein großes“, flachst Bredow. Im Vorjahr verpassten die Eixer als Gruppen-Dritter hinter Sieger Groß Lafferde und Landesliga-Absteiger VfB Peine das Halbfinale, durften sich aber über die Auszeichnung als fairstes Team freuen. Ein ausgegebenes Ziel sei diese Titelverteidigung zwar nicht. „Doch fair sind wir sowieso immer“, betont Bredow.

TSV Hohenhameln

Dass der TSV in der Hinrunde in der Kreisliga nicht über den letzten Platz hinauskam, hat eigentlich einen schönen Grund: „Wir haben vier Schwangerschaften im Team – und deshalb Personalprobleme“, verrät Kapitänin Svenja Zindler. Als krasser Außenseiter geht der TSV die Hallen-Kreismeisterschaft ganz gelassen an. „Wir gehen da mit Spaß ran, aber gut verkaufen wollen wir uns schon“, betont Zindler. Gleich der Hälfte des Kaders steht eine Premiere bevor: Denn einige Spielerinnen haben neu angefangen, für sie ist es der erste Brawo-Cup. Betreuen wird die Mannschaft Gerd Schauer, der sich dazu bereit erklärt hat, die kommissarische Nachfolge des im Dezember zurückgetretenen Trainers Enrico Reckin zu übernehmen.

TSV Bildung Peine

Mit einem Tor in vier Spielen beendeten die Peinerinnen im Vorjahr als Gruppenletzter die Kreismeisterschaft. Doch Kapitänin Rebecca Tiedtke ist angesichts der Auslosung optimistisch, dass der Tabellenvorletzte der Kreisliga diesmal etwas besser mithalten kann. Gleich vier Kreisligisten mischen schließlich in Gruppe A mit. „Zumindest in den Partien traue ich uns zu, auf Augenhöhe mitzuspielen. Ein, zwei Siege sind drin. Aber auf jeden Fall werden wir uns nicht so abschießen lassen wie beim letzten Mal“, sagt die Kapitänin. Allerdings plagen die Mannschaft des neuen Vater-Sohn-Trainer-Duos Dennis Pannwitz/Martin Pannwitz Verletzungssorgen. Carola Rieks muss wegen eines Schlüsselbeinbruchs passen, Laura Henriss mit einem Kreuzbandriss, Maureen Herrmann wegen Fuß-Problemen und Keeperin Jana Büker wegen eines Bänderrisses. Dafür hütet die junge Clarissa Karsten in den ersten Spielen das Tor, „und danach werde ich wohl reingehen müssen“, sagt Rebecca Tiedtke, die derzeit mit Knie-Problemen zu tun hat. Ihrem früheren Groß Lafferder Team traut sie die Titelverteidigung trotz der starken Broistedter Konkurrenz zu. „Ich würde es meinem Ex-Verein wünschen, gerade weil die Mannschaft einen schweren Start nach dem Trainer-Wechsel hatte“, sagt sie.

SSV Plockhorst

Als Tabellensechster sind die Plockhorster das beste Peiner Kreisliga-Team. SSV-Trainer Gerald Wiedenroth formulierte daher ein verständliches Ziel in Gruppe A: „Wir wollen das Halbfinale erreichen.“ Optimistisch stimmen ihn die guten Hallen-Auftritte in dieser Saison. „In Groß Lafferde zum Beispiel sind wir trotz eines guten Teilnehmerfeldes Dritter geworden. Wir standen hinter sehr sicher und haben schnell nach vorne gespielt“, sagt der SSV-Coach. Beim Broistedter Turnier gewann Anna-Lena Druschba zudem sogar die Auszeichnung als beste Spielerin des Bezirks-Turniers. „Sie hat sehr gut gespielt“, lobt Wiedenroth, der hofft, dass Druschba auch bei der Hallen-Kreismeisterschaft einen guten Tag erwischt. Favorit auf den Gruppen- und den Turnier-Sieg sind für ihn aber die Broistedterinnen: „Um gegen die etwas zu holen, muss schon alles passen.“

FC Pfeil Broistedt

Pass Dominique Schulz, Volltreffer Jenny Möller aus spitzem Winkel: Bei ihrem 1:0-Erfolg 2017 im Finale gegen den VfB Peine feierten die Oberliga-Fußballerinnen des FC Pfeil den letzten Kreismeistertitel. Jetzt soll die Trophäe wieder zurück, die Broistedterinnen bieten ihr bestes Team auf. „Das liegt allerdings nicht daran, dass es mich nervt, dass wir die letzten beiden Male nicht mehr gewonnen haben, sondern dass es diesmal zeitlich einfach passt“, betont Trainer Börge Warzecha. In den Vorjahren steckte das Oberliga-Team schon mitten in der Vorbereitung auf die Punktspiel-Rückrunde auf dem Feld und schickte deshalb die Reserve.

Nicht die haushohe Favoritenrolle bereitete Broistedts Trainer Börge Warzecha im Vorfeld Bauchschmerzen, sondern die Zusammenstellung seines Kaders. Zehn dürfen spielen, „aber 20 hätte ich auswählen können, es hätten noch mehr verdient, dabei zu sein“, verdeutlichte er. Gesetzt waren Kira Reuter und Tia Zimmermann. „Beide sind richtig gute Hallenfußballerinnen und haben eine hohe Trainingsbeteiligung und eine gute Hinserie gespielt. Kira ist zudem Torschützen-Königin bei unserem eigenen Turnier geworden“, erläutert Warzecha. Die Favoritenrolle nimmt der Pfeile-Coach gerne an, will seine Mannschaft aber auch nicht zu sehr unter Druck setzen: „Was ich aber schon erwarte, ist, dass wir vernünftigen Fußball zeigen und uns viel bewegen.“

Teutonia Groß Lafferde

Der Titelverteidiger geht mit großen Ambitionen ins Turnier, jedenfalls, wenn es nach den Fans geht: „Die Erwartungshaltung von außen ist natürlich riesig, ich selbst möchte in dieser ausgeglichen Gruppe in jedem Fall das Halbfinale erreichen, alles andere ist Bonus“, sagt SVT-Trainer Steffen Nebe. Nicht dabei sein wird allerdings die letztjährige Final-Siegtorschützin Julia Klimke. „Sie hat eine Kreuzbandverletzung, aber Michelle Jakubietz die letztes Jahr den Sieg im Tor festgehalten hat, ist genauso wie Lisa Voß und andere Leistungsträgerinnen dabei. Wir sind also nicht schlechter besetzt als letztes Jahr, auch wenn wir vielleicht etwas anders spielen werden“, zeigt sich Nebe optimistisch.

Nebes Favorit: „Da Broistedt angekündigt hat, mit der ersten Mannschaft anzutreten, ist der FC Pfeil natürlich favorisiert, aber auch uns zähle ich zum Favoritenkreis.“

VfB Peine

Im vergangenen Jahr verlor der VfB das Spiel um Platz drei gegen Vechelde – dieses Jahr sieht Coach Michael Brennecke sein Team in der Außenseiterrolle für das Weiterkommen. „Ich habe zwar den Kader zusammen, den ich gerne haben möchte, aber Lafferde hat mit Lisa Voß eine extrem starke Hallenspielerin und Vechelde hat sich sehr gut entwickelt. Das ist schon eine Hammergruppe, der Einzug ins Halbfinale wäre ein Riesen-Erfolg“, meint Brennecke. Einen Wermutstropfen hat der Peiner dennoch ausgemacht. „Das Turnier ist das Winterhighlight, umso bedauerlicher ist es, dass wir keine zehn Teams zusammenbekommen haben und wir in Gruppe B ein Spiel weniger bestreiten müssen.“

Brenneckes Favorit: „Ganz klar Broistedt, ich habe die Mannschaft bei ihrem eigenen Turnier gesehen, sie ist körperlich und taktisch hoch überlegen, alles andere wäre eine Sensation.“

SG Vechelde/Woltorf

Vecheldes Coach Thomas Papendorf plagen Personalsorgen: „Durch Studium und Schwangerschaft werden wir nur dezimiert anreisen.“ Das Hauptziel ist es daher, verletzungsfrei durch das Turnier zu kommen. „Unser Fokus liegt auf der Saison draußen. In einer Gruppe mit Peine und Lafferde ist es ohnehin sehr schwer, weiterzukommen, aber natürlich würde ich mich freuen, wenn wir die Vorrunde überstehen. In der Halle braucht man anders als auf dem Feld ja nur vier gute Spielerinnen und kann sich damit ganz gut durch das Turnier spielen.“

Papendorfs Favorit: „Gut möglich, dass das Finale Lafferde gegen Broistedt heißt, aber die Pfeile als ranghöchstes Team haben hier die aussichtsreichsten Möglichkeiten.“

SG Schmedenstedt/Münstedt

Die SG ist auf dem Papier der klare Außenseiter, doch Coach Benjamin Ralle sieht das nicht so. „Wir spielen zwar erst seit dieser Saison in dieser Konstellation, daher ist es natürlich schwer, eine Prognose abzugeben, aber die Mädels spielen einen richtig guten Ball, und die Halle ist nicht vergleichbar mit dem Feld – wir werden also ordentlich Gas geben und schauen, was am Ende herauskommt“, sagt Ralle. Denn die Vorbereitung auf die Hallenkreismeisterschaft lief schon auf Hochtouren. „Wir trainieren seit Wochen jeden Sonntag in der Halle, sind also sehr gut vorbereitet auf das, was uns erwarten wird. Außerdem sind alle Spielerinnen mit dabei und ich kann aus dem Vollen schöpfen.“

Ralles Favorit: „In der Halle kann alles passieren, da möchte ich keinem die Favoritenrolle aufdrücken.“

Mehr regionaler Hallenfußball

Gruppe A

Sonntag, ab 10 Uhr, Silberkamphalle:

TSV Eixe

TSV Bildung Peine

TSV Hohenhameln

SSV Plockhorst

FC Pfeil Broistedt

Gruppe B

Sonntag, ab 11 Uhr, Silberkamphalle:

Teutonia Groß Lafferde

VfB Peine

SG Vechelde/Woltorf

SG Schmedenstedt/Dungelbeck