20. Oktober 2019 / 13:58 Uhr

Interview vor der Kreismeisterschaft: NFV sieht "großes Potenzial für Vereine"

Interview vor der Kreismeisterschaft: NFV sieht "großes Potenzial für Vereine"

Ulrich Bock
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Konzentrierte Blicke - die wird es auch am 26. Oktober geben, wenn es in Barsinghausen um die Kreismeisterschaft im E-Football geht.
Konzentrierte Blicke - die wird es auch am 26. Oktober geben, wenn es in Barsinghausen um die Kreismeisterschaft im E-Football geht. © Nico Schwieger
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Sie selbst sind keine Zocker, aber Jens Grützmacher („Es liegt schon ein paar Tage zurück, dass ich zuletzt auf meiner Playstation 2 gespielt habe“) und Eberhard Wacker („Nein, noch nie“) räumen dem Thema E-Football im Kreis Region Hannover des NFV seit einigen Monaten eine hohe Priorität ein. Im Interview sprechen der Vorsitzende des Kreises und sein Stellvertreter über die Beweggründe und Ideen für die Zukunft. 

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Es mangelt an Schiedsrichtern, die Vereine klagen über höhere Gebühren, auch Gewalt auf den Plätzen ist immer wieder ein Thema. Wieso nehmen Sie sich jetzt noch dem Thema E-Football an?

Wacker: „Nicht weil wir Langeweile haben. Wir sind ja eigentlich ‚grüne Fußballer‘, auf dem Rasen unterwegs. Aber: Ich bin mit Skepsis zur ersten Niedersachsenmeisterschaft hin- und geläutert wieder zurückgefahren, weil ich gemerkt habe, dass es da ein ungemein großes Potenzial gibt. Es wäre töricht, diese große Gruppe, die an der Konsole Fußball spielt, zu ignorieren.

Wir sehen auch viel Potenzial für die Vereine, sie wieder attraktiver zu machen. Natürlich kann jeder allein online im Keller zocken, aber wir sehen die Möglichkeit, dass sie das stattdessen in der Gruppe im Vereinsheim machen.“

Grützmacher: „Es ist ja leider so, dass man immer häufiger hört, dass es nach dem Training eben nicht mehr die obligatorische Kiste gibt und man länger zusammensitzt, sondern dass die Spieler relativ schnell nach Hause fahren und dort eine andere Kiste anmachen. E-Football betrachten wir als Chance, sie wieder in die sportliche Gemeinschaft zu bekommen. Das ist doch auch ein Mehrwert für die Gamer.“

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Was sahen Ihre ersten Schritte im Bereich E-Football aus?

Grützmacher: „Nach der Niedersachsenmeisterschaft Anfang des Jahres war klar, dass wir uns intensiv darüber Gedanken machen müssen, was wir anbieten können, denn für diesen Wettbewerb hatten sich allein aus unserem Kreis 30 bis 40 Vereine beworben, von denen die meisten am Ende mangels Teilnehmerplätze aber nicht mitmachen konnten.

Nach einem Treffen mit deren Vertretern im Frühjahr gab es die Überlegung, schon in der Sommerpause eine Kreismeisterschaft auszurichten. Wir haben uns da zunächst ganz generell kundig gemacht: Wie soll gespielt werden, in welchem Modus, welches Spiel, wie macht man das alles überhaupt.“

Wacker: „Einer von den Profis hat gleich interveniert und gesagt: ‚Nein, das bringt im Sommer oder früh im Herbst nichts, wenn wenig später die neue Version des Spiels erscheint. Lieber mit dem brandneuen FIFA 20.‘“

Der nächste Schritt war es, einen E-Football-Beauftragten zu finden...

Grützmacher: „Wir dachten zunächst, dass wir im Bereich E-Football alles selbst organisieren. Mittlerweile hat sich der Verband der Kreismeisterschaften angenommen und unterstützt die Kreise sehr. Trotzdem wollten wir einen eigenen E-Football-Beauftragten, es verdeutlicht den immensen Stellenwert, und davon ab sind auch unsere Kapazitäten irgendwann ausgereizt.

Wir sind sehr froh, dass wir mit Andy Holz von BG Elze jemanden für diese Aufgabe gewinnen konnten. Es wird also niemand aus dem Spielausschuss oder Vorstand abgezogen, ein Schiedsrichter weniger ausgebildet oder, was man sonst noch kritisieren könnte.“

Wacker: „Das ist ganz wichtig zu betonen: Es wird durch das Thema E-Football nichts vernachlässigt. Es ist schlichtweg ein Zusatzangebot wie beispielsweise Beachsoccer.“

Das sind die Bilder vom 1. NFV-E-Soccer-Cup powered by SPORTBUZZER:

Die Spieler des STK Eilvese gewinnen eine Playstation 4 und Derbystar-Bälle. Zur Galerie
Die Spieler des STK Eilvese gewinnen eine Playstation 4 und Derbystar-Bälle. ©
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Ist in Zukunft auch ein regulärer eFootball-Spielbetrieb denkbar?

Wacker: „Da gibt es viele Ideen, die man noch entwickeln könnte. Eine ist es, dass wir als Kreis die entsprechende Hardware anschaffen und diese den Vereinen ausleihen, wie das Spielmobil. Denkbar ist sicherlich auch ein normaler Spielbetrieb mit festen Spieltagen. Aber nicht online, sondern vor Ort – bei den Vereinen.“

Grützmacher: „Alles, was wir anbieten, soll ein Angebot für die Masse sein, die gern zockt – nicht für die Szene. Die gibt es, aber die ist für das Gro der Spieler unerreichbar. Unsere Angebote folgen auch in diesem Bereich dem Breitensportgedanken.“

Jetzt, am 26. Oktober, aber erst einmal die Kreismeisterschaft. Ist drumherum irgendwas Besonderes geplant?

Grützmacher: „Nein, es geht um die Qualifikation für die Niedersachsenmeisterschaft.“

Wacker: „Das ist ja für uns auch das erste Mal, dass wir so etwas veranstalten. Da wollen wir den Ball erst einmal flach halten, da steht der Sport im Vordergrund.“

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