21. Januar 2018 / 13:17 Uhr

Kommentar zur HSV-Krise: Gisdol weg, das Chaos bleibt!

Kommentar zur HSV-Krise: Gisdol weg, das Chaos bleibt!

Eric Zimmer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Heribert Bruchhagen ist beim HSV nicht von Fehlern freizusprechen, findet Eric Zimmer.
Heribert Bruchhagen ist beim HSV nicht von Fehlern freizusprechen, findet Eric Zimmer. © imago
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Es ist vollbracht: Der Hamburger SV hat seinen Trainer Markus Gisdol entlassen, den 15. Coach seit 2007. Viel peinlicher ist nur noch das Verhalten von Sportdirektor Jens Todt und Sportvorstand Heribert Bruchhagen, meint SPORTBUZZER-Redakteur Eric Zimmer.

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Hamburgs Niederlage gegen den 1. FC Köln war erst ein paar Minuten alt – da schmiss HSV-Sportchef Jens Todt den Trainer im Grunde noch am Spielfeldrand raus. Vor der TV-Kamera und nicht im Beisein von Markus Gisdol sagte er, er könne „solche Dinge nicht ausschließen“. „Solche Dinge“ – damit meinte er das Gisdol-Ende. Auf der einen Seite war das ehrlich. Auf der anderen Seite war es aber vor allem eines: stillos!

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„Wir besprechen uns.“ „Fragen Sie den Boss, Heribert Bruchhagen.“ „Dazu sage ich so kurz nach dem Spiel nichts.“ Die Antwortphrasen für solche Lagen wären für Todt vielfältig und für einen korrekten Umgang mit dem (Noch-)Trainer angebrachter gewesen. Aber er ging in die Offensive. Der falsche Weg für jemanden, der es seit einem Jahr selbst nicht schafft, die Dauerkrise zu beenden.

Von Todt und Bruchhagen hört man Abgedroschenes

Das gilt auch für den Vorstandsvorsitzenden Bruchhagen. Anstatt Ruhe gibt es Unruhe samt gefrusteter Gönner (Klaus-Michael Kühne, Heinrich Höper). Und von beiden, Todt und Bruchhagen, hört man seit Wochen Abgedroschenes. „Ich habe eine Mannschaft gesehen, die sich gewehrt hat und die alles versucht hat“, sagte Todt nach der Pleite gegen Köln. Aber diese Mannschaft, die auch er zusammengestellt hat, steht halt am Abgrund. Und so trifft es den nächsten Coach beim HSV, der mehr Schleudersitz als Dino ist.



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Auch wenn seine Entlassung aus sportlicher Sicht nachvollziehbar ist: Der HSV hat(te) mehr als nur ein Gisdol-Problem. Denn wo die Führungspersonen es nicht schaffen, die Dinge in den Griff zu bekommen, wird sich nichts nachhaltig verbessern. Und so ist es wahrscheinlich, dass der HSV unter Todt und Bruchhagen vor allem eines bleibt: ein Chaosklub. Egal, wer auf der Trainerbank sitzt.