29. September 2020 / 21:40 Uhr

Kommentar: Vier Trainerentlassungen nach dem 2. Spieltag – das falsche Signal in der Corona-Krise

Kommentar: Vier Trainerentlassungen nach dem 2. Spieltag – das falsche Signal in der Corona-Krise

André Batistic
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Achim Beierlorzer, David Wagner, Michael Schiele und Boris Schommers sind allesamt nach dem 2. Spieltag entlassen worden.
Achim Beierlorzer, David Wagner, Michael Schiele und Boris Schommers sind allesamt nach dem 2. Spieltag entlassen worden. © imago images/Revierfoto/foto2press/Jan Huebner/Montage
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Mit David Wagner (Schalke 04), Achim Beierlorzer (Mainz 05), Michael Schiele (Würzburg) und Boris Schommers (Kaiserslautern) sind gleich vier Trainer im deutschen Profifußball nach dem 2. Spieltag ihrer jeweiligen Ligen entlassen wurden. Für SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic ein fatales Zeichen – gerade in Zeiten der Corona-Krise

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Boris Schommers sagte nach der 0:3-Niederlage gegen Türkgücü München, die ihn letztlich seinen Job als Kaiserslautern-Trainer gekostet hat, einen schlauen Satz: "Jetzt geht es darum, die Ruhe zu wahren." Der ehemalige Nürnberg-Coach bezeichnete es zudem als "Schwachsinn", schon nach dem 2. Spieltag der Saison über drohende Unruhe im Verein zu philosophieren. Auch wenn sich seine Entlassung und die fast zeitgleichen, aus unterschiedlichen Beweggründen getätigten Rauswürfe seiner drei Kollegen Michael Schiele, der die Würzburger Kickers doch gerade erst zum Aufstieg in die 2. Liga geführt hatte, Achim Beierlorzer (Mainz 05) sowie David Wagner (Schalke) angedeutet hatten: Schommers hat recht. Und es wird immer deutlicher, dass der Profi-Fußball trotz aller Beteuerungen aus der Corona-Krise wenig gelernt hat.

Vier Trainerentlassungen nach dem 2. Spieltag: Dass Fußball ein schnelllebiges Geschäft bleibt, war klar – diese Dimension in Zeiten der Corona-Pandemie mit ihren heftigen Folgen für die Finanzen der Vereine ist dann doch erstaunlich. Da setzen die Vereinsverantwortlichen lieber einen schnellen Impuls, zahlen lieber die nächste Abfindung und klammern sich an die Hoffnung, die Mannschaft (kurzfristig) mithilfe des nächsten Trainers wieder in die Spur zu bekommen.

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Langfristiges, nachhaltiges Arbeiten mit einem Konzept ist so nicht möglich. Dazu bleibt das Rätsel, warum beispielsweise ein David Wagner nach einer Serie von 16 Ligaspielen ohne Sieg überhaupt noch die Vorbereitung bei Schalke 04 leiten durfte, wenn die Niederlagen 17 und 18 dann plötzlich doch zu viel waren. Die Klubs vergeuden durch derartige Panikhandlungen nicht nur wertvolle Zeit, um eine Mannschaft an einen neuen Trainer zu gewöhnen, sondern auch bares Geld. Geld, das die Klubs wegen Corona eigentlich sparen wollten ...