27. September 2021 / 21:12 Uhr

"Kindergarten": Lothar Matthäus kritisiert Platzverweis für BVB-Profi Mahmoud Dahoud

"Kindergarten": Lothar Matthäus kritisiert Platzverweis für BVB-Profi Mahmoud Dahoud

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Für Lothar Matthäus (r.) war der Platzverweis gegen Mahmoud Dahoud die falsche Entscheidung.
Für Lothar Matthäus (r.) war der Platzverweis gegen Mahmoud Dahoud die falsche Entscheidung. © IMAGO/Team 2/Revierfoto (Montage)
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Die Gelb-Rote Karte für Dortmund-Profi Mahmoud Dahoud erhitzte rund um das Spiel des BVB bei Borussia Mönchengladbach am Samstag die Gemüter. Für Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus war die Entscheidung von Schiedsrichter Deniz Aytekin ganz klar überzogen.

Das ewige Reklamieren, das verächtliche Abwinken, die Unschuldsmienen nach klaren Fouls - diese Unsitte schien im Profifußball einfach dazuzugehören. Bis zum vergangenen Samstag. Da bestrafte Schiedsrichter Deniz Aytekin den Dortmunder Mahmoud Dahoud mit einer Gelb-Roten Karte. Er wollte "ein Zeichen setzen" und trat damit eine Debatte los. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat zum Platzverweis eine klare Meinung: "Kindergarten!", schreibt der 60-Jährige in seiner Sky-Kolumne und führt aus: "Natürlich hätte der Dortmunder etwas cleverer agieren und die Geste gegenüber Schiedsrichter Deniz Aytekin weglassen können. Aber das war weder respektlos noch total sportlich und hat für mich in keinster Weise diese harte Konsequenz verdient."

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So sei Aytekin zwar "einer der besten Schiedsrichter, den wir in Deutschland haben", das nötige Fingerspitzengefühl hätte er in dieser Situation aber vermissen lassen. Bei der Bewertung der Spielszene habe sich der Unparteiische getäuscht. "Sowohl seine nachträgliche Erklärung, als auch das Vorgehen auf dem Platz haben mich nicht überzeugt", erklärt Matthäus weiter. "Und nur weil der Unparteiische in einer vorherigen Szene einem anderen Spieler erklärt hat, dass er das Abwinken unterlassen möchte, kann er in einer ganz andere Szene einen Spieler nicht so hart bestrafen. Vor allem nicht in so einem Spiel, mit so einer Brisanz. Da erwarte ich etwas anderes."

Die Szene, die Borussia Mönchengladbach auf dem Weg zum 1:0-Erfolg im Borussen-Duell bereits in der ersten Halbzeit (40. Minute) begünstigte, hatte vor allem im Lager des BVB für Gesprächsstoff gesorgt. Auch Klub-Chef Hans-Joachim Watzke hatte Aytekin für seine Leistung scharf kritisiert. Der Referee habe durch seine Gestik und Mimik zusätzlich Hektik in die Partie gebracht und sei "wie ein Kapellmeister" aufgetreten, sagte der BVB-Geschäftsführer am Sonntag im "Doppelpass" bei Sport1. Sportdirektor Michael Zorc beklagte in der Bild, ihm habe die Verhältnismäßigkeit gefehlt. "Ich mag Deniz Aytekin und halte ihn grundsätzlich für einen sehr guten Schiedsrichter, aber in Gladbach hat er einfach einen schlechten Tag erwischt", sagte er.

Für Matthäus ist klar, dass auch Aytekin selbst die Szene inzwischen aus einem anderen Blickwinkel sieht. "Ich bin mir sicher, dass er im Nachhinein anders entscheiden würde", erklärte der ehemalige Stars des FC Bayern. So sei der Schiedsrichter "eigentlich gerade für sein Fingerspitzengefühl und den richtigen Riecher in der jeweiligen Situation bekannt." Grundsätzlich hofft Matthäus auf eine entspanntere Linie der Spielleiter in ähnlichen Situationen. "Ein bisschen Emotion darf ja wohl noch sein, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt."