25. September 2020 / 18:15 Uhr

Kellermann über den Transfer-Doppelpack: "Das war eine herausfordernde Zeit"

Kellermann über den Transfer-Doppelpack: "Das war eine herausfordernde Zeit"

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ralf Kellermann
Hat noch mal doppelt auf dem Transfermarkt zugeschlagen: Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen. © Marcel Kusch
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Dem VfL Wolfsburg sind gegen Ende der Transferperiode mit Shanice van de Sanden und Karina Saevik noch mal zwei Coups gelungen. Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, verrät, wie die Transfers zustande gekommen sind.

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Transfer-Doppelpack aus Frankreich: Mit Shanice van de Sanden (kam von Olympique Lyon) und Karina Saevik (Paris Saint-Germain) präsentierte Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg innerhalb einer Woche gleich zwei Neuzugänge. Nach dem Abgang von Star-Spielerin Pernille Harder (FC Chelsea), Madelen Janogy (war fest eingeplant und bat nach mentalen Problemen um eine Vertragsauflösung) und den Verletzungen von Ewa Pajor (Knie-OP) und Fridolina Rolfö (Gehirnerschütterung) musste der Double-Gewinner noch einmal reagieren und in der Offensive nachlegen. Doch das war kurz vor Schluss der Transferperiode (endet am 5. Oktober) gar nicht so einfach. Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, betonte: "Es war eine sehr intensive und herausfordernde Zeit. Das Ergebnis kann sich natürlich sehr sehen lassen."

Mit van de Sanden gab es bereits im Februar den ersten Kontakt, die Niederländerin entschied sich jedoch zu dem Zeitpunkt für eine Vertragsverlängerung beim französischen Serienmeister. "Der Kontakt ist aber nie abgerissen", so Kellermann, der verdeutlicht: "Sie ist von Lyon aus zur Nationalmannschaft geflogen, mit dem Wissen, dass sie auch dorthin zurückkehrt. Da wurden in den letzten zehn Tagen die Gespräche sehr intensiviert. Der Transfer wäre wahrscheinlich nicht möglich gewesen, wenn wir nicht vor ein paar Monaten schon einmal gesprochen hätten. Das hat uns damals schon ein gutes Gefühl gegeben."

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Saevik hatte einen Tag länger Zeit und wusste bereits vor ihrem Abflug zur norwegischen Nationalmannschaft, dass sie zum VfL wechseln wird. "Dass wir noch was machen mussten, war klar. Und wir haben die Chance ergriffen, als ich gehört habe, dass Karina Paris verlassen möchte, um mehr Spielzeiten zu bekommen." Beide Spielerinnen standen bei ihren vorigen Vereinen noch bis nächsten Sommer unter Vertrag. Und bei beiden Neuzugängen weiß der 52-Jährige, "dass sie uns aus dem Stand weiterhelfen können. Aber wir möchten ihnen jetzt auch die nötige Zeit geben, um richtig anzukommen und sich einzuleben. Normalerweise hat man eine Sommerpause mit Vorbereitung, wo die Spielerinnen sich integrieren können."

Ablösesummen werden zur Normalität

Dass in Zukunft auch im Frauenfußball Spielerinnen aus ihren Verträgen herausgekauft werden, ist zu erwarten. Der VfL sieht sich langfristig konkurrenzfähig. "Das haben die beiden Verpflichtungen gezeigt. Auch, wenn ich sagen muss, dass die Spielerinnen mehr als einen Schritt auf uns zugehen mussten, wenn man aus Paris oder Lyon nach Wolfsburg wechselt." Aber die Entwicklung "wird so weitergehen, das ist zu beobachten. Viele Vereine geben bewusst längere Verträge, damit nicht nach ein bis zwei Jahren ablösefrei gewechselt werden kann. Das wird sich auch in den nächsten Jahren so weiterentwickeln." Doch wenn man "den Markt beobachtet und gut vernetzt ist, ist es immer noch möglich - so wie im Sommer -, dass auch gute Spielerinnen ablösefrei zu uns kommen".

Denn auch zur kommenden Saison ist mit einigen Veränderungen im Kader zu rechnen. Die Verträge von Zsanett Jakabfi, Lena Goeßling, Anna Blässe, Lara Dickenmann (alle sind über 30 Jahre alt), Fridolina Rolfö und Ingrid Engen (reagierten bislang zurückhaltend auf die VfL-Idee, ihren Vertrag zu verlängern) laufen aus - ob alle bleiben werden, ist unklar. Tommy Stroot steht als Nachfolger von Stephan Lerch auf der Cheftrainer-Position fest, in Sachen Personal-Planungen wird es auch darauf ankommen, mit welchem Kader der 31-Jährige plant. Mit Joelle Smits steht bereits ein Neuzugang für die kommende Saison fest.