12. Juni 2020 / 17:10 Uhr

"Kein Gammeltraining" bei Torwarttrainer Olaf Mielitz

"Kein Gammeltraining" bei Torwarttrainer Olaf Mielitz

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
olafmielitz
Ein gutes Team: Bei manchen Trainingseinheiten von Olaf Mielitz darf sein belgischer Schäferhund Bella am Rand nicht fehlen. © Verein
Anzeige

Brandenburgliga: Der TuS Sachsenhausen hat sein Trainerteam erweitert. Der Vater des ehemaligen Bundesliga-Keepers Sebastian Mielitz, der mittlerweile in Dänemark spielt, soll die Torhüter besser machen.

Anzeige
Anzeige

Seit dieser Woche weht ein Hauch von Bundesliga-Flair beim TuS Sachsenhausen. Denn der Verein aus Oberhavel vermeldete, dass Olaf Mielitz neuer Torwarttrainer im Verein wird. Dessen Sohn Sebastian spielte einst in der Fußball-Bundesliga für den SV Werder Bremen (62 Einsätze), ist nun aber schon seit drei Jahren Profi in Dänemark.

„Ich hatte mit den Verantwortlichen in Sachsenhausen ein gutes Gespräch und war von dem Konzept des Vereins überzeugt. Der TuS wird sehr professionell geführt“, sagt Olaf Mielitz, der den Posten von Silvio Koos übernahm, der den Verein verlassen hat. In der mittlerweile durch den Fußball-Landesverband Brandenburg abgebrochenen Spielzeit 2019/20 kassierte Sachsenhausen in der höchsten brandenburgischen Spielklasse in 18 Partien 23 Gegentore. Das macht einen Schnitt von 1,28 Gegentoren pro Spiel. Hinter Blau-Weiß Petershagen/Eggersdorf (21 Gegentore) bedeutete das gemeinsam mit Staffelsieger RSV Eintracht 1949 die zweitbeste Defensive der gesamten Liga. Diese Arbeit soll nun fortgeführt werden.

Das Trainerteam steht in Sachsenhausen

Mit der Verpflichtung von Olaf Mielitz ist das Team an der Seitenlinie beim TuS nun komplett. Neben Mielitz, der sich als Kenner um die Keeper kümmern wird, sind Trainer Torsten Thiel sowie als Sportlicher Leiter und Co-Trainer Marc Flohr dabei. Das Trio soll die Mannschaft in der kommenden Saison zu Erfolgen führen. „Ich kannte Olaf Mielitz persönlich nicht, nur von seinem Namen und seinen Leistungen. Wir sind froh, dass sich diese Zusammenarbeit so ergeben hat“, so Thiel über den Neulöwenberger.

Mehr zum TuS Sachsenhausen

Dabei kennt Mielitz mit Nick Schrobback immerhin schon einen Keeper im Kader des Brandenburgligisten. „Nick Schrobback und mein Sohn haben früher gemeinsam in der Kreisauswahl gespielt“, erzählt Mielitz, der im Hauptberuf selbstständig in der Versicherungsbranche arbeitet. Erst einmal ist es geplant, dass Mielitz mit seinen Schützlingen im TuS-Trikot einmal in der Woche in Sachsenhausen trainiert. „Alles weitere sprechen wir ab und es wird sicher auch Lösungen geben“, so der Torwarttrainer, der aber schon verspricht: „Gammeltraining gibt es nicht. Es soll ja auch was bei rumkommen. Die Spieler sollen sich verbessern, sowohl im spielerischen als auch im physischen Bereich.“

So wie am Ende bei seinem Sohn Sebastian, der den großen Sprung schaffte. Von seinem Heimatverein Fortuna Grüneberg ging es über die Stationen Löwenberger SV und Oranienburger FC Eintracht bis hoch zu einigen deutschen Top-Clubs. Mittlerweile ist der 30-Jährige in Dänemark angekommen, spielt dort seit drei Jahren bei Erstligist SønderjyskE. „Der Profifußball ist kein ehrliches Geschäft. Da geht es um viele Interessen im Hintergrund. Es kommt nicht immer auf den sportlichen Aspekt an“, so Olaf Mielitz, der in Zehdenick geboren wurde. Trotz der räumlichen Distanz ist der Kontakt zu seinem Sohn weiterhin vorhanden. „Wir kommunizieren viel, sprechen mindestens einmal am Tag miteinander. Dabei muss es nicht immer um Fußball gehen. Wir reden über Gott und die Welt“, so Mielitz, der sich schon sehr auf die neue Aufgabe in Sachsenhausen freut.

Torhüter: Sebastian Mielitz (SønderjyskE Fodbold) - geboren in Zehdenick
Steht seit 2017 beim dänischen Erstligisten SönderjyskE unter Vertrag: Sebastian Mielitz. © dpa
Anzeige

Denn lange Zeit sah es nicht danach aus, dass er wieder als Torwarttrainer auf den Fußballplatz zurückkehren würde. Eine schwere Verletzung überschattete die jüngere Vergangenheit. „Es ist ein Wunder, dass es jetzt dann doch schon wieder funktioniert“, so der zukünftige TuS-Torwarttrainer. Olaf Mielitz brach sich das Schien- und Wadenbein, zusätzlich verletzte er sich am Sprunggelenk. „Es war eine ganz harte Nummer. Ich habe nicht immer dran geglaubt, dass ich zurückkehre“, so der Selbstständige, der mehrere Monate auf Krücken angewiesen war. Zusätzlich standen drei Operationen an.

Doch Olaf Mielitz kämpfte sich zurück, hat jetzt kaum noch Einschränkungen und ist wieder mit vollem Tatendrang dabei. „Er versprüht eine Euphorie. Die Torhüter werden viel lernen können“, so TuS-Coach Torsten Thiel, der sich schon auf die Zusammenarbeit freut.