23. Januar 2020 / 20:41 Uhr

Karneval in Lübeck: VfB nimmt Hamburger SV mit 5:2 auseinander

Karneval in Lübeck: VfB nimmt Hamburger SV mit 5:2 auseinander

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Fabio Parduhn erzielt das 4:1 gegen Xavier Amaechi.
Fabio Parduhn erzielt das 4:1 gegen Xavier Amaechi. © Agentur 54°
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Das war deutlich: Der HSV hat die Generalprobe vor dem Zweitliga-Start verpatzt, während der VfB nach Hansa Rostock auch den zweiten Gegner in den Hanseatenduellen schlägt

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Um 17.52 Uhr betraten die HSV-Spieler den Rasen an der Lohmühle, der extra für das Highlightspiel präpariert wurde. Für Cheftrainer Dieter Hecking und dessen Co-Trainer Dirk Bremser und Tobias Schweinsteiger („Es hat sich hier gar nicht so viel verändert“) war es die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. So unterhielt sich Hecking vor dem Spiel länger im Kabinengang mit VfB-Ur-Gestein Klaus Borchert. Der Zweitligist war mit voller Kapelle angereist, lediglich die aktuell fünf verletzten Spieler haben gefehlt. „Wir spielen mit zwei Teams und werden zur zweiten Halbzeit komplett wechseln“, sagte Bremser den LN. Für die Rothosen war es der letzte Härtetest vor dem Zweiliga-Rückrundenstart am 30. Januar gegen Nürnberg. Die Lübecker traten ohne den angeschlagenen Kresimir Matovina an. Dafür stand der auf Leihbasis verpflichtete Stürmer Elsamed Ramaj (Hansa Rostock) in der Startformation.

Arslan trifft zum 1:0

Das letzte Duell beider Teams war im April 2013, als der HSV das damalige Retterspiel mit 4:1 gewann. Als einziger aktueller VfB-Spieler war Ahmet Arslan dabei. Vor dem Spiel wurde „Ahmo“ als LN-Sportler des Jahres ausgezeichnet und sorgte schon nach fünf Minuten für die überraschende 1:0-Führung für den Regionalligisten. Vorausgegangen war ein kapitaler Schnitzer vom Hamburger Bakery Jatta, der bei einem Rettungsversuch im eigenen Strafraum VfB-Stürmer Patrick Hobsch anschoss. Von ihm landete der Ball beim freistehenden Arslan, der blitzschnell reagierte. Torwart Daniel Heuer Fernandes war zwar noch mit den Fingerspitzen dran, konnte aber nicht verhindern, dass der Ball vom linken Pfosten ins Tor trudelte. Arslan verzichtete auf große Jubelszenen gegen seinen früheren Klub.

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Weissmann und Grupe erhöhen auf 3:1

Die Grün-Weißen verkauften sich vor knapp 5700 Zuschauern teuer, konnten aber den anschließenden 1:1-Ausgleich durch Lukas Hinterseer (25.) nach Vorlage von Zugang Louis Schaub (1. FC Köln) nicht verhindern. Zuvor war Abwehrchef Rick van Drongelen per Kopfball gescheitert (10.). „Obwohl der HSV mehr Ballbesitz hat, was zu erwarten war, macht der VfB das gut“, befand Borchert in der Halbzeitpause. Viele Zuschauer hatten nach dem Wiederanpfiff aufgrund des Andrangs noch nicht wieder ihren Platz genommen, da zog Patrick Hobsch aus 17 Metern ab. HSV-Torwart Tom Mickel konnte gerade noch zur Ecke klären (56.). Der anschließende Eckball von Marvin Thiel landete über einen Hamburger am langen Pfosten, wo der aufgerückte Tim Weissmann (57.) auf 2:1 erhöhte. Der VfB spielte sich jetzt in einen kleinen Rausch. Wieder Ecke, dieses Mal von Arslan getreten. In der Mitte köpfte Abwehrchef Tommy Grupe (60.) sogar zum 3:1 ein – dieser Standard ist bei den Grün-Weißen einstudiert und führte nicht zum ersten Mal in dieser Saison zum Erfolg. Klasse auch der Angriff über Florian Riedel, ehe der eingewechselte Nicolas Hebisch nur knapp das Tor (62.) verfehlte.

Raeder pariert zweimal stark.„Was für eine Blamage für den HSV.“

Auf der anderen Seite zeichnete sich Lübecks Torwart Lukas Raeder mit zwei starken Paraden aus. Glück indes auch, als Weissmann in letzter Not klärte (74.) und der HSVer Anssi Suhonen (76.) aus der Distanz den Pfosten traf. In der 77. Minute hatte dann der eingewechselte VfB-Stürmer Fabio Parduhn (77.) seinen großen Auftritt. Einen frechen Lupfer konnte Mickel zwar zunächst klären, doch den Abpraller köpfte „Fabio“ über die Linie – 4:1. Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Erst konnte Bobby Wood (83.) verkürzen, ehe der holländische Zeki Erkilinc (84.) sehenswert auf 5:2 erhöhte. Die Fans waren total aus dem Häuschen und sangen höhnisch „Einer geht noch, einer geht noch rein“. Ein Zuschauer auf der Tribüne meinte: „Was für eine Blamage für den HSV.“

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Die Mannschaften des 

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Die Mannschaften des  VfB Lübeck und des Hamburger SV laufen ein. ©
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VfB Lübeck: Raeder (79. Schuchardt) – Riedel (79. Bock), Malone (60. Halke), Grupe (60. Kim), Weissmann (79. Bombek), Thiel (79. Jeong) – Deichmann (60. Erkilinc), Mende (73. Lippert), Arslan (73. Fernandes) – Hobsch (60. Hebisch), Ramaj (73. Parduhn).

Hamburger SV, 1. Hz.: Heuer Fernandes – Moritz, Letschert, van Drongelen, Leibold – Schaub, Jung, Hunt – Narey, Hinterseer, Jatta. 2. Hz.: Mickel – Beyer, David, Ewerton, Amaechi – Kinsombi, Fein, Dudziak – Suhonen, Wood, Kittel.

Schiedsrichter: Alexander Roppelt (Lübeck).

Zuschauer: 5638.

Tore: 1:0 Arslan (5.), 1:1 Hinterseer (25.), 2:1 Weissmann (57.), 3:1 Grupe (60.), 4:1 Parduhn (77.), 4:2 Wood (83.), 5:2 Erkilinc (84.).

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