16. Februar 2018 / 10:50 Uhr

Holstein Kiel: Max Besuschkow brennt auf den ersten Einsatz

Holstein Kiel: Max Besuschkow brennt auf den ersten Einsatz

Andreas Geidel
Max Besuschkow wurde bis zum Saisonende von Eintracht Frankfurt ausgeliehen.
Max Besuschkow wurde bis zum Saisonende von Eintracht Frankfurt ausgeliehen. © Paesler
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Der Neuzugang ist ein Ausnahmetalent ohne Wettkampfpraxis

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Die zehneinhalbjährige Fußball-Ausbildung beim Bundesligisten VfB Stuttgart und die sich ab Januar 2017 anschließenden zwölf Monate bei der Frankfurter Eintracht haben professionelle Wirkung hinterlassen. Max Besuschkow, Winter-Neuzugang des Zweitligisten Holstein Kiel, formuliert seine Sätze kurz und knapp, überbordende Abschweifungen gibt es nicht.

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Spielpraxis will der 20-jährige Mittelfeld-Techniker im Nest der Störche sammeln. Das ist sein vorrangiges Ziel, deshalb hat der Fachabiturient der vorerst bis zum Saisonende terminierten Ausleihe nach Absprache mit Nico Kovac und Fredi Bobic, Cheftrainer und Sportvorstand in Frankfurt, zugestimmt. Sein letztes Pflichtspiel bestritt Besuschkow am 13. Mai 2017 im Eintracht-Trikot beim 2:4 in Mainz. Es war sein dritter Einsatz auf der Erstliga-Bühne, auf der er bislang insgesamt 86 Minuten stand.

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In der Saison 2000/01 kickte Holstein Kiel in der Oberliga Hamburg/SH. Bester Torschütze der Störche war Daniel Jurgeleit mit insgesamt 22 Toren. ©

Die Vorbereitung auf diese Spielzeit sei super gelaufen, erzählt der in Tübingen geborene Jung-Profi mit russisch-kasachischen Wurzeln. Doch ein Muskelfaserriss habe ihn zurückgeworfen. Und als sich die Erfolge der Eintracht häuften, sei die Tür zum Spieltags-Kader für ihn geschlossen gewesen. Frustration ob dieser Fakten ist Besuschkow, der bei den Hessen einen Vertrag bis 2020 unterschrieben hat, nicht anzumerken.

Im Gegenteil. „Das Jahr bei der Eintracht hat mich vorangebracht. Vor allem im athletischen Bereich“, sagt der ehemalige deutsche U-Nationalspieler. Über seine Zeit in Stuttgart hingegen schweigt er sich eher aus. „Die Ausbildung war hervorragend. Dafür bin ich sehr dankbar. Aber ansonsten mag ich nicht so viel über meine VfB-Vergangenheit sprechen“, so Besuschkow.

Als Ausnahmetalent war Besuschkow lange im Schwabenländle geadelt worden, galt dank seines starken ersten Ballkontaktes, seiner Schussstärke, seiner Torgefährlichkeit und seiner guten Orientierung in den Räumen als Hoffnungsträger für die späte Nachfolge des einstigen VfB-Asses Alexander Hleb. Mit 18 hatte er einen Lizenzspielervertrag bis 2018 erhalten. Am 25. Juli 2015 feierte er mit dem VfB II sein Profidebüt auf Drittliga-Ebene gegen Dresden. Doch für Einsätze im Bundesliga-Team reichte es nicht. Für eine Ablösesumme in Höhe von 100000 Euro ließen ihn die Stuttgarter trotz aller öffentlichen Kritik an diesem Transfer in Richtung Frankfurt ziehen.

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Kenneth Kronholm: 33 Einsätze ©

Jetzt also Holstein Kiel. 2013 arbeitete der heutige KSV-Sportchef Ralf Becker als Jugendkoordinator beim VfB Stuttgart, freute sich beispielsweise über den Gewinn der deutschen B-Jugend-Meisterschaft – mit Besuschkow als Leistungsträger der VfB-Youngster. Beckers Kontakte zum Ex-Stuttgarter Bobic machten den Transfer an die Förde möglich. „Der Trainer hat mir seine Spielidee erklärt.Und dieser Spielstil liegt mir“, berichtet Besuschkow über die Gespräche mit Markus Anfang.

Aus dem jetzigen Kader kennt Besuschkow speziell Amara Conde aus gemeinsamen Jugendfußballtagen. Kontakt zur Stadt Kiel hatte er zuvor nur durch die Teilnahme an einem in der Landeshauptstadt ausgerichteten Schulturnier. Eine Wohnung ganz in der Nähe des Trainingszentrums Projensdorf hat er auch schon gefunden. Was seit dem 31. Januar noch fehlt, sind Einsatzzeiten bei den Störchen. „Hoffentlich so schnell und so oft wie möglich“, wünscht sich der Kieler auf Zeit. Am Sonnabend (13 Uhr) erwartet Holstein den FC Erzgebirge Aue. Die erste Bewährungschance für Max Besuschkow? Markus Anfang appelliert an dessen Geduld: „Stürmer und Abwehrspieler haben es leichter, sich in unserem System zu orientieren. Zentrale Mittelfeldspieler müssen bei uns viele Themen im Kopf haben. Deshalb dauert es bei Max vielleicht etwas länger.“

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