22. Januar 2018 / 17:39 Uhr

Hollerbach in Hamburg vorgestellt: "Ich bin HSVer!"

Hollerbach in Hamburg vorgestellt: "Ich bin HSVer!"

Robert Hiersemann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bernd Hollerbach trainierte am Montag das erste Mal mit den Profis des Hamburger SV.
Bernd Hollerbach trainierte am Montag das erste Mal mit den Profis des Hamburger SV. © Imago
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Der Hamburger SV will den drohenden Abstieg abwenden. Deshalb musste Cheftrainer Markus Gisdol nun gehen. Der neue starke Mann auf der HSV-Bank: Bernd Hollerbach. Am frühen Montagabend wurde er bei dem Traditionsverein vorgestellt.

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Die Hände tief in den Jackentaschen vergraben, mit der blauen Vereinsmütze auf dem Kopf und mit einer Pfeife im Mund beobachtete der neue HSV-Hoffnungsträger Bernd Hollerbach die erste Übungseinheit seines neuen Teams. Mehrmals ertönte ein schriller Pfiff, damit unterbrach der Neue vor 200 Fans die Übungen und korrigierte seine tief im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga steckenden Spieler. Eine Stunde zuvor am Montag hatte der taumelnde Hamburger SV den 48-Jährigen offiziell als Chefcoach und Nachfolger des am Sonntag beurlaubten Markus Gisdol bestätigt. „Hollers“ Auftrag beim Tabellen-17. ist klar und schwierig zugleich: Klassenverbleib!

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Mehr zur Hollerbach-Verpflichtung

Was genau hat er vor? Wie will er spielen lassen? Wie sehr glaubt er an den Erfolg im neuen Job? ​

Nach der Einheit wurde der neue starke Mann auf der HSV-Bank der Öffentlichkeit präsentiert. Der SPORTBUZZER hat die wichtigsten Hollerbach-Aussagen aus der Pressekonferenz zusammengetragen.

Hollerbach machte auf der PK einen entspannten Eindruck, scheint aber schon ganz genau zu wissen, was er mit seinem Team vorhat: „Wir müssen uns als Einheit präsentieren, Ordnung und Stabilität auf den Platz bekommen. Ich reagiere auf das, was mir die Spieler anbieten. Ich möchte agieren, nicht reagieren. Und es ist wichtig, kompakt zu stehen.“ Und weiter: „Ich muss nun zunächst viel mit den Spielern reden, darauf liegt aktuell das Hauptaugenmerk." Den Verein, für den er lange Zeit selbst als Profi spielte, hat er die letzten Jahre nie aus den Augen verloren. "Ich bin HSVer, ich habe immer den HSV beobachtet.“

Doch was hält er von den Leistungen des HSV aus den vergangene Wochen und Jahren? „Was vorher war ist für mich nicht wichtig, ich will nach vorne schauen. Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und alles dafür tun, um den Abstieg zu vermeiden.“

Und dafür gibt Hollerbach gleich Vollgas. Beim HSV geht es künftig früh los, die Spieler werden täglich 8.30 Uhr auf dem Vereinsgelände sein müssen. "Denn wir werden morgens gemeinsam frühstücken, dann wird trainiert, dann gibt es Mittagessen, dann ruhen sich die Spieler aus, dann trainieren wir wieder. Wir halten uns auf dem Gelände auf."

Bernd Hollerbach - Karriere in Bildern

 Als Spieler war der als „Holleraxt“ bekannte Linksverteidiger für die Würzburger Kickers, den FC St. Pauli, den 1. FC Kaiserslautern und den Hamburger SV aktiv, bei dem er die längste Zeit seiner Karriere verbrachte. In 222 Bundesliga-Spielen erzielte er sechs Tore, berühmt-berüchtigt wurde der gelernte Metzger aber durch die Vielzahl an Gelben Karten (insgesamt 95). Hier im Jahrhundertspiel, dem 4:4 des HSV gegen Juventus Turin mit Niko Kovac gegen Zinedine Zidane. Zur Galerie
 Als Spieler war der als „Holleraxt“ bekannte Linksverteidiger für die Würzburger Kickers, den FC St. Pauli, den 1. FC Kaiserslautern und den Hamburger SV aktiv, bei dem er die längste Zeit seiner Karriere verbrachte. In 222 Bundesliga-Spielen erzielte er sechs Tore, berühmt-berüchtigt wurde der gelernte Metzger aber durch die Vielzahl an Gelben Karten (insgesamt 95). Hier im "Jahrhundertspiel", dem 4:4 des HSV gegen Juventus Turin mit Niko Kovac gegen Zinedine Zidane. ©

Und eine klare Ansage noch zum Schluss: "Jeder der mich als Spieler gekannt hat, weiß, dass ich alles reinbringe, was geht. Und das werde ich auch jetzt wieder machen."

50 ehemalige Spieler des Hamburger SV – und was aus ihnen wurde

Stig Töfting, Ruud van Nistelrooy, Anthony Yeboah und Rafael van der Vaart – vier absolute HSV-Legenden. Doch was machen sie heute? Wir haben die Wege von 50 ehemaligen Spielern des Hamburger SV weiterverfolgt – zum Durchklicken: DAS machen die Ex-Stars heute. Zur Galerie
Stig Töfting, Ruud van Nistelrooy, Anthony Yeboah und Rafael van der Vaart – vier absolute HSV-Legenden. Doch was machen sie heute? Wir haben die Wege von 50 ehemaligen Spielern des Hamburger SV weiterverfolgt – zum Durchklicken: DAS machen die Ex-Stars heute. ©

Nun muss er sich als Bundesliga-Trainer beweisen. Als Wundertäter hatte ihn 2016 Würzburgs ehrenamtlicher Bürgermeister Adolf Bauer getauft. Damals feierte eine ganze Region euphorisch den Aufstieg der Kickers in die 2. Liga. Hollerbach hätte nichts dagegen, auch in Hamburg als Wunderknabe gefeiert zu werden. Eine vorzeitige Verlängerung seines bis 2019 laufenden Vertrages, der allerdings auch für die 2. Liga Gültigkeit hat, wäre ihm dann gewiss.