05. November 2021 / 18:29 Uhr

Hertha-Boss Bobic: "Dardai hätte nach drei Niederlagen eigentlich fliegen müssen"

Hertha-Boss Bobic: "Dardai hätte nach drei Niederlagen eigentlich fliegen müssen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Geschäftsführer Fredi Bobic (kl. Bild) sprach Hertha-Trainer Pal Dardai das Vertrauen aus.
Rückendeckung für den Trainer: Sportchef Fredi Bobic (r.) hielt auch in der Krise zu Pal Dardai. © IMAGO/Metodi Popow/Zink (Montage)
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Hertha BSC startete schlecht in die Bundesliga-Saison. Nach drei Pleiten und einem 0:5 gegen die Bayern bot Trainer Pal Dardai indirekt seinen Job an. Sportchef Fredi Bobic erklärte nun, warum er das Angebot nicht annahm.

Jetzt ist sich Pal Dardai wirklich sicher: Die Stars sind weg, die Neuzugänge integrieren sich, die Balance wird immer besser. Bestand die Mannschaft von Fußball-Bundesligist Hertha BSC vor einem Jahr aus guten Einzelspielern, so hat Dardai nach eigener Einschätzung endlich ein neues Gefüge aufgebaut. „Die Spieler verstehen sich in der Kabine immer besser – auch beim Teamgeist. Hier wächst etwas zusammen“, sagte der Ungar vor dem Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen am Sonntag im Olympiastadion (15.30 Uhr/DAZN).

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Trotz der Gala-Vorstellung des Gegners beim 4:0-Erfolg über Betis Sevilla am Donnerstag in der Europa League ist Dardai nicht bange vor dem Kontrahenten. Auch bedingt durch das Zusammenwachsen könne seine Mannschaft „alle schlagen. Wenn wir gut drauf sind, dann haben wir eine guten Mannschaft“, sagte der 45-Jährige. Dabei weiß Dardai doch, dass sein Gebilde mitunter noch recht fragil sein kann.

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Der Zick-Zack-Kurs in dieser Saison ist der Beleg. „Wenn es nicht läuft, haben wir auch schon gesehen.“ Nach der 0:5-Niederlage bei Bayern München und dem schlechten Saisonstart mit null Punkten nach drei Spielen war selbst der Trainer drauf und dran, seine Aufbauarbeit zu beenden. „Pal hat gemerkt: Er hätte nach drei Niederlagen und seinem emotionalen Fehler eigentlich fliegen müssen“, sagte Geschäftsführer Fredi Bobic über den indirekt angebotenen Rücktritt von Dardai in einer Wutrede, „das habe ich aber nicht gemacht, weil ich ihm und dem Verein zeigen wollte: Wir brauchen Ruhe und Stabilität.“

Der 50-Jährige weiß um den besonderen Umgang des Ungarn mit seinen Spielern, die Dardai anders als seine Vorgänger zu einem Team zusammenschweißen kann, was für Bobic einen Bonus ergibt. „Die Mentalität im Fußball wird immer wichtiger.“ Da stehen Ergebnisse beim Aufbau einer Mannschaft zunächst im Hintergrund.

Verletzungssorgen bei Hertha BSC werden geringer

Beim sogenannten Teambuilding kommt Hertha entgegen, dass bis auf Lukas Klünter immer mehr verletzte oder angeschlagene Spieler in den Kader zurückkehren. Verzichten muss Dardai aber auf Dedryck Boyata. Der Kapitän wurde nach seinem Foulspiel beim 0:2 bei der TSG 1899 Hoffenheim letzten Freitag vom DFB-Sportgericht für drei Spiele gesperrt. Hertha hat „zähneknirschend auf einen Einspruch“ verzichtet, wie Bobic sagte.

Doch auch ohne den belgischen Nationalspieler seien Dardais Spieler „bissig“ im Training. „Wir haben Spaß gehabt. Alles läuft nach Plan“, sagte Dardai, bis jetzt habe er ein gutes Gefühl. Zudem haben die vier Saisonsiege – vor allem die Erfolge bei Eintracht Frankfurt und gegen Borussia Mönchengladbach - das Umfeld beruhigt und Mannschaft und Trainer gestärkt. „Wir wissen, was die können. Wir wissen, was wir können. Nun machen wir einen Matchplan, damit wir gewinnen“, sagte Dardai.