06. Mai 2021 / 20:24 Uhr

Hertha BSC lässt Lehmann-Wirbel kalt: Berliner schlagen Freiburg und verlassen Abstiegsplatz

Hertha BSC lässt Lehmann-Wirbel kalt: Berliner schlagen Freiburg und verlassen Abstiegsplatz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jubel bei der Hertha nach dem 2:0 von Peter Pekarik (Mitte) in der 22. Minute.
Jubel bei der Hertha nach dem 2:0 von Peter Pekarik (Mitte) in der 22. Minute. © Imago/Matthias Koch
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Das sind echte Big Points für Hertha BSC: Im Heimspiel gegen den SC Freiburg hat sich der Hauptstadt-Klub durchgesetzt und damit die Abstiegsplätze vorerst verlassen. Der Wirbel um Jens Lehmann, der seinen Sitz im Aufsichtsrat der Hertha wegen einer rassistischen Nachricht an Sky-Experte Dennis Aogo verlor, wirkte sich nicht auf die Leistung des Teams aus.

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Hertha BSC hat sich im Abstiegskampf der Bundesliga zurückgemeldet. Nach dem 1:1 gegen Mainz 05 am Montag blieben die Berliner auch im zweiten Pflichtspiel nach erfolgter Corona-Quarantäne ungeschlagen und gewannen am Donnerstagabend mit 3:0 (2:0) gegen den SC Freiburg. Krzysztof Piatek (13. Minute), Peter Pekarik (22.) und Nemanja Radonjic (85.) trafen für den Hauptstadt-Klub, der durch den Heimsieg einen großen Sprung im Tabellenkeller gemacht hat. Hertha verbessert sich mit nunmehr 30 Punkten von Platz 17 auf Platz 14 und liegt nun wegen der besseren Tordifferenz vor den punktgleichen Klubs aus Bremen und Bielefeld. Die Berliner haben zudem ein Spiel weniger als die Konkurrenz absolviert. Ein Nachholspiel gegen den bereits fixen Absteiger Schalke 04 (Mittwoch, 18 Uhr) steht noch aus. Freiburg bleibt mit 41 Punkten Neunter.

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Berlin-Trainer Pal Dardai sorgte mit seiner Aufstellung im Vorfeld für eine große Überraschung. Der 45-Jährige veränderte seine Startelf für das Nachholspiel im Vergleich zur Anfangsformation drei Tage zuvor bei Mainz 05 auf gleich neun Positionen. Einzig Torwart Alexander Schwolow, der im Sommer vergangenen Jahres von den Freiburgern nach Berlin gewechselt war, und Mittelfeldspieler Mattéo Guendouzi standen erneut von Beginn an auf dem Platz. "Ich habe fast die komplette Mannschaft ausgetauscht. Das ist nicht so schlimm. Es ist auch eine gute Aufstellung", sagte Dardai dem Sender DAZN. Er wolle kein Risiko eingehen, dass Spieler, die schon in Mainz im Einsatz gewesen waren, Muskelprobleme bekommen würden.

Hertha BSC in Noten: Die Einzelkritik zum 3:0 gegen den SC Freiburg.

Der SPORTBUZZER bewertet: Die Spieler von Hertha BSC in der Einzelkritik. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER bewertet: Die Spieler von Hertha BSC in der Einzelkritik. ©

Arne Friedrich über Wirbel um Jens Lehmann: "Konzentrieren uns darauf, in der Liga zu bleiben"

Und Dardai bewies ein gutes Händchen. Trotz des Skandals um Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann, dem nach einer rassistischen WhatsApp-Nachricht an Dennis Aogo seine Platz im Aufsichtsrat der Hertha entzogen wurde, spielten die Berliner frei auf und zeigten sich gänzlich unbeeindruckt vom Wirbel in der Führungsetage. "Wir konzentrieren uns darauf, in der Liga zu bleiben. Was drum herum passiert, ist uns egal", sagte Sportdirektor Arne Friedrich in der Halbzeitpause bei DAZN. Sein Team zeigte zuvor den nötigen Biss im Abstiegskampf. Gegen die zunächst besseren Freiburger sorgte Piatek für den Führungstreffer, nachdem SCF-Keeper Florian Müller einen Fernschuss von Jordan Torunarigha nicht festhalten konnte (13.). Nach Flanke von Philipp Lienhart sorgte Pekarik per Kopf für den Treffer zum Halbzeitstand.



In der zweiten Hälfte plätscherte das Spiel dann etwas vor sich hin. Die Freiburger drückten auf den Anschlusstreffer, ohne zu wirklich zwingenden Torchancen zu kommen. Die beste SCF-Möglichkeit hatte der eingewechselte Nils Petersen (74.), der aus kurzer Distanz das 1:2 aus Sicht der Breisgauer verpasste. Hertha wachte erst zum Spielende wieder auf - und dann richtig. Nach tollem Dribbling sorgte Radonjic für den Endstand (85.).

Dennoch lief bei den Herthanern nicht alles rund. Die Berliner müssen womöglich im Restprogramm auf Mattéo Guendouzi verzichten. Der vom FC Arsenal ausgeliehene Mittelfeldspieler verletzte sich in der ersten Halbzeit. Per Twitter teilte Hertha BSC noch während der Partie mit, dass der Verdacht auf einen Mittelfußbruch bei dem Franzosen bestehe. Weitere Untersuchungen sollen an diesem Freitag folgen. Die Berliner empfangen bereits am Sonntag Arminia Bielefeld zum nächsten Heimspiel und einem womöglich vorentscheidenden Match im Kampf gegen den Abstieg.