23. Oktober 2021 / 20:28 Uhr

Zweiter Sieg in Folge: Hertha BSC gewinnt dank Kunstschuss von Marco Richter auch gegen Gladbach

Zweiter Sieg in Folge: Hertha BSC gewinnt dank Kunstschuss von Marco Richter auch gegen Gladbach

Ronald Tenbusch
Märkische Allgemeine Zeitung
Artistisch: Marco Richter erzielte per Seitfallzieher sein zweites Saisontor für Hertha BSC
Artistisch: Marco Richter erzielte per Seitfallzieher sein zweites Saisontor für Hertha BSC © IMAGO/Jan Huebner
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Im Bundesliga-Topspiel gelingt Hertha BSC ein Heimsieg gegen Gladbach. In einer hitzigen Partie erzielt Berlins Marco Richter mit einer sehenswerten Aktion das Tor des Tages.

Hertha BSC bleibt weiter im Aufwind. Erstmals seit Februar 2019 gelingt den Berlinern wieder ein Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Durch das 1:0 (1:0) dank des Treffers von Marco Richter holt das Team von Trainer Pal Dardai den zweiten Dreier in Serie und springt in der Tabelle vorbei an der unterlegenen Borussia.

Für die Hertha und ihren ungarischen Trainer bedeutet der Sieg vorerst mehr Ruhe zum Arbeiten. Dardai stand in den ersten Wochen der Saison und zum Teil schwachen Vorstellungen seiner Mannschaft in der Kritik. Medienberichten zufolge soll sich Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic sogar vor rund einem Monat mit dem derzeit vereinslosen Trainer Domenico Tedesco getroffen haben. „Wenn ich so etwas lese, dann muss ich schmunzeln. Für mich ist das kein Problem, solange die Spieler Vertrauen zu ihrem Trainer haben“, sagte Dardai schon vor der Partie am Sky-Mikro.

Er sah im Anschluss eine selten hochklassige, aber stets hitzige Partie. Laut wurde es im Olympiastadion von Beginn an vor allem dann, wenn Gladbachs Luca Netz an den Ball kam. Elf Jahre lang spielte der Linksverteidiger aus Wandlitz (Barnim) für die Berliner, ehe er im Sommer zum Unmut der Herthaner zur Borussia wechselte. Im Vorfeld der Partie hatte der 18-Jährige schon befürchtet, dass es zu Buhrufen gegen ihn kommen würde und behielt recht. Beeindruckt zeigte er sich davon aber nicht. Netz war es, der unter Pfiffen mit seiner Flanke die erste Gladbacher Chance einleitete. Elvedis Kopfball ging aber knapp am langen Pfosten vorbei (5.).

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Nur zwei Minuten später entschied Schiedsrichter Benjamin Cortus auf Strafstoß für die Borussia. Joe Scally war im Zweikampf mit Maximilian Mittelstädt zu Boden gegangen. Auf Anraten des Videoschiedsrichter schaute sich der 39-Jährige die Szene nochmals an und sah, dass keine Berührung vorgelegen hatte ­– Elfmeter zurückgenommen.

In der Folge wurde Gladbach körperlicher und drängte die Dardai-Elf damit über weite Strecken tief in die eigene Hälfte. Ein Schuss von Embolo aus spitzem Winkel blieb über lange Zeit aber die zwingendste Aktion. Sein Schuss ging aber knapp über den Kasten von Alexander Schwolow (18.).

Die Partie verflachte nun zusehends. Von den Berlinern gab es defensiv zwar viel Kampf und Einsatz, nach vorne bekamen die Hauptstädter aber über weite Strecken gar nichts auf den Rasen – bis zur 40. Minute. Nach einem langen Einwurf von Marvin Plattenhardt bekam die Gladbacher Hintermannschaft den Ball nicht geklärt. Das Spielgerät landete bei Marco Richter, der per Seitfallzieher-Aufsetzer ins lange Eck zum 1:0 einnetzte. Borussen-Schlussmann Yann Sommer konnte nur noch hinterherschauen.


Es war der erste Berliner Torschuss im gesamten Spiel, der Richter seinen zweiten Saisontreffer bescherte. Mit dem Schwung der Führung übernahmen die Gastgeber bis zur Pause erstmals die Kontrolle über das Spiel. In der Nachspielzeit prüfte Marton Dardai Sommer nochmal per Kopf. Es blieb zur Pause aber bei der knappen und etwas schmeichelhaften 1:0-Führung.

Gladbach-Coach Adi Hütter reagierte und brachte mit dem Seitenwechsel Alassane Plea und Florian Neuhaus für Lars Stindl und Luca Netz. Es ging weiter heiß her, auch neben dem Spielfeld. Immer wieder kam es zu wilden Wortgefechten zwischen beiden Bänken - allen voran Gladbachs Sportdirektor Max Eberl und Herthas Co-Trainer Andreas "Zecke" Neuendorf.

Auch auf dem Spielfeld blieb es weiter hektisch. Dies kam aber vor allem der Hertha zugute, die das Spiel nun sehr gut aus dem eigenen Spieldrittel fernhalten konnte. Kurz jubeln durften die Gladbacher in der 71. Minute. Ein pass von Neuhaus für Embolo kam erst im zweiten Versuch durch. Da stand der Stürmer aber schon im Abseits und so zählte der Treffer von Plea im Anschluss nicht.

Eine Viertelstunde vor Schluss kam Gladbach-Urgestein Patrick Herrmann für Kouadio Kone in die Partie. Der Flügelstürmer stellte die Hertha-Abwehr mit einigen Läufen und Hereingaben nochmal vor schwierige Aufgaben. Angetrieben vom Publikum verteidigten die Berliner die Führung aber mit vollem Einsatz. Durch den Sieg springt die Hertha in der Tabelle auf Rang zehn, während Gladbach nur noch Zwölfter ist.