01. April 2020 / 08:37 Uhr

Heimtraining in Thüringen statt Playoffs in Dresden für Titans-Kapitän Voigtmann

Heimtraining in Thüringen statt Playoffs in Dresden für Titans-Kapitän Voigtmann

Jochen Leimert, DNN
Dresdner Neueste Nachrichten
Voigtmann Brüder Basketball
Das Basketball-Brüderpaar Georg und Johannes Voigtmann trainiert während der Corona-Krise daheim in Thüringen. Dienstag stand Joggen auf dem Programm. © privat
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Dresden Titans-Kapitän Georg Voigtmann werkelt nach dem Saisonende in der Pro B am Haus der Eltern und stemmt mit seinem Bruder Gewichte.

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Dresden. Die Saison in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B wurde wegen der Corona-Krise vor Beginn der Play-offs abgebrochen, viele Spieler haben das Training heruntergefahren und versuchen die Zeit der Kontaktsperre zu Hause bestmöglich anderweitig zu nutzen. Auch Titans-Kapitän Georg Voigtmann (25) hat den Ball kaum noch in der Hand, aber ins Schwitzen kommt der 2,13 Meter lange Center selbst in diesen Tagen noch. Mit seinem älteren Bruder Johannes (27), seines Zeichens Nationalspieler in Diensten des Topclubs ZSKA Moskau, absolviert er Grundlagentraining und betätigt sich nebenher als Heimwerker.

Frage: Wie geht es Ihnen?

Voigtmann: Danke, ich bin bei bester Gesundheit.

Wo erreichen wir Sie gerade?

Ich bin zu Hause, wir wohnen in der Nähe von Eisenach auf einem kleinen Dorf. Das ist gerade der perfekte Ort, wo man mal raus in den Garten gehen kann, ohne großen Menschenmengen zu begegnen.

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Wie vertreiben Sie sich Ihre Zeit?

Am Haus sind ein paar Renovierungsarbeiten zu machen, da helfe ich natürlich ein bisschen mit. Jetzt ist mein Bruder gekommen, da trainieren wir fast jeden Tag zusammen, um uns fitzuhalten. Aber das ist schon etwas entspannter, nachdem die Saison bei uns abgebrochen wurde. Da schalten alle einen Gang herunter.

Muss Ihr Bruder bald nach Russland zurück? Wird dort möglicherweise noch einmal gespielt?

Die russische Liga ist abgesagt, die Euroleague soll aber noch weiterlaufen, allerdings gibt es dafür auch noch keinen genauen Zeitpunkt. Ich weiß auch nicht genau, wie lange Johannes hier ist. Er muss sich aber fithalten, ich unterstütze ihn, mache ein bisschen mit.

Wie muss man sich das vorstellen? Hängt irgendwo ein Korb an der Garage?

Eigentlich spielen wir wenig Basketball, das ist auch schwierig draußen. Der Schwerpunkt liegt auf konditionellen Dingen, auf Krafttraining. Wir haben da ein bisschen Equipment, das sich über die Jahre angesammelt hat. Da können wir schon ein ganz passables Krafttraining machen.

Aber irgendwo muss doch ein Korb hängen, oder?

Ja, es gibt sogar mehrere, aber das ist nicht sehr wettkampfnah. Es juckt schon manchmal in den Fingern, aber gerade ich versuche, den Ball mal ein paar Wochen aus der Hand zu legen. In der Saison hat man ihn jeden Tag dabei. Wenn man sich dann mal ein paar Wochen zwingt, ihn wegzulegen, hat man umso mehr Lust, wenn es mit ihm wieder in die Halle geht.

Titans Nr.13 Georg Voigtmann
Georg Voigtmann kam im Sommer 2019 von den Chemnitz Niners nach Dresden. © Steffen Manig
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Sie haben im Herbst ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der TU Dresden begonnen. Können Sie die Zeit jetzt dafür effektiv nutzen?

Der offizielle Semesterstart ist am Montag, es gibt aber keine Präsenzveranstaltungen, das wird wahrscheinlich alles übers Internet abgewickelt, über Video-Vorlesungen. Aber da sind die meisten Lehrstühle noch am Gucken, wie sie das am besten machen. Da bin ich auch gespannt drauf.

War es aus Ihrer Sicht richtig, die Saison in der Pro B abzubrechen?

Es war völlig richtig, denn es geht um die Gesundheit aller. Ich bin auch kein großer Fan davon, auf irgendwas zu warten. Ich fand auch gut, dass die Entscheidung relativ schnell getroffen wurde – in Italien gibt es immer noch viele Sportarten, in denen das noch nicht entschieden wurde. Das finde ich bedenklich. Auch Geisterspiele wären meiner Meinung nach keine Option gewesen. Natürlich ist es schade für uns, dass wir nach der guten zweiten Saisonhälfte keine Play-offs mehr spielen. Wir haben immer besser gezeigt, was wir können, es kamen immer mehr Zuschauer. Jeder hatte natürlich Lust auf die Play-offs, in denen wir auch noch mit Heimrecht begonnen hätten. Es wäre der Höhepunkt der Saison geworden, aber jetzt muss man erst mal schauen, wann es überhaupt weitergeht, sich die Lage beruhigt. Ich hoffe, dass wir in der neuen Saison wieder vor Zuschauern unseren Sport betreiben können.

Wie eng ist derzeit der Kontakt über Telefon und Internet zu Trainer Fabian Strauß und den Mitspielern?

Mit Fabian habe ich zuletzt einmal pro Woche telefoniert, wenn es was Wichtiges gab, dann auch mal zwischendurch. Mit den Jungs ist das ähnlich, wir schreiben uns oder telefonieren.