15. Juli 2020 / 19:52 Uhr

Heimlich verlängert: Pervans Wolfsburg-Vertrag läuft bis 2022

Heimlich verlängert: Pervans Wolfsburg-Vertrag läuft bis 2022

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Seit 2018 in Wolfsburg: VfL-Torwart Pavao Pervan.
Seit 2018 in Wolfsburg: VfL-Torwart Pavao Pervan.
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Der VfL Wolfsburg hat bereits im vergangenen Jahr still und heimlich den Vertrag von Ersatztorwart Pavao Pervan um ein weiteres Jahr bis 2022 verlängert. Der Österreicher spielt seit zwei Jahren für die Niedersachsen.

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Ein verlässlicher, routinierter Ersatztorwart - so präsentiert sich Pavao Pervan, seit er 2018 vom Linzer ASK zum VfL Wolfsburg kam. Auf neun Liga-Einsätze kam er in seiner ersten Bundesliga-Saison, vertrat in der Schlussphase der Spielzeit den verletzten Koen Casteels gut und hatte seinen Anteil daran, dass der VfL unter Trainer Bruna Labbadia in die Europa League kam. Direkt nach der Spielzeit gab es als Lohn eine vorzeitige Vertragsverlängerung - der Dreijahresvertrag wurde um ein weiteres Jahr bis 2022 verlängert. Ungewöhnlich: Die Verlängerung wurde vom Verein entgegen aller Gepflogenheiten nicht öffentlich gemacht.

So präsentiert der VfL Wolfsburg den neuen Look

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„Ich finde es nicht dramatisch, so etwas nicht bekannt zu geben“, erklärte VfL-Manager Jörg Schmadtke gegenüber Bild. „Wir haben keine Verpflichtungen, Verlängerungen öffentlich zu machen.“ Zur Regel sollen "heimliche" Vertragsverlängerungen allerdings nicht werden - auch wenn andere Bundesliga-Klubs das stellenweise schon so handhaben, um Spekulationen über ablösefreie Wechselmöglichkeiten zu verhindern.

Pervan absolvierte in seinen beiden VfL-Jahren 23 Pflichtspiele für den Klub. Zuletzt stand er im Dezember 2019 beim 1:0 in der Europa League gegen St. Etienne zwischen den Pfosten. Kurz zuvor hatte er einen Vereinsrekord aufgestellt, stand wegen einer Wadenverletzung von Casteels 13 Pflichtspiele in Folge im Tor - auf so viele Einsätze in Folge war vor ihm noch kein Wolfsburger Ersatztorwart gekommen.

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Pervan hätte in diesem Sommer zum EM-Kader Österreichs gehört - die Erfüllung eines sportlichen Lebenstraums für den 32-Jährigen. Die Verschiebung der EM auf 2021 könnte womöglich diesen Traum platzen lassen. "Das ist schmerzhaft", gab er bereits zu Beginn der Corona-Krise zu, "denn ich bin einem Alter, wo man nie weiß, was in einem Jahr passieren kann." Aber: "Nachdem ich gesehen habe, wie viele Menschen gestorben sind, wie viele infiziert sind, wie viele Existenzen bedroht sind, habe ich mit dem Gedanken relativ schnell abgeschlossen und gesehen, dass das total unwichtige Probleme sind und dass ich mich glücklich schätzen kann, dass es mir und meiner Familie gut geht."