20. März 2018 / 14:24 Uhr

Haudegen aus Flatow und Mühlenbeck kehren zwischen die Pfosten zurück

Haudegen aus Flatow und Mühlenbeck kehren zwischen die Pfosten zurück

Knut Hagedorn
Märkische Allgemeine Zeitung
Sascha Kater (l.) und Oliver Meier waren am Samstag für ihre Vereine Rot-Weiß Flatow und SV Mühlenbeck wieder aktiv. 
Sascha Kater (l.) und Oliver Meier waren am Samstag für ihre Vereine Rot-Weiß Flatow und SV Mühlenbeck wieder aktiv.  © Sebastian Morgner
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Kreisliga West Oberhavel/Barnim: Mit Sascha Kater und Oliver Meier mussten am Wochenende zwei Routiniers wieder in den Kasten.

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Am Samstag trafen in der Fußball-Kreisliga West der gastgebende SV Mühlenbeck und der SV Rot-Weiß Flatow aufeinander. An sich nichts außergewöhnliches, auch der knappe 1:0-Auswärtssieg des Tabellenzweiten aus Flatow kam eher der Kategorie „Arbeitssieg“ gleich. Dennoch erspähten Fußballkenner etwas Besonderes: Denn im Tor der beiden Kreisligisten standen sich zwei altgediente Haudegen gegenüber, die zusammen fast 100 Jahre Erfahrung in die Waagschale werfen konnten.

Mit dem 48-jährigen Oliver Meier im Tor des SV Mühlenbeck und dem 40-jährigen Flatower Sascha Kater trafen sich zwei Torhüter, die beide in früheren Jahren lange auf Landesebene ihren Kasten sauber hielten und eigentlich nicht mehr dauerhaft im Männerbereich unterwegs sein wollten. „Ich wurde am Mittwoch gefragt, ob ich ins Tor gehen könnte, da unser eigentlicher Torhüter Max Falkowski erkrankt sei. Da habe ich gerne ausgeholfen“, berichtet Kater, der ansonsten nicht mehr aktiv Fußball spielt.

Sein Gegenüber Oliver Meier dagegen steht noch regelmäßig im Mühlenbecker Kasten. „Ich spiele eigentlich fest bei der Ü 35, musste aber fast 60 Prozent aller Spiele der Männer machen, da unser Stammkeeper verletzt ist und sein Vertreter aus Personalmangel im Feld agiert. Mir wäre es auch lieber, wenn ich nicht mehr so oft bei den Männern spielen müsste“, so der 48-Jährige scherzhaft, der zudem auch noch als Co-Trainer beim SVM seinen Mann steht.

Zum Durchklicken: Die Kreismeister des Fußballkreises Oberhavel/Barnim (bis 2013/2014 FK Oberhavel)

2002/2003 - Rot-Weiß Flatow: Birkenwerder führte in der Tabelle schon deutlich, doch die Flatower nahmen dem BBC noch die Butter vom Brot. Am Ende jubelten die Männer von Trainer Mario Falkowski (obere Reihe, r.), der auch heute wieder das Sagen bei den Rot-Weißen hat. Birkenwerder verpasste zum dritten Mal in Folge den Staffelsieg knapp. Heute kämpft Flatow in der Kreisliga um Punkte. Zur Galerie
2002/2003 - Rot-Weiß Flatow: Birkenwerder führte in der Tabelle schon deutlich, doch die Flatower nahmen dem BBC noch die Butter vom Brot. Am Ende jubelten die Männer von Trainer Mario Falkowski (obere Reihe, r.), der auch heute wieder das Sagen bei den Rot-Weißen hat. Birkenwerder verpasste zum dritten Mal in Folge den Staffelsieg knapp. Heute kämpft Flatow in der Kreisliga um Punkte. ©

Beide Keeper zählten vor etlichen Jahren zum Stammpersonal, als Mühlenbeck und Flatow noch in der Landesklasse spielten. Für Meier, der im Nachwuchsbereich auch für den BFC Dynamo durch den Strafraum flog, hat sich das Spiel im stark verändert. „Es fällt mir schon schwerer als früher, da  das Spiel vor allem deutlich schneller geworden ist. Gerade mental ist das sehr anstrengend. Aber es macht einfach auch noch verdammt viel Spaß.“

Der Spaß steht auch bei Sascha Kater im Vordergrund, allerdings stellt er fest, dass der Einsatz in Mühlenbeck eine Ausnahme bleiben soll: „Ich kenne halt noch viele Jungs bei uns Team von früher, deshalb helfe ich auch gerne aus, wenn Not am Mann ist. Aber ansonsten habe ich keinerlei Ambitionen mehr, dauerhaft zu spielen. Mir fehlt die Zeit, aber auch die Lust.“

Kater: "Wir sind einfach langsamer geworden"

Auch das Körperliche spiele eine Rolle, wobei er seinem Torwartkollegen in einer These schmunzelnd widerspricht: „Gerade das Spielen auf Kunstrasen ist nicht gut für meine Knochen, da hat man schon zwei, drei Tage ordentlich zu tun. Ich würde aber nicht sagen, dass der Fußball schneller geworden ist – wir sind einfach nur langsamer geworden mit den Jahren.“

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Zufrieden waren beide mit ihrem Spiel. Oliver Meier sagt: „Klar ist es schöner zu gewinnen, aber wir sind auf einem guten Weg und ich denke, dass in Mühlenbeck bald wieder dauerhaft erfolgreich gespielt wird.“