27. Mai 2021 / 17:42 Uhr

Hartmann kämpft noch um ein weiteres Jahr bei Dynamo Dresden

Hartmann kämpft noch um ein weiteres Jahr bei Dynamo Dresden

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Marco Hartmann konnte in der Rückrunde nur von außerhalb des Platzes mithelfen, das Saisonziel zu erreichen. Doch er würde gern noch einmal in der 2. Liga spielen.
Marco Hartmann konnte in der Rückrunde nur von außerhalb des Platzes mithelfen, das Saisonziel zu erreichen. Doch er würde gern noch einmal in der 2. Liga spielen. © imago/Eibner
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Der dienstälteste Spieler der Schwarz-Gelben, Marco Hartmann, hat bisher keinen neuen Vertrag erhalten. Der Zweitliga-Aufsteiger hält dem 33-Jährigen allerdings noch eine Hintertür offen.

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Dresden. Am Dienstag musste jeder davon ausgehen, dass die Ära MarcoHartmann bei Dynamo Dresden zu Ende ist. Da teilte der Verein mit, dass der 33-Jährige neben sieben anderen Spielern verabschiedet wurde. Doch vielleicht sieht man den Eichsfelder, der seit 2013 für die Schwarz-Gelben spielte, doch noch einmal im Dynamo-Trikot spielen. Zum Trainingsauftakt Mitte Juni wird der Ex-Kapitän auf jeden Fall wieder erscheinen. Über die Hintergründe, die abgelaufene Saison und private Pläne spricht Hartmann im SPORTBUZZER-Interview.

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SPORTBUZZER: Beim Saison-Halali in Wiesbaden waren Sie nicht dabei, mussten die Kinder betreuen. Was haben Sie alles vor, wenn Sie jetzt mehr Zeit für die Familie haben?

Marco Hartmann: Ob das so kommt, wird sich zeigen. Bei Dynamo hat man mir gesagt, dass ich vorerst keinen Vertrag bekomme, weil das dem Verein zu unsicher ist, wann ich aus meiner Verletzung zurückkomme. Aber mir wurde angeboten, dass ich die Reha weitermachen und mich dann der Mannschaft im Training zeigen kann. Es ist also mit dem Abschied noch nicht endgültig. Da sind aber noch ein paar Dinge zu klären, das machen wir in diesen Tagen gerade. Ich würde die Chance ergreifen, die mir gegeben werden soll. Das ist der Stand. Wenn ich fit bin, würde ich ins Mannschaftstraining einsteigen. Dann muss ich nachweisen, dass ich noch leistungsfähig bin.

Ist auch über eine Weiterbeschäftigung in anderer Form gesprochen worden? Als Co-Trainer konnten Sie ja schon ein bisschen reinschnuppern...

Ja, das habe ich aber schnell abgelehnt, weil ich nach dem Fußball privat andere Pläne habe. Ich will mal aus Dresden wegreisen, so könnte ich das nur für einen begrenzten Zeitraum machen. Das wäre für beide Seiten nicht sinnvoll.

Meisterschaft 2016 und 2021

Haben Sie den Meisterpokal am Sonntag beim Abschiedsbrunch im Trainingszentrum wenigstens mal kurz in die Hand genommen oder reicht Ihnen die Erinnerung an 2016?

Ich hatte rechts und links auf dem Schoß ein Kind sitzen, aber ich habe ihn vor mir stehen gesehen.

Kann man diese beiden Aufstiege und Meisterschaften miteinander vergleichen? Beide Male waren Sie mittendrin...

Ja, sie waren auch unterschiedlich. Ich empfand es 2016 unter Uwe Neuhaus als nicht ganz so emotional, ich empfand den Druck in diesem Jahr von außen als größer, die Erwartungen höher, dass es keine Alternative gab. Das hing auch mit dem zusammengestellten Kader zusammen. Die Ausgangssituation war schon noch anders. Ansonsten gab es in dieser Saison viel mehr Aufs und Abs, Phasen, in denen es auch mal nicht so lief. Das hat es 2016 nicht gegeben, weil wir da immer vorneweg waren, immer mit Abstand. Da wurden aus zehn Punkten Vorsprung höchstens mal fünf, aber es war immer satter Vorsprung da.

Aufs und Abs

Ein Auf und Ab war es auch für Sie ganz persönlich: Verletzung, super Comeback mit Toren, wieder Verletzung. Wie haben Sie das verkraftet?

Ich fand die Vorbereitung eigentlich gut. Ich hatte das Gefühl, ich bin voll dabei. Dann kamen so ein paar kleinere Sachen, eine Krankheit, so dass ich im Pokal nicht gespielt habe. Dann war ich außen vor. Dass ich im Oktober/November zeigen konnte, dass das, was ich mache, die Mannschaft weiterbringen kann, das war für mich persönlich natürlich sehr schön. Das hat meiner Seele richtig gutgetan. Die Tore kamen noch dazu. Dann war ich wieder verletzt, weiß immer noch nicht, wie das zustande kam. Aber es war so, wie es war. Es war anfangs von sechs Wochen Pause die Rede. Dass es sechs Monate wurden, das ist blöd gelaufen. So konnte ich gar nicht die Spiele machen, durch die sich der Vertrag hätte automatisch verlängern können. Das sind Enttäuschungen gewesen, aber die haben mich bis jetzt nie umgehauen.

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Wie geht es Ihnen aktuell?

Aktuell bin ich sehr viel am Laufen, das Tempo steigere ich stetig, aber es geht, ich habe keine Probleme. Ich komme gut zurecht, bin etwas weiter, als es besprochen war, aber auch noch ein Stück weg vom Fußball. Das Entscheidende werden dann die Flugbälle, wo ich mit dem hinteren Oberschenkel gegenhalten muss. Da hatte ich in der ersten Rehaphase oft Probleme. Am Wochenende werde ich mit Intervallläufen starten, dann werde ich was mit Ball machen und am 14. Juni aller Voraussicht nach mit individuellem Training auf den Platz beginnen. Das ist so der grobe Plan, wenn alles glatt läuft.

Hat denn Ralf Minge (Ex-Dynamo-Geschäftsführer und nun Sportdirektor beim Halleschen FC/d. Red.) schon mal angefragt, ob Sie bei Ihrem Ex-Verein in Halle in irgendeiner Form mitanpacken wollen?

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Nein, hat er nicht. Ich glaube auch nicht, dass er das noch macht.

Acht Jahre Dresden

Acht Jahre sind Sie nun schon bei Dynamo. Was waren für Sie die Höhepunkte in dieser Zeit, abgesehen von den beiden Aufstiegen?

Neben den beiden Aufstiegen war das DFB-Pokalspiel gegen RasenBallsport Leipzig etwas ganz Besonderes. Das war Wahnsinn!

DURCHKLICKEN: Marco Hartmann bei der SG Dynamo Dresden

03. Juni 2013: Eines der ersten Bilder von Marco Hartmann im Dress der SGD. Zur Galerie
03. Juni 2013: Eines der ersten Bilder von Marco Hartmann im Dress der SGD. ©

Sie leben nun auch schon acht Jahre in Dresden, Ihre Kinder sind hier geboren. Inwieweit ist die Stadt zu Ihrer zweiten Heimat geworden?

Wir fühlen uns superwohl hier. Meine Frau arbeitet auch an einer Schule in Dresden. Es ist eine schöne Stadt, es gibt viele nette Leute hier, wir haben eine gute Zeit. Mal schauen, was die nächsten Jahre so bringen. Ich hoffe, dass wir auf jeden Fall noch ein Jahr da sind. Dass wir die Stadt dann mal ein Jahr aus der Ferne betrachten und sehen, wie es danach weitergehen soll.

Lehrerausbildung und Reisepläne

Sind Ihre einstigen Pläne noch aktuell, das Referendariat in der Lehrerausbildung noch zu machen?

Die sind noch aktuell, aber erst einmal gibt es einen anderen Plan. Danach steht das noch an.

Sie sind ein großer Freund des Reisens, immer neugierig auf andere Ecken der Welt. In welche Himmelsrichtung geht es nun im Urlaub oder bleiben Sie angesichts der anhaltenden Pandemie lieber auf Balkonien und fahren nur mal ins heimatliche Eichsfeld?

Wir waren jetzt im Eichsfeld, sind ab Freitag mit dem Wohnmobil auf dem Weg nach Bayern. Wir werden uns dieses Jahr mal Deutschland angucken und nicht groß umherfliegen.