19. Oktober 2020 / 06:12 Uhr

"Über weite Strecken ordentlich": Simon Falette gibt 96-Debüt mit Licht und Schatten

"Über weite Strecken ordentlich": Simon Falette gibt 96-Debüt mit Licht und Schatten

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Simon Falette (links, im Duell mit Paderborns Kai Pröger) hat bei seiner Premiere im Trikot von Hannover 96 Stärken, aber auch Schwächen gezeigt.
Simon Falette (links, im Duell mit Paderborns Kai Pröger) hat bei seiner Premiere im Trikot von Hannover 96 Stärken, aber auch Schwächen gezeigt. © Friso Gentsch/dpa
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Schneller hätte es kaum gehen können: Kurz nach dem ersten Kennenlernen seiner neuen Kollegen im Training hat Simon Falette schon sein Debüt im Trikot von Hannover 96 gegeben. Beim 0:1 in Paderborn war der Innenverteidiger stark in der Luft, aber auch nicht unbeteiligt am Gegentor. Coach Kenan Kocak war zufrieden.

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Es war seine Premiere - und mit einer Niederlage zu beginnen, war sicher nicht der Wunsch von Simon Falette. Der Trainer von Hannover 96 hatte den neuen Innenverteidiger nach nur drei Trainingseinheiten in die Startelf gestellt. Kenan Kocak vertraut dem 28-Jährigen und sagte hinterher: „Ich bin sehr zufrieden. Er hat das über weite Strecken ganz ordentlich gemacht.“

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Marcel Franke flog für Falette aus der Derbysiegerelf. „Das war eine harte Entscheidung“ für den 39-Jährigen. „Aber wir sind froh, dass wir Simon bei uns haben. Er ist ein Qualitätsspieler. Wir brauchten noch einen Linksfuß, um uns schneller von den Pressingsituationen zu lösen und auch im Spiel fortzusetzen. Das war der ausschlaggebende Punkt“, führte der Coach aus. „Wir wollten auch mit ihm noch mal Geschwindigkeit haben gegen die schnelle Paderborner Mannschaft.“

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Das hat dann in der ersten Hälfte überhaupt nicht geklappt, was allerdings nicht nur an Falette lag, wie Kapitän Dominik Kaiser zugab. „Die Abstände waren zu groß, da ist es schwierig, in die Zweikämpfe zu kommen. Gegen den Ball waren wir einfach zu passiv.“ Das gilt für die komplette Mannschaft. Falette kommt in der Fehlerkette vor dem 0:1 aber auch ins Spiel. Bei dem Schuss von Johannes Dörfler steht er in der Tiefe des Raumes, wie auch Genki Haraguchi hätte er zupacken und Niklas Hult helfen können. 

Falette in der Luft sehr präsent

Auf der Negativseite steht auch die Szene aus der 51. Minute. Da verlor Falette das direkte Duell mit Dennis Srbeny. Obwohl der 96-Verteidiger auf der Innenseite besser zum Tor stand, lief ihm der Paderborner Stürmer außen davon - und kam aus wenigen Metern zum Schuss. Torwart Michael Esser konnte den Ball gerade noch abwehren. 

Positiv: Falette verhinderte das 0:2, holte den Kopfball von Dennis Jastrzembski noch von der Torlinie (87.). Auch zuvor hatte er mehrere Kopfballduelle gewonnen. In der Luft hat er eine Präsenz, wirkt dabei auch körperlich stabiler. Sein Aufbauspiel war ordentlich, aber das kann noch besser werden, nicht jeder Ball kam an.

Viererkette ohne oder Dreierkette mit Franke

Dass die Abstimmung mit Timo Hübers nicht optimal war, musste Kocak hinnehmen. Dazu braucht es mehr Trainingseinheiten und auch Einsätze, um die Partner in der Abwehrzentrale aufeinander einzuspielen. Es deutet sich aber an, dass Hannover 96 künftig defensiv stabiler stehen kann.

Klar geworden ist jedenfalls: Kocak plant mit Hübers und Falette in der Innenverteidigung. Der herausgedrängte Franke kam nur noch zu einem Kurzeinsatz. Er wird jetzt in der Hierarchie zu Innenverteidiger Nummer drei herabgestuft. Sollte Kocak aber wieder mal mit einer Dreierkette spielen, ist Franke wieder dabei.