18. Oktober 2019 / 19:16 Uhr

Profiboss Kind will Sohn Alexander und Raoul Roßmann bei Hannover 96 etablieren

Profiboss Kind will Sohn Alexander und Raoul Roßmann bei Hannover 96 etablieren

Carsten Bergmann und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Raoul Roßmann und Alexander Kind.
Raoul Roßmann und Alexander Kind. © HAZ/Archiv/Petrow/SPORTBUZZER
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Martin Kind bastelt an der 96-Zukunft. Der Profigeschäftsführer will seinen Sohn Alexander sowie Raoul Roßmann, Sohn von Mit-Investor und Drogeriekönig Dirk, bei Hannover 96 etablieren. Bleibt die Frage, ob dieser Generationenwechsel auch wie geplant durchgehen wird. 

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Die Nachricht kam durchaus überraschend in den Aufsichtsrat der Profigesellschaft. Martin Kind kündigte an, die beiden Unternehmer-Söhne Alexander Kind und Raoul Roßmann für die Geschäftsführung der Management GmbH vorzuschlagen. „Das sind zwei Namen, die ich mit großer Wahrscheinlichkeit für dieses Amt vorschlagen werden“, bestätigte Kind. Beide Söhne hätten ihre Bereitschaft bereits signalisiert. Wenn man diese Personalien ablehnen würde, so sagt es Kind Senior, „muss man schon gute Argumente liefern, die gegen sie sprechen.“

96-Profichef Martin Kind: "Diese beiden stehen für Kontinuität"

Der 96-Geschäftsführer sehe es in seiner Verantwortung, Personalentscheidungen für die Zukunft zu treffen. „Wir setzen auf das Hannover Modell. Diese beiden stehen für Kontinuität, und die Stadt muss froh sein, wenn diese beiden auch die Verantwortung für den Verein übernehmen.“ Raoul Roßmann und Alexander Kind sollen im ersten Schritt die Geschäftsführung der Management GmbH, die zu 100 Prozent dem Verein gehört, übernehmen.

Bremer weiter Geschäftsführer der Profigesellschaft

Die Verantwortung als Geschäftsführer über den kaufmännischen Bereich der Profigesellschaft (Hannover 96 GmbH & Co. KGaA) bleibt weiterhin bei Björn Bremer (47). Im April 2016 übernahm der vorherige Leiter der Verwaltung den Posten neben Martin Bader, den damaligen Geschäftsführer Sport. Die sportliche Leitung ist seit Baders Beurlaubung vakant. Nachfolger Horst Heldt wurde nicht zum Geschäftsführer berufen. Die sportliche Leitung hat zurzeit Jan Schlaudraff inne – ohne den Titel des Geschäftsführers.

In Bremers Fall gab es Gerüchte über einen Wechsel des Arbeitgebers. Auf SPORTBUZZER-Nachfrage dementierte Bremer ein weiteres Gerücht, er habe 96 bereits gekündigt. Martin Kind bestätigte, dass 96 weiterhin mit ihm plane. „Björn Bremer ist ein wichtiger Baustein – heute und in der Zukunft. Er bleibt in der operativen Arbeit und auch der Funktion als Geschäftsführer“, sagte Kind.

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Die Konstruktion der Geschäftsführung sollte ursprünglich aus einem Chef-Dreieck bestehen – wie in der Bader-Zeit: mit einem Chef für den Sport, einem für den kaufmännischen Bereich und einem übergeordneten Boss aus der Spitze. Der übergeordnete Boss ist aktuell Martin Kind, der aber in den Aufsichtsrat wechseln möchte. Ein Nachfolger hier ist noch nicht absehbar.

Zustimmung des neuen Vorstands nötig

Fakt ist in diesem komplizierten Konstrukt: Kind will sich im operativen Geschäft ein Stück weit zurücknehmen. Er kündigte eine „zeitnahe Lösung“ an, ohne konkreter zu werden. Ob seine Pläne allerdings schnell umgesetzt werden, hängt unmittelbar von der Entscheidung des Vereins ab. Denn ohne Zustimmung des neuen Vorstands um e.V.-Präsident Sebastian Kramer kann Kind den Generationenwechsel nicht umsetzen.

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Es rumort im Umfeld des Vereins

Von Aufsichtsrat Ralf Nestler gab es auf Nachfrage zu den beiden Kandidaten Roßmann und Kind keinen Kommentar. Im Umfeld des Vereins rumort es aber. Kinds Pläne seien ohne jede Absprache mit den Verantwortlichen entschieden worden, heißt es. Dabei, so schreibt es der neue Hannover-Vertrag unter Beibehaltung der 50+1-Investorenregel vor, ist eine Konsenslösung zwischen Geldgeber und Verein Voraussetzung. Scheinbar aber gibt es Bedenken daran, ob die beiden Unternehmersöhne losgelöst von ihren wirtschaftlichen Erfolgen auf dem Hörgeräte- und Drogeriesektor auch für das Bundesliga-Business geeignet seien.

„Über Verantwortung muss mir niemand etwas erzählen“, sagt Kind Senior deutlich. „Das habe ich in meinem Leben stets professionell gelöst. Es geht um vernünftige Personalentscheidungen.“

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