21. Januar 2020 / 08:56 Uhr

"Noch nicht die physischen Komponenten": Darum ist Edgar Prib bei Hannover 96 außen vor

"Noch nicht die physischen Komponenten": Darum ist Edgar Prib bei Hannover 96 außen vor

Dirk Tietenberg und Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Unzufrieden:
 Edgar Prib spielt bei Hannover 96 zurzeit hinten links.
Unzufrieden: Edgar Prib spielt bei Hannover 96 zurzeit hinten links. © Florian Petrow
Anzeige

Edgar Prib hat seinen Stammplatz bei Hannover 96 verloren. Trainer Kenan Kocak setzt auf ein laufintensives Umschaltspiel und Gegenpressing. "Eddy hat noch nicht die physischen Komponenten, um im Mittelfeldbereich Akzente setzen zu können", so Kocak. Dafür kommt der 30-Jährige möglicherweise als linker Verteidiger in Frage.

Anzeige
Anzeige

Edgar Prib hat lange gewartet bis zu seinem ersten Saisontor. Dann rettete er den Punkt gegen den VfB Stuttgart mit seinem 2:2, einer Einzelleistung, einem Schuss mit seinem starken linken Fuß. Keinen Monat später lässt 96 den Co-Kapitän links liegen. Trainer Ke­nan Kocak testete ihn in der Vorbereitung als linken Verteidiger, wo 96 eigentlich genügend Kandidaten im Kader hat. Nach dem 3:3 gegen Viktoria 89 Berlin – mit einer Prib-Torvorlage – erklärte Kocak, warum er seinen Platz im Mittelfeld wirklich verloren hat.

Bakalorz, Stendera, Haraguchi und Kaiser haben die Nase vorn

„Wir müssen schauen, wo Eddy am besten passt“, sagte Kocak, „eins ist klar: Eddy hatte eine lange Verletzungspause und hat noch nicht die physischen Komponenten, um im Mittelfeldbereich Akzente setzen zu können.“ Was der Trainer meint: Der 30-Jährige passt in seinem körperlichen Zustand nicht zu Kocaks Attacke-Fußball, wie ihn früher schon Daniel Stendel mit 96 praktizierte: früh angreifen, Ball erobern – und ab geht die Post.

„Da brauchen wir schon eine sehr hohe Frequenz an Sprints und Umschaltspiel und Ge­gen­pres­sing, und dann braucht man diese physische Belastbarkeit“, erklärte Kocak. Hier sieht der Coach Marvin Bakalorz, Marc Stendera, Genki Haraguchi und den Neuen Dominik Kaiser vorne. Im Testspiel gegen Wolfsburg ermahnte Ko­cak allerdings auch Stendera einige Male, seine Halbposition im Mittelfeld zu halten.

Edgar Prib: Bilder seiner Karriere

Edgar Prib im Jahr 2009: Portrait im Dress der SpVgg Greuther Fürth, bei der er seit der Jugend spielte. Zur Galerie
Edgar Prib im Jahr 2009: Portrait im Dress der SpVgg Greuther Fürth, bei der er seit der Jugend spielte. ©
Anzeige

Unter Slomka spielte Prib immer

Ist Prib nicht belastbar genug für Mittelfeld-Aufgaben? „Was ganz normal ist“, findet Kocak, „Eddy war lange verletzt, der Junge braucht Zeit, die nötige Frische, und dann wird er auch wieder auf sein altes explosives Level kommen – hoffe ich zumindest.“

Beim Vorgänger Mirko Slomka spielte Prib im­mer – das zentrale Mittelfeld war sein Spezialgebiet. Kocak stellte ihn einmal von Anfang an auf, beim 1:2 gegen Darmstadt. Danach verlor er seinen Platz in der Startelf, und Kapitän Marvin Bakalorz spielte sich fest. Dennoch will Kocak nicht ganz auf die Schussstärke und das Spielverständnis des Linksfußes verzichten.

Mehr zu Hannover 96

Prib als linkder Verteidiger?

„Wir haben getestet, wie es links hinten läuft“ erklärt der Trainer, „weil wir nominell einige ha­ben, aber wir müssen schauen, was passt.“ Jannes Horn wird inzwischen zum dritten Innenverteidiger umfunktioniert, Matthias Ostrzolek ist nur noch Backup für andere Positionen – und plötzlich wird Prib zum Rivalen für den linken Verteidiger Miiko Albornoz.

Der Chilene zeigt wesentlich mehr Schwankungen in der Defensive als Prib. Der muss sich wohl mit seiner Position zufriedengeben, bis er wieder explodiert, wie bei seinem 2:2 gegen Stuttgart.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Hannover
Sport aus aller Welt