02. Juni 2020 / 17:48 Uhr

Gute Vorzeichen für Turbine Potsdam vor dem Pokal-Viertelfinale gegen die SGS Essen

Gute Vorzeichen für Turbine Potsdam vor dem Pokal-Viertelfinale gegen die SGS Essen

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Fußball: Bundesliga, Frauen, SC Freiburg - Turbine Potsdam, 17. Spieltag am 30.05.2020 im Mösleststadion. Viktoria Schwalm (M) von Potsdam beim Aufwärmen
Gegen den SC Freiburg wurde Viktoria Schwalm (2.v.r.) bei Turbine Potsdam eingewechselt. © Achim Keller/SCFreiburg
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DFB-Pokal Frauen: Während die Gäste aus Essen noch kein Spiel nach der Corona-Pause bestritten haben, ist Turbine schon im Rhythmus, auch wenn die Partie in Freiburg mit 2:3 verloren ging. Und im möglichen Halbfinale würde ein machbarer Gegner warten.

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Es hätte alles so schön sein können. Als Anfang Februar das Viertelfinale des DFB-Pokals ausgelost wurde, zog der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau die Kugel mit Turbine Potsdam vor der mit der SGS Essen als erstes aus der Trommel – und bescherte den Potsdamerinnen damit ein Heimspiel. Es ist das erste seit Ende 2015 im DFB-Pokal, doch durch die Corona-Pandemie wird es morgen (13.15 Uhr/RBB) eines ohne Zuschauer sein. „Wir haben immer gehofft, mal ein Heimspiel zu bekommen und dann spielen wir durch die Corona-Krise zu Hause ohne Fans. Im ,Karli’ ist ja immer eine gewisse Stimmung, gerade im Pokal, wo sie uns in einem K.o.-Spiel noch mehr nach vorne pushen können“, sagt Viktoria Schwalm.

Letztes DFB-Pokal-Heimspiel am Geburtstag

Die Offensivspielerin war beim letzten DFB-Pokal-Heimspiel, dem Viertelfinale am 9. Dezember 2015 gegen den VfL Wolfsburg (0:3), schon dabei, feierte damals am Spieltag ihren 18. Geburtstag. Ein halbes Jahr zuvor war sie beim DFB-Pokalfinale – ebenfalls gegen Wolfsburg, ebenfalls ein 0:3 – vor knapp 20 000 Zuschauern beim Stand von 0:2 im Kölner RheinEnergie-Stadion eingewechselt worden. Aus dem damaligen Kader sind nur noch Johanna Elsig und Torhüterin Vanessa Fischer dabei. „Ich habe das erst im Nachhinein realisiert, damals war ich auch noch nicht so aufgeregt wie jetzt vor den Spielen“, erzählt die Offensivspielerin.

In Bildern: Der 1. FFC Turbine Potsdam unterliegt mit 2:3 beim SC Freiburg.

Der 1. FFC Turbine Potsdam (weiße Trikots) verspielt eine 2:0-Halbzeitführung und unterliegt dem Sportclub aus Freiburg. Für Turbine trafen erst Małgorzata Mesjasz (21.) und Caroline Siems (23.), bevor Lisa Karl kurz nach der Pause den Freiburger Anschlusstreffer erzielte (55.). In der Schlussphase trafen Klara Bühl (87.) und Naomi Megroz (90.) zum 3:2-Sieg für den SC. Zur Galerie
Der 1. FFC Turbine Potsdam (weiße Trikots) verspielt eine 2:0-Halbzeitführung und unterliegt dem Sportclub aus Freiburg. Für Turbine trafen erst Małgorzata Mesjasz (21.) und Caroline Siems (23.), bevor Lisa Karl kurz nach der Pause den Freiburger Anschlusstreffer erzielte (55.). In der Schlussphase trafen Klara Bühl (87.) und Naomi Megroz (90.) zum 3:2-Sieg für den SC. © Achim Keller

Denn die 22-Jährige gehört inzwischen zu den Stammspielerinnen der Mannschaft von Trainer Matthias Rudolph. „Damals hat keiner große Wunder erwartet. Ich hatte damals nichts zu verlieren. Inzwischen habe ich viel mehr Verantwortung, man hat eine andere Rolle und muss auch Vorangehen. Das sehe ich als positiven Druck“, erzählt Viktoria Schwalm, die vor acht Jahren aus Hessen an die Sportschule in Potsdam gewechselt war.

DFB-Pokal hat Priorität

Nachdem sie sich in der Anfangsphase der Saison am Schlüsselbein verletzt hatte, kämpfte sie sich zurück ins Team und steht aktuell bei sieben Bundesligaeinsätzen (zwei Tore). Beim Re-Start am Sonnabend beim SC Freiburg (2:3) wurde sie eingewechselt, hatte zuvor leichte muskuläre Probleme. Die unglückliche Niederlage analysierte die Mannschaft gestern noch einmal, doch „unser Fokus liegt auf dem Spiel gegen Essen“, sagt Schwalm. Ihr Trainer sagte im RBB: „Es ist das wichtigste Spiel in unserer Saison."

Denn während es in der Liga um nicht mehr viel für die Potsdamerinnen geht, gibt es im Pokal die Chance auf den ersten Triumph seit 2006. „Im möglichen Halbfinale kämen wir gegen Leverkusen (gewann gestern 3:2 n.V. gegen Hoffenheim, d.Red.), das ist ein Gegner, den man schlagen kann, das ist uns allen bewusst“, sagt Viktoria Schwalm, die Soziale Arbeit studiert.

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Doch dafür müssen die Turbinen erst einmal ihr Viertelfinale gegen Essen gewinnen. Im letzten Spiel vor der Corona-Pause bezwangen die Potsdamerinnen die SGS mit 1:0. „Unser Trainer hat uns gesagt, dass sie so ähnlich spielen wie Freiburg, von daher ist es natürlich gut, dass wir schon einmal gespielt haben“, sagt Viktoria Schwalm. Denn Essen hatte am vergangenen Spieltag spielfrei. „Ich sehe es auch eher als Vorteil für uns, dass wir schon ein Spiel bestritten haben, um besser reinzukommen“, sagt Schwalm. Die Chancen, dass sie womöglich bald wieder in einem DFB-Pokalfinale auflaufen kann, stehen somit gar nicht so schlecht.