15. Juli 2021 / 10:04 Uhr

Gute Atmosphäre und Lockerheit: Bei Dynamo Dresden stimmt die Chemie

Gute Atmosphäre und Lockerheit: Bei Dynamo Dresden stimmt die Chemie

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
SG Dynamo Dresden - Pogon Szczecin,Testspiel in der Walter Fritsch Akademie Dresden     Trinkpause, Cheftrainer Alexander Schmidt mit Instruktionen.
Cheftrainer Alexander Schmidt (Mitte) gibt seiner Mannschaft die Marschrichtung für die neue Saison vor. © Steffen Manig
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Dynamo Dresdens Cheftrainer Alexander Schmidt hat einen positiven Eindruck von seiner Mannschaft und sieht sie auf einem guten Weg. Doch er warnt auch.

Dresden. Ein Großteil der Vorbereitung auf die neue Saison ist absolviert. Jetzt steht für Dynamo Dresdens Cheftrainer Alexander Schmidt der Feinschliff für das Abenteuer 2. Bundesliga an, in das er mit seinen Schützlingen am 24. Juli gegen den FC Ingolstadt vor wohl rund 16.000 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion startet. Drei der vier bisherigen Testspiele haben die Schwarz-Gelben bereits gewonnen, am Sonnabend steht im Stadion an der Alten Försterei die Generalprobe gegen Bundesligist Union Berlin an.

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Klar ist schon jetzt: Die Chemie innerhalb des Teams stimmt, auch die acht Neuzugänge fügen sich gut ein. „Die Mannschaft wächst immer besser zusammen. Sie war ja eh schon eine gute Gemeinschaft und ich habe ein gutes Gefühl, das Klima ist gut. Es ist harmonisch, ohne dass wir uns nur in den Armen liegen und alles Friede, Freude, Eierkuchen ist – es geht schon auch zur Sache auf dem Platz. So soll es sein“, lobt Alexander Schmidt die gute Atmosphäre und die vorherrschende Lockerheit beim Zweitliga-Aufsteiger. Auch die Profis selbst bestätigen das.

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Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2021/22 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2021/22 stehen bereits fest. ©

Insgesamt 31 Spieler umfasst sein Kader, mit dessen Größe der Trainer kein Problem hat. „Eine gewisse Breite ist wichtig, denn da ist immer Bewegung drin. Mal fällt einer angeschlagen aus, dann kommt wieder einer dazu“, so Schmidt. Hinzu kommt noch Marco Hartmann, der sich gerade in der Reha befindet und sich nach Auslaufen seines Vertrags am 30. Juni in den nächsten Wochen für einen neuen Kontrakt empfehlen soll. Mit Patrick Wiegers fällt ein Spieler aufgrund eines Kreuzbandrisses noch längerfristig aus. Insgesamt aber sollten sich in den nächsten Tagen und Wochen die Reihen im Lazarett, die aktuell unter anderen noch Robin Becker und „Leo“ Löwe umfassen, wieder lichten.

Gute Mischung im Kader

Nicht unwahrscheinlich ist, dass es noch den einen oder anderen Abgang geben wird. Allein sechs etatmäßige Mittelstürmer hat Dynamo in seinen Reihen: Daferner, Hosiner, Sohm, Stor, Harres und Gollnack. Die beiden letztgenannten 19-Jährigen, beide aus der eigenen Jugend aufgerückt, sind Kandidaten für eine Ausleihe. „Wenn wir das Gefühl haben, dass es noch ein bisschen zu früh ist, muss man reagieren. Ich will nicht, dass ein Junge das ganze Jahr auf der Bank versauert“, erklärt Schmidt. Auf einer anderen Position gibt es dagegen Nachholbedarf: Nach den Abgängen von Jonathan Meier, Leroy Kwadwo und Niklas Kreuzer, die allesamt auch als Linksverteidiger einsetzbar waren, soll dort noch ein Neuzugang her.

Im Team gibt es eine gute Mischung aus Jung und Alt, auch wenn die Neuzugänge größtenteils noch recht unerfahren sind. Auf die größte Erfahrung unter den Neulingen kann der 31-jährige österreichische Abwehrmann Michael Sollbauer verweisen – einer von 15 SGD-Profis, die mindestens 25 Jahre alt sind. Doch für Alexander Schmidt ist das Alter gar nicht ausschlaggebend: „Zum Beispiel Tim Knipping oder Chris Löwe sind schon ein bisschen älter, aber auch hungrig und setzen alles um. Ich glaube, es geht um Ehrgeiz und den Willen, mit Dynamo noch etwas zu erreichen. Die richtigen Charaktere müssen aufeinandertreffen, das muss ein gutes Team sein. Dann kann man auch etwas bewegen“, erläutert der gebürtige Augsburger die für ihn wirklich wichtigen Faktoren.

Stimmiges Trainerteam

Positiv auch, dass es im Trainerteam zu passen scheint. Ende April wurde Schmidt als Nachfolger von Markus Kauczinski der neue Chefcoach und arbeitet seither mit Assistenten zusammen, die allesamt länger im Verein sind als er selbst. Man verstehe sich, sei gut eingespielt, doch Alexander Schmidt gibt auch zu: „Wir haben ein bisschen gebraucht, bis wir uns zurechtfinden, bis sie verstehen, was ich von der Auswertung her haben will. Aber das wird jetzt auch jeden Tag besser. Insgesamt bin ich schon sehr zufrieden.“ Auch die Arbeitsteilung passe, jeder Assistent habe sein Fachgebiet.


„,Scholle‘ ist einfach ein cooler Typ und es macht Spaß mit ihm. Er geht Richtung Praktiker, Technik, seine eigene Erfahrung einbringen. ,Scholle‘ ist feinfühlig und weiß, wie es hier funktioniert mit den Fans und worauf man achten muss‘, sagt Alexander Schmidt über Heiko Scholz. Und über seinen anderen Co-Trainer Ferydoon Zandi meint er: „,Fery‘ ist natürlich ein Fachmann, ein moderner Trainer, der mir sehr viel zuarbeitet. Vom Fachlichen her tickt er so wie ich.“ Auch von David Yelldell sei Schmidt absolut überzeugt: „Der Torwarttrainer ist für mich eine Sensation, wie er mit den Jungs arbeitet – topfit im athletischen Bereich.“

Der Cheftrainer sieht für die anstehende Saison gute Chancen auf den Klassenerhalt, warnt aber: „Wir dürfen uns bloß nicht einfach auseinanderdividieren lassen und alles umschmeißen, wenn mal eine kritischere Phase ist.“ Seine Mannschaft wolle attackieren und sich nicht verstecken. „Aber in Phasen, wo es kritischer wird, müssen wir geschickt hinbekommen, dass wir nicht geschlossen ins Verderben rennen“, fordert Alexander Schmidt. Dafür brauche es einen Plan B: „Nicht weiter hurra, hurra, hurra, sondern auch mal schließen.“ Italien habe das bei der EM gegen Spanien vorgemacht. Nun sind Schmidts Schwarz-Gelbe nicht Europa-, sondern Drittliga-Meister. Aber ein stimmiges Team ist unabhängig von der Klasse eine gute Voraussetzung, um gesteckte Ziele auch zu erreichen.