14. Februar 2021 / 18:56 Uhr

Grüneberger schrubben Kilometer für die Lauf-Challenge - Trainer Kraack hadert mit Trainingsverbot

Grüneberger schrubben Kilometer für die Lauf-Challenge - Trainer Kraack hadert mit Trainingsverbot

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
<b>TSG Fortuna 21 Grüneberg:</b> Kreisliga West, Kreis Oberhavel/Barnim
Das Team der TSG Fortuna Grüneberg aus der Kreisliga West. © Verein
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Kreisliga West Oberhavel/Barnim: Um den internen Ehrgeiz anzustacheln, haben die Kicker der TSG Fortuna Grüneberg insgesamt mehr als 800 Kilometer zurückgelegt. Trainer Michael Kraack hofft, dass die Saison im 100. Jahr des Vereinsbestehens zu einem sportlichen Abschluss kommt.

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Einhundert Jahre alt ist die TSG Fortuna Grüneberg in diesem Jahr geworden. Corona bremst die Geburtstagsfreude, ganz tatenlos ist man im Verein aus dem Löwenberger Land aber nicht. Die ersten Wochen des neuerlichen Lockdowns hätten Spieler und Trainer genutzt, um etwas runterzukommen, berichtet TSG-Coach Michael Kraack. „Seit Januar ist wieder mehr los“, sagt der Berliner, der sich zwar wöchentlich fast 400 Fahr-Kilometer zu den Trainingseinheiten und Spielen spart, aber trotzdem sagt: „Grüneberg ist wie eine Familie, diese Gemeinschaft fehlt.“ Mit Vereinschef Andy Schmidt habe er sonst immer donnerstags eine Fahrradrunde gedreht, um sich auszutauschen. „Das findet jetzt fast nur per Telefon oder Videochat statt“, sagt Kraack.

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Ende Januar hat er das Programm für seine Jungs, die in der Fußball-Kreisliga West derzeit auf dem 8. Rang liegen, wieder hochgefahren. „Wir haben eine Laufchallenge veranstaltet. Eine Woche lang, in zwei Gruppen“, erläutert er. Die Resonanz sei hervorragend gewesen. Fast 830 Kilometer wurden insgesamt abgespult. Kraack verbildlicht: „Das ist einmal von Grüneberg nach Prag und zurück, oder einmal bis zur Münchener Allianz Arena.“ Der Ehrgeiz sei geweckt gewesen. Als am letzten Tag die eine Gruppe hinter der anderen lag, wurden noch einmal rund 160 Kilometer absolviert.

Solche Aktionen seien es, „die jetzt wichtig für das Wir-Gefühl sind“, findet Kraack. Nicht nur wegen des 100-jährigen Vereinsbestehens. „Wir haben im Sommer acht Jugendspieler integriert. Denen fehlen jetzt natürlich eine Perspektive und eine kontinuierliche Entwicklung.“ Weitere Aktionen solcher Art sind bei den Grünebergern deshalb schon in Planung.

Viel lieber aber wünscht sich auch Michael Kraack eine Rückkehr auf den Rasen. „Wir haben einen Platz von 50 mal 100 Metern, sind an der frischen Luft – warum kann man da nicht mit zwei Leuten trainieren?“, fragt er. Schwer nachvollziehen kann er daher, dass etwa in Premnitz bereits wieder in Kleingruppen trainiert werden darf.

Was eine Saisonfortsetzung anbelangt, weiß auch Kraack, dass es kein Szenario geben dürfte, das alle zufriedenstellen kann. „Wenn man aber die Hinrunde beendet und jeder einmal gegen jeden gespielt hat, dann ist das aus meiner Sicht die sportlichste Lösung“, sagt der Grüneberger Trainer, der dafür auch eine Verlängerung der Saison in Kauf nehmen würde. „Man müsste auch nicht so früh mit der neuen Saison beginnen“, sagt er. Die frühe Veröffentlichung eines Rahmenterminplans kann er deshalb nicht ganz nachvollziehen. „Was bringt es mir in der aktuellen Situation, zu planen.“ Er ärgert sich, dass die kleineren Vereine auf Kreisebene bislang noch nicht wie die auf Landesebene aktiven Clubs in einen Entscheidungsfindungsprozess einbezogen wurden. Wichtig bei einer Rückkehr sei eine richtige Vorbereitung. Denn Kraack weiß: „So eine lange Pause hatten wir noch nie.“