18. Oktober 2021 / 17:00 Uhr

Grimmas Volleyballerinnen schlagen nervenstark zurück

Grimmas Volleyballerinnen schlagen nervenstark zurück

Roger Dietze
Leipziger Volkszeitung
2. Volleyball-Bundesliga: Vorwärts Sachsen Volleys - Bad Soden 3:1
Die Grimmaerinnen konnten sich erfolgreich gegen Bad Soden durchsetzen. © Memofotografie
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Die Vorwärts Sachsen Volleys Grimma haben am Samstagabend die 0:3-Niederlage in der letzten Meisterschaftspartie in Vilsbiburg abgehakt und die TG 1875 Bad Soden in der eigenen Muldentalhalle mit 3:1 bezwungen.

Grimma. Nach einem umkämpften ersten Satz, den die Hausherrinnen nach einer reichlichen halben Stunde mit 28:26 für sich entschieden, machten die Hessinnen im zweiten kurzen Prozess und schickten die Eckelmanns & Co mit 25:14 vom Parkett. Diese drehten jedoch in den Sätzen drei und vier den Spieß um und behielten zweimal mit 25:16 die Oberhand.

Entsprechend gelöst wirkte Vorwärts Sachsen Volleys-Coach Nikola Poluga nach der Partie. „Sie treffen einen sehr zufriedenen Trainer an“, so der gebürtige Serbe, der im ersten Satz allerdings nur bedingt Grund zur Zufriedenheit hatte. „Wir haben ausgesprochen nervös begonnen, was auch der Grund dafür war, dass wir es so spannend gemacht und den Satz nicht schon eher entschieden haben.“ Vor dem Hintergrund jedoch, dass sich Bad Soden im bisherigen Saisonverlauf bereits mehrfach nervenstark gezeigt habe, sein Team demgegenüber in Vilsbiburg den ersten Satz mit 31:33 hatte abgeben müssen, zolle er seiner Mannschaft Anerkennung.

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Weil diese trotz dessen ihre Nervosität auch im zweiten Satz nicht ablegen konnte, gelang den Gästen vom Rand des Taunusgebirges der Satzausgleich. „Ich musste einige Spielerinnen des ersten Sechsers auf die Bank schicken, denn erfahrungsgemäß hilft es, von dort aus sein Spiel zu reflektieren“, berichtet Poluga, dessen Rotationsmaßnahme in den abschließenden beiden Sätzen von Erfolg gekrönt sein sollte. „Der Block hat mit zunehmender Spieldauer immer besser funktioniert, die Zuspiele kamen gut und auch unser Aufschlagspiel ist zunehmend konstanter geworden“, so der Vorwärts Sachsen Volleys-Coach, der auch in dieser Partie seine bisweilen unkonventionelle Herangehensweise bestätigte.

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2. Volleyball-Bundesliga: Vorwärts Sachsen Volleys - Bad Soden 3:1
Der Block hat von Spielminute zu Spielminute immer besser funktioniert. © Memofotografie

Mit Hannah Polzin setzte er eine Spielerin der dritten Mannschaft ein, die in einigen Wochen ihren 13. Geburtstag begehen wird. „Sie hat unbeschwert aufgespielt, kaum Fehler gemacht und gut serviert“, lobt der Vorwärts Sachsen Volleys-Coach, dessen Antwort auf die Frage nach den Hintergründen des Einsatz einer solch jungen Spielerin kurz und knapp mit „Weil ich es wollte“ ausfällt. Die Muldestädterinnen sind nach diesem Sieg auf den fünften Tabellenplatz vorgerückt und haben bislang einen Sieg weniger als die vier vor ihnen rangierenden Teams eingespielt.

Nächste Runde im DVV-Pokal

Überraschend grüßt trotz der jüngsten 1:3-Heimniederlage gegen Wiesbaden II mit Altdorf der Neuling der vergangenen Spielzeit von der Spitze der Südstaffel-Tabelle vor den Frauen aus der hessischen Landeshauptstadt, hinter denen sich der TV Dingolfing und – fast noch überraschender – Aufsteiger Freisen eingereiht hat. Mit dem 3:1 gegen Bad Soden haben sich die Muldestädterinnen zudem das nötige Selbstvertrauen für die nächste Runde am kommenden Sonntag im DVV-Pokal geholt.

Diese dürfte kein Selbstläufer werden, hat doch der drittklassige Gegner TSV Unterhaching in den diversen internen innerbayerischen Qualifikationsrunden bereits einige Südstaffel-Vertreter aus dem Weg geräumt. Sollte indes diese Hürde sportlich übersprungen werden, darf sich die Grimmaer Volleyball-Gemeinde Anfang November auf Erstligist USC Münster und damit auf ein Wiedersehen mit Ex-Angreiferin Elena Kömmling freuen.


Man kann davon ausgehen, dass dann die Muldentalhalle deutlich voller sein wird als in der Meisterschaftspartie gegen Bad Soden, für die 133 Anhänger des Zweitligisten den Weg nach Grimma Süd gefunden hatten. Diese immerhin machten gehörig Stimmung. „Gefühlt war die Halle mit 200 Zuschauern besetzt“, ist Vorwärts Sachsen Volleys-Coach Polga beeindruckt von der Atmosphäre der Anhängerschaft seines Teams.

Grimma: Emich, Baumgart, Fleischer, Langguth, Hofmann, Schemel, Freitag, Schröder, Polzin, Eckelmann, J. & M.