28. März 2020 / 13:00 Uhr

Mit Geld, Einkaufshilfen und Platz: Wie die Sportwelt in der Corona-Krise hilft und zusammensteht

Mit Geld, Einkaufshilfen und Platz: Wie die Sportwelt in der Corona-Krise hilft und zusammensteht

Eric Zimmer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Sportwelt tut sich angesichts der Corona-Krise zusammen.
Die Sportwelt tut sich angesichts der Corona-Krise zusammen. © imago images/Uwe Kraft/ZumaWire/Screenshot Twitter
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Spendensammler, Einkäufer, Platznothelfer, Gastrohelfer - der Sport unterstützt in diesen Tagen an allen Ecken und Kanten, um die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

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In der Corona-Krise ergreifen auch Sportstars und Vereine die Initiative, um etwas zum Wohl der Gemeinschaft beizutragen. Kleine Dienste, große Dienste, Gesten der Aufmerksamkeit – fünf Beispiele, die zeigen, wie es geht.

Die Spendensammler: „Vielen Menschen in unterschiedlichen Bereichen auch konkret zu helfen, das war unser Antrieb“, sagt Fußballnationalspieler Joshua Kimmich vom FC Bayern München. Mit seinem Teamkollegen Leon Goretzka hat er die Spendenaktion #WeKickCorona ins Leben gerufen. Am Freitag waren es bereits mehr als 3,3 Millionen Euro, die zusammenkamen. Goretzka zeigte sich zufrieden mit seinem neuen „Job“, dem Sortieren der Spendenanfragen. Und wem soll mit dem Geld geholfen werden? Denjenigen, „die selbst zu den Helfern zählen, aber derzeit in ihren Möglichkeiten eingeschränkt sind. Dies betrifft karitative Einrichtungen, Fördervereine, aber auch viele soziale Projekte“, sagt Goretzka.

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Die Einkäufer: Weil der gesamte Sport stillsteht, bieten auch Klubs neben dem Fußball ihre Hilfe an. So haben beispielsweise der TV Hüttenberg (2. Handball-Bundesliga) und die Gießen 46ers (Basketball-Bundesliga) ein offenes Ohr für Menschen, die nun Unterstützung brauchen. Hüttenbergs Trainer Frederick Griesbach: „Vielleicht sind es nur kleine Taten, doch wir sind uns sicher, dass die Hilfebedürftigen hiermit unterstützt werden.“ Dabei geht es vor allem um das Einkaufen für Risikogruppen und Menschen in Quarantäne in der Nachbarschaft der Teams aus Hessen. Unzählige weitere Klubs bieten bundesweit ebenfalls Alltagshilfen an – unter dem Hashtag #amateurehelfen kann man mitmachen.

Die Platznothelfer: Der englische Premier-League-Klub FC Chelsea hat ein Hotel direkt neben seinem Stadion. Und weil dort derzeit nichts los ist, dürfen Helfer der Gesundheitsbehörde dort einchecken – natürlich kostenlos. In der Klubmitteilung hieß es: „Eine Unterkunft vor Ort trägt dazu bei, die Gesundheit und das Wohlbefinden dieser wichtigen Mitarbeiter in dieser kritischen Zeit zu erhalten.“ Auch der FC Barcelona hat im Kampf gegen die Pandemie den Gesundheitsbehörden der Region Katalonien Vereinsanlagen zur Verfügung gestellt.

BVB startet virtuellen Spieltag

Die Gastrohelfer: Kein Fußball im Stadion und im TV, Schließungen aufgrund der aktuellen Auflagen – auch Gastronomen trifft die Krise hart. Bundesligist Borussia Dortmund hat deshalb den „digitalen“ Spieltag ins Leben gerufen. Auf­ borussia-verbindet.de können Fans an jedem Spieltag, der ausfällt, ihre Route zum Stadion online „gehen“ und bei registrierten Restaurants, Kneipen und Kiosken ein paar Euro als Spende dalassen – Geld, das sie sonst an „echten“ Spieltagen für Pils und Co. ausgegeben hätten. Über 73 000 Euro kamen beim ersten Mal zusammen. „Das ist gelebte Solidarität, und das ist der emotionale Massen- und Mengeneffekt, der Borussia Dortmund in diesen schwierigen Zeiten so stark macht“, erklärte BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer.

Internationale Pressestimmen zur Verschiebung der EM 2020

Die UEFA um Präsident Aleksander Ceferin hat den Start der Europameisterschaft um ein Jahr verschoben. Der SPORTBUZZER hat die internationalen Pressestimmen gesammelt. Zur Galerie
Die UEFA um Präsident Aleksander Ceferin hat den Start der Europameisterschaft um ein Jahr verschoben. Der SPORTBUZZER hat die internationalen Pressestimmen gesammelt. ©

Die Dankbaren: Keine Spiele – keine Arbeit. So geht es dem Hallenpersonal in der nordamerikanischen Eishockey- und der Basketball-Liga (NHL und NBA). Und so haben sich gleich zu Beginn der Krise die drei großen Klubs aus Los Angeles, die Lakers, Clippers (beide NBA) und Kings (NHL) mit den Arenabetreibern zusammengetan und einen Fonds gegründet, um den mehr als 2800 Teilzeitkräften finanziell unter die Arme zu greifen. Ticket- und Verpflegungsverkäufer sowie Sicherheitspersonal gehören dazu. In anderen Städten läuft es ähnlich – weiter so!