14. August 2020 / 18:45 Uhr

Gegen Fortuna Glienicke: Rot-Weiß Kyritz schnuppert Landesluft

Gegen Fortuna Glienicke: Rot-Weiß Kyritz schnuppert Landesluft

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
2018 spielten die Kyritzer (hier mit Jeffrey Milz (r.) im Spiel beim VfL Nauen) noch in der Landesklasse West. Am Sonnabend dürfen sich die Rot-Weißen gegen Landesligist Fortuna Glienicke im Landespokal-Wettbewerb beweisen.
2018 spielten die Kyritzer (hier mit Jeffrey Milz (r.) im Spiel beim VfL Nauen) noch in der Landesklasse West. Am Sonnabend dürfen sich die Rot-Weißen gegen Landesligist Fortuna Glienicke im Landespokal-Wettbewerb beweisen. © Tanja M. Marotzke
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AOK-Landespokal: Die Schützlinge von Trainer Ronny Krapat sind klar in der Außenseiterrolle.

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792 Tage hat man in Kyritz auf so eine Partie gewartet. Nach 26 Monaten – der 1:4-Heimniederlage gegen die SG Bornim am 16. Juni 2018 am letzten Spieltag der Saison 2017/18 in der Fußball-Landesklasse West – weht am Sonnabend (15 Uhr) endlich wieder Landesluft durch die Knatterstadt. Auf dem heimischen Sportplatz an der Seestraße empfangen die Hausherren, die in der Kreisoberliga auf Torejagd gehen, den zwei Klassen höher spielenden Landesligisten Fortuna Glienicke (Oberhavel) – und wollen dem haushohen Favoriten trotz der ungleichen Voraussetzungen Paroli bieten.

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„Wir werden uns nicht kampflos ergeben, die Rollen sind aber natürlich klar verteilt“, weiß Kyritz-Coach Ronny Krapat. Der 48-Jährige freut sich auf das Duell gegen einen Gegner, mit dem er sich im Vorfeld nur wenig beschäftigt hat: „Ich kenne Glienicke nicht, habe selbst in meinen vielen Jahren als Fußballer auch nie gegen diesen Verein gespielt. Umso schöner ist es, dass der Landespokal doch solche Begegnungen ermöglicht.“ Die Rot-Weißen sind im Kreispokal-Halbfinale vor zwei Wochen an Neu-Landesligist Eintracht Alt Ruppin gescheitert (0:3), hatten aber dennoch die Möglichkeit auf die Teilnahme am brandenburgischen Cup-Wettbewerb. Da das Entscheidungsspiel um den Startplatz des Fußballkreises gegen Union Neuruppin, das ebenfalls im Halbfinale gegen den MSV Neuruppin II (0:2) die Segel strich, aber ausfiel, weil sich die Gildenhaller vor weiteren Verletzungen schützen wollten, stehen die Kyritzer nun kampflos in der zweiten Runde.

„Wir hätten uns natürlich auch mit den Unionern duelliert, nahmen die Entscheidung aber wohlwollend zur Kenntnis und sehen die Partie gegen Glienicke auch als Chance, uns für die Kreisoberliga-Saison zu wappnen“, verrät Ronny Krapat. Mit diversen Neuzugängen, darunter auch Eigengewächse aus dem Nachwuchsbereich, sieht der Übungsleiter seine Mannschaft gut aufgestellt – sowohl qualitativ als auch quantitativ: „In der abgebrochenen Saison musste auch ich teilweise wieder die Töppen schnüren, der Kader war wirklich knapp. In diesem Jahr sollte sowas nicht mehr vorkommen.“ Etliche gestandene Spielern wie Marty Müller, Danny Blessin oder Daniel Ewe treffen in dieser Saison auf junge Wilde – der Mix macht’s in Kyritz: „In den Trainingseinheiten und in den Vorbereitungsspielen war schon zu erkennen, dass sich dort eine Einheit bildet.“

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Ob dies genügt, um im Landespokal eine Runde weiterzukommen, bezweifelt Krapat: „Es wäre jedenfalls keine Schande, wenn wir rausfliegen. Dann aber wenigstens erhobenen Hauptes, meine Jungs brauchen sich nicht verstecken und dürfen gerne mutig sein.“ Duelle wie das heute mit dem BSC Fortuna Glienicke, welcher die erste Runde dank eines 3:0-Auswärtssiegs bei Liga-Konkurrent Oberhavel Velten souverän überstand, will man in der Knatterstadt gerne wieder alle zwei Wochen haben: „Wir würden gerne zurück auf die Landesebene. Vielleicht nicht nächste Saison, vielleicht aber in drei Jahren.“