09. Februar 2021 / 16:48 Uhr

Challenge geschafft: Kicker des FC Kremmen laufen virtuell bis zur Anfield Road

Challenge geschafft: Kicker des FC Kremmen laufen virtuell bis zur Anfield Road

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
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Oliver Dölling, Trainer des FC Kremmen, machte selbst bei der Laufchallenge mit seinem Team mit und sammelte einige Kilometer im Schnee. © Privat
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Kreisoberliga Oberhavel/Barnim: Um die Motivation seiner Spieler während der anhaltenden Trainings- und Spielaussetzung hochzuhalten, hat sich FCK-Trainer Oliver Dölling etwas einfallen lassen. Der Coach hofft am Ende der aktuellen Spielzeit auf sportliche Entscheidungen im Kampf um den Klassenerhalt.

„Als Trainer muss man einfach Angebote schaffen, um die Spieler zu motivieren“, meint Oliver Dölling, Coac des Fußball-Kreisoberligisten FC Kremmen, der seit knapp einem Jahr im Amt ist. Denn aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie ist seit Anfang November 2020 nicht nur der Spiel-, sondern auch der Trainingsbetrieb ausgesetzt. Dies macht den vielen Fußballern und Vereinen aktuell zu schaffen. Um seine Spieler dennoch in einen halbwegs fitten Zustand bei einer möglichen Rückkehr begrüßen zu können, hatte Dölling eine Laufchallenge erarbeitet.

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Von Kremmen bis nach Liverpool an die legendäre Anfield Road, dort wo die Heimspielstätte des Liverpool FC steht, sollte virtuell gelaufen werden. „Es war alles freiwillig“, berichtet Dölling. So wurde zwischen Trainer und Mannschaft eine WhatsApp-Gruppe mit dem Titel „You´ll never walk alone“ eröffnet. In dieser konnten alle Beteiligten per Screenshot ihre Daten hochladen. „Die Jungs sollten einfach bei Laune gehalten werden und somit im besten Fall sportlich aktiv sein“, so der FCK-Trainer. „Sinnvoll war es eine Zielrichtung auszugeben.“ Dies hatte aus Sicht von Dölling am Ende zwei positive Aspekte. „Nicht nur das Sportliche“, sagt der Coach der Kremmener. „Man war zudem mit den Spielern in Kontakt, blieb im Gespräch und konnte sich gleichzeitig motivieren.“

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Was am 1. November vergangenen Jahres noch müßig begann, entwickelte sich mehr und mehr zum Spaß für die FCK-Spieler, die mitmachten. Nun wurde gemeinsam das Ziel erreicht – 1458 Kilometer in Richtung Liverpool wurden gemeinsam gelaufen. Die meisten Kilometer sammelte dabei Keeper Henning Schneider, der am Ende der Aktion 291 Kilometer lief. „Wenn kein Wettkampf da ist, sorgt man eben für einen“, sagt Dölling, der sich diese Woche mit seiner Mannschaft virtuell zusammen setzen will. Dabei soll es auch um eine mögliche Saisonfortsetzung gehen. „Wir wollen den Status quo erläutern“, so Dölling. „Ich hoffe, dass wir die Saison sportlich zu Ende bringen können. Auch wenn wir nur eine einfache Runde spielen und die Halbserie werten.“ Dies würde die Kremmener aber gehörig unter Druck bringen.

Dölling: "Wollen sportlich den Klassenerhalt schaffen"

Denn der Klub aus Oberhavel, der im vergangenen Jahr seinen 100. Vereinsgeburtstag feierte, ist als Tabellenvorletzter in der Kreisoberliga in Abstiegssorgen. Aus den bisherigen neun Partien hat der FCK lediglich vier Punkte geholt – ein Sieg, ein Remis und sieben Niederlagen stehen zu Buche. Noch schlechter in der Spielzeit 2020/21 ist lediglich die SG Storkow, die mit null Punkten nach acht Partien Tabellenschlusslicht ist. Aktuell hat der FCK somit zwei Zähler Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. „Wir müssen sicherlich abwarten, was der Verband am Ende beschließt. Wir wollen unser Glück aber nicht herausfordern, wollen sportlich den Klassenerhalt schaffen“, so Dölling.

Denn in der abgebrochenen Spielzeit 2019/20 schafften die Kremmener den Klassenerhalt nur, weil es keine Absteiger gab. Darauf will der Verein nicht noch einmal setzen. „Wir müssen einfach unsere Spiele gewinnen. Da gilt es aber fit aus der Pause zu kommen“, sagt der FCK-Trainer. „Wir spielen noch gegen direkte Konkurrenten und haben den Klassenerhalt in eigener Hand.“ Fit sollten die Kremmener nach den ganzen Laufkilometern ja sein. Nun gilt es nur, das Gefühl für den Ball nicht zu verlieren.