27. September 2019 / 07:35 Uhr

FIFA 20 im Test: Warum VOLTA über wenig Fortschritt auf dem Rasen hinwegtröstet

FIFA 20 im Test: Warum VOLTA über wenig Fortschritt auf dem Rasen hinwegtröstet

André Batistic
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der neue VOLTA-Modus in FIFA 20 überzeugt dank guter Abwechslung.
Der neue VOLTA-Modus in FIFA 20 überzeugt dank guter Abwechslung. © EA Sports
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Das Warten hat ein Ende: EA Sports hat das neue FIFA 20 offiziell veröffentlicht. Der SPORTBUZZER hatte die Möglichkeit, die Fußballsimulation vorab zu testen. Vor allem der wiedereingeführte Hallenmodus (VOLTA Football) überzeugt – auf dem Rasen bewegt sich trotz einiger Neuerungen nicht viel.

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Dass wir das noch mal erleben dürfen! Fast schon seit Jahrzehnten fordern Fans – besonders in Deutschland – das Comeback eines ganz besonderen Spielmodus in der FIFA-Serie; eines Modus, der zuletzt vor über 21 Jahren Teil des Franchises von Entwickler EA Sports war und für unzählige Stunden Spaß gesorgt hatte. Aus FIFA 98 mach FIFA 20: Der Hallenmodus feiert unter dem Namen VOLTA Football die Videospiel-Rückkehr des Jahres! Endlich wieder Partien abseits des grünen Rasens, endlich wieder Abwechslung. In unserem Test zum neuen FIFA 20 erklären wir euch, warum EA mit VOLTA eine gute Ablenkung von kleineren Schwächen gelungen ist.

Top 100: Das sind die besten Spieler in FIFA 20 - und ihre Ratings

Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die besten 100 Spieler in FIFA 20 und ihre Ratings im Überblick - klickt euch durch! Zur Galerie
Der SPORTBUZZER zeigt die besten 100 Spieler in FIFA 20 und ihre Ratings im Überblick - klickt euch durch! ©
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VOLTA-Modus ist das Herzstück von FIFA 20 für alle Offline-Spieler

Wichtig: Erwartet kein FIFA Street! Die ehemalige FIFA-Spin-off-Serie, die zuletzt für die Playstation 3 erschien, fühlte sich deutlich arcadiger, fast schon übertrieben unrealistisch an. FIFA 20 nutzt dafür bei VOLTA die Physik-Engine aus dem Hauptspiel und reichert sie mit neuen Tricks und stylischer Präsentation an. Die Arenen, vom Untergrund in Amsterdam bis zur Arena in Berlin, sind liebevoll modelliert worden. Zudem könnt ihr im Freundschaftsspiel-Modus auch wählen, ob ihr klassisch mit Bande oder nach offiziellen Futsal-Regeln mit Seitenaus spielen wollt.

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Der VOLTA-Modus ist in diesem Jahr tatsächlich das Herzstück des Spiels für alle Offline-Spieler. Im Story-Modus strebt ihr mit eurem erstellten Spieler die Weltmeisterschaft im Straßenfußball an. Filmreife Zwischensequenzen, die mitunter etwas lang geraten sind, vermitteln euch die Bedeutung eures Schaffens. Im Team des real existierenden Straßenfußballers Jayzinho Quezada gilt es, ein starkes Team zusammenzustellen – und parallel durch Trainingseinheiten an den eigenen Fähigkeiten zu tüfteln.

FIFA 20: VOLTA ist perfekt für den Spaß zwischendurch

Gewinnt ihr ein Spiel (von drei gegen drei bis fünf gegen fünf mit Torwart), dürft ihr euch einen Gegenspieler frei für eure Mannschaft aussuchen. Schade allerdings, dass beim Spiel mit eurem Kicker die Pro-Kamera nicht ausgewählt werden kann. So wäre das Straßenfußball-Erlebnis noch intensiver.

Tatsächlich ist VOLTA in FIFA 20 ein echter Spaß-Faktor und perfekt für eine Runde zwischendurch mit Freunden. Der Online-Modus VOLTA-Liga erinnert von der Art an Division Rivals in Ultimate Team und ist eine schöne Abwechslung zum prestigeträchtigen FUT. In FIFA 21 kann EA allerdings noch mehr aus dem Street-Modus herausholen, ihn vielleicht vom Spielgefühl her noch mehr vom Rasen-Ballsport abheben lassen. Zudem wirkt der Story-Modus trotz der guten Präsentation etwas steril. Verliert man beispielsweise ein Turnierspiel, startet man einfach wieder in der ersten Runde – ohne Auswirkungen auf die Story. Das geht im Jahr 2019 besser.

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Zum Start von FIFA 20 wird es zusätzlich zu den 74 (!) Legenden-Karten aus FIFA auch mindestens 14 neue Icons geben. Der <b>SPORT</b>BUZZER stellt sie vor und zeigt ihre Ratings. Zur Galerie
Zum Start von FIFA 20 wird es zusätzlich zu den 74 (!) Legenden-Karten aus FIFA auch mindestens 14 neue Icons geben. Der SPORTBUZZER stellt sie vor und zeigt ihre Ratings. ©

FIFA 20: Hauptspiel enttäuscht etwas - Ähnliches Gefühl wie beim Vorgänger

Dennoch kann EA froh sein, dass es den VOLTA-Modus in diesem Jahr gibt – das Hauptspiel enttäuscht doch etwas, allerdings auf sehr hohem Niveau. FIFA 20 spielt sich tatsächlich trotz werbewirksam cool klingender Neuerungen wie „Controlled Tackling“, „Football-Informed Motion“ und „Composed Finishing“ ziemlich ähnlich wie der Vorgänger – allenfalls mit ein paar zusätzlichen Animationen, die das Spiel flüssiger machen. Tatsächlich ist das Spiel auch aufgrund des neuen Ball-Verhaltens – er „hoppelt“ etwas mehr auf dem Rasen – langsamer geworden. Die Spieler wenden sich auch nicht mehr so schnell.

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Parallel ist das Verteidigen auch noch deutlich schwerer geworden. Wir vermissen etwas die Aggressivität unserer Teamkollegen – so lohnt es sich kaum noch, den ballführenden Spieler per Knopfdruck zu doppeln. Es hängt wieder mehr von euren persönlichen Entscheidungen in der Abwehr ab, ob ihr den Torerfolg eures Gegners verhindern könnt. Auf euren Torwart könnt ihr euch dabei nicht immer zu 100 Prozent verlassen. Mal funktioniert sein Stellungsspiel nicht – und viel zu oft lässt er die Bälle genau vor den einschussbereiten Stürmer abprallen. Schade zudem, dass die Kopfball-Stärke entschärft wurde. Gerade die Kopfball-Pässe im Mittelfeld sind nicht immer genau genug.

Neue Ecken und Freistöße in FIFA 20 etwas schwer

Die auffälligste Änderung in FIFA 20 betrifft die Freistöße und Elfmeter, bei denen ihr euch die Ecke per Cursor aussuchen könnt – und das klingt einfacher, als es ist. Die Freistöße fühlen sich fummelig an, die Elfmeter-Steuerung ist sehr sensibel. Zwar könnt ihr mit dem rechten Stick (bei Freistößen) die Art des Freistoßes („Knuckle Ball“, „Top Spin“ etc.) entscheiden, allerdings hängt dann auch viel vom letzten Tastendruck (wie beim Timed Finishing) ab. Verpatzt ihr diesen, kullert der Ball in die Arme des Torwarts oder fliegt meilenweit über das Tor.

Leichte Lizenz-Schwächen in FIFA 20: "Piemonte Calcio" statt Juventus Turin

In Sachen Umfang macht EA dagegen kein anderer Anbieter etwas vor: Die wichtigsten Ligen der Welt sind voll lizenziert – und dieses Mal auch ein Großteil der Bundesliga-Stadien. Ärgerlich ist allerdings, dass Juventus Turin in FIFA 20 „Piemonte Calcio“ heißt, da Konkurrent Pro Evolution Soccer (PES) die Juve-Lizenz exklusiv besitzt. Gleiches gilt für das Heimstadion, das Allianz Stadium, die wie die Allianz Arena des FC Bayern München fehlt. Ronaldo und Co. sind aber trotzdem im Spiel mit Original-Namen und -Looks enthalten - im Gegenteil zu den Spielern der brasilianischen Nationalmannschaft, die bis auf Neymar nicht lizenziert ist, auch die komplette brasilianische Liga tritt mit Fantasienamen auf.

Für Freunde der Offline-Modi hat EA den Manager-Modus etwas aufgehübscht. Erstmals könnt ihr als Frau eine Mannschaft trainieren. Im Praxistest wirken die neuen Funktionen wie Teammoral und das regelmäßige Abhalten von Pressekonferenzen allerdings eher wie kosmetische Eingriffe – zumal sich die Fragen auf den PKs relativ schnell wiederholen und das anfangs spannende Feature schnell langweilig wird (Tipp: Wenn das Wort "konzentrieren" in den Antwortmöglichkeiten vorkommt, gerne nehmen). Wer einen komplett überarbeiteten Manager-Modus erwartet hat, wird enttäuscht sein.

Mit Anleitung: Das sind die neuen Jubel in FIFA 20

Das neue FIFA 20 bringt auch einige neue Torjubel. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die neuen Jubel - und wie ihr sie machen könnt. Zur Galerie
Das neue FIFA 20 bringt auch einige neue Torjubel. Der SPORTBUZZER zeigt die neuen Jubel - und wie ihr sie machen könnt. ©

Das hat sich in FUT 20 geändert

Zu den Neuerungen in Ultimate Team (FUT) verraten wir euch in diesem Artikel mehr. In FUT 20 habt ihr nicht nur mehr Anpassungsmöglichkeiten für euren Klub zur Verfügung, ihr könnt auch neue Icons wie Real-Madrid-Coach Zinédine Zidane oder Man-City-Trainer Pep Guardiola verpflichten. Der Einstieg in den neuen Modus gestaltet sich in diesem Jahr allerdings etwas komplizierter – bis zu euren ersten Matches wird es ohne FUT-Web-App länger dauern.

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Auch an den Spielmodi in FUT hat sich etwas getan: Bereits in FIFA 19 gab es das Aufgabensystem in UItimate Team: Durch verschiedene Tages- oder Wochenaufgaben konntet ihr euch verschiedene oft wertvolle Boni sichern. Dieses System weitet EA in FIFA 20 jetzt aus: Es wird eine virtuelle FUT-Saison geben, in der ihr verschiedene Tages-, Wochen- und Saisonziele erfüllen könnt, um Belohnungen zu verdienen. Dabei könnt ihr durch erfüllte Aufgaben in höhere Level aufsteigen, die bessere Boni bringen. Besonders für Viel-Spieler eine große Verlockung. Dass die Zeitbegrenzung bei den Squad Battles wegfällt und ihr nicht mehr nur vier Partien pro Tag absolvieren dürft, sondern die Gegner aktualisieren könnt, wann ihr wollt (allerdings nur zehnmal im Monat), war ebenfalls überfällig.

Was bei den Online-Modi sofort auffällt: Der Netzcode, also die Qualität der Verbindungen zu den Gegnern, scheint sich verbessert zu haben. Ruckel-Orgien wie in den Vorgängern haben wir nach gut einer Woche Spielzeit noch nicht erlebt.

Fazit: FIFA 21 benötigt Gameplay-Revolution

Fazit: Nach dem großen Gameplay-Sprung im vergangenen Jahr setzt EA Sports in diesem Jahr mehr auf zusätzliche Inhalte wie den lange geforderten Hallen-/Street-Modus. Dadurch fällt auch nicht so stark auf, dass sich auf dem grünen Rasen im Vergleich zum Vorgänger nicht allzu viel getan hat. Selbst die Menüs wirken seit Jahren gleich – und einfach nur anders eingefärbt. Das Spiel an sich fühlt sich trotz etwas gedrosselter Geschwindigkeit immer noch ähnlich wie FIFA 19 an. Hier wünschen wir uns etwas mehr Mut im kommenden Jahr. Mit VOLTA und kleineren Gameplay-Korrekturen hat EA in FIFA 20 eine gute Basis geschaffen – spätestens in FIFA 21 muss die nächste Gameplay-Innovation kommen.

FIFA 20 erscheint am 27. September 2019 für die Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch und den PC

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