26. Februar 2016 / 17:10 Uhr

Fiebrandt: „Der Verein ist meine Familie“

Fiebrandt: „Der Verein ist meine Familie“

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Inzwischen ein Profi mit dem Online-Spielberichtsbogen: der Zehdenicker Waldemar „Fiete“ Fiebrandt.
Inzwischen ein Profi mit dem Online-Spielberichtsbogen: der Zehdenicker Waldemar „Fiete“ Fiebrandt. © Christoph Brandhorst
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Seit 1968 ist Waldemar "Fiete" Fiebrandt ein Teil des SV Zehdenick – er war Spieler, Trainer, Betreuer und Platzwart.

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Am Rande des Trainings hat Waldemar Fiebrandt einen Moment Zeit. „Ich muss nicht mehr voll dabei sein, habe aber einiges vorzubereiten“, sagt er. Beim SV Zehdenick war Fiebrandt schon alles mögliche: Trainer der Reserve, Co-Trainer bei der Ersten  und den Senioren, Mannschaftsbetreuer, Platzwart. Auch heute lässt ihn der Verein nicht los.

Angefangen hat das alles 1968. „Ich bin als 13-Jähriger relativ spät zum Fußball gekommen“, erinnert sich der gebürtige Zehdenicker. Ein Mitschüler nahm ihn mit zum ersten Training, da musste er gleich ins Tor. „Ich hatte ein weißes Turnhemd an, hinterher war es schwarz. Da hat meine Mutter Augen gemacht“, weiß Waldemar Fiebrandt noch. Als Nachwuchsspieler war er auf Landesebene am Ball. „Für die Erste hat es aber nie ganz gereicht“, sagt er. Als Not am Mann war, übernahm Fiebrandt nach der aktiven Laufbahn die dritte Männermannschaft des SVZ, mit der er den Aufstieg in die 1. Kreisklasse schaffte. Immer wieder wechselten seither die Positionen. Irgendwas hatte Fiebrandt immer zu tun.

Aufstieg in der Vorsaison als Höhepunkt

Lange war er Co-Trainer bei den Senioren. „Dort war Darius Stankiewicz ein langjähriger Wegbegleiter“, so der Alleskönner. Als Marco Krüger im Mai 2010 den Trainerposten bei der ersten Mannschaft abgab, übernahm Fiebrandt für drei Spiele sogar mal den Chefposten. Unter Jürgen Bogs wurde er später wieder Assistent. „Manager Ronny Erdmann gab mir damals einen Tag Bedenkzeit, aber ich brauchte gar nicht lange überlegen“, bemerkt „Fiete“, wie Fiebrandt in Zehdenick gerufen wird. Der Aufstieg in der Vorsaison sei ein Höhepunkt gewesen.

Doch nicht nur auf der Trainerbank ist Waldemar Fiebrandt für den SV Zehdenick unterwegs. Viele Jahre kümmerte er sich um den Havelsportplatz, wo er noch immer fast täglich nach dem Rechten sieht. „Irgendwann fiel der Platzwart aus, oben standen zehn Körbe mit dreckiger Wäsche und ich wusste nicht mal, wie die Waschmaschine angeht“, erinnert sich der Zehdenicker. Doch wie auch zuletzt mit dem Online-Spielberichtsbogen arbeitete sich der heute 60-Jährige schnell ein. Die Arbeit am Computer war für ihn eine Herausforderung. Als im Verein die erste Schulung anstand, sei er gleich wieder gegangen. „In meinem Alter muss ich das nicht mehr können“, dachte er. Inzwischen beherrscht der Ehrenamtler auch die Arbeiten am Computer sicher. „Sonntags komme ich immer her und schaue im Internet nach den Fußballergebnissen.“ Rasenmähen, Abkreiden, Tornetze anbauen – auch das gehörte schon zu seinen Aufgaben beim SVZ. Bei Trainern und Spielern ist Fiebrandt nicht nur dafür beliebt. „Ich bin immer hier“, sagt er. Wenn der letzte Spieler nach dem Training vom Gelände geht, macht „Fiete“ noch das Licht aus und dreht die Heizung ab.

Waldemar Fiebrandt: "Der Verein ist meine Familie"

Zu seinem 60. Geburtstag zeigte sich der Club erkenntlich für das jahrelange Engagement seiner treuen Seele. „Der Verein hat meine Geburtstagsfeier gesponsert, ich brauchte nur noch kommen, es war alles organisiert. Die Idee dazu hatten die Senioren“, berichtet Fiebrandt. Geht es nach ihm, soll die Beschäftigung im Verein lange noch nicht enden. „Ich mache das, bis es nicht mehr geht. Es macht wirklich Spaß“, sagt Fiebrandt.   „Der Verein ist meine Familie. Da könnte man wirklich sagen: bis der Tod uns scheidet.“ Lachend erzählt er: „Wenn ich nicht hier bin, pfeifen sie das Spiel nicht an.“