17. Februar 2020 / 11:18 Uhr

Experiment gelungen: Glückliche Kids bei FUNiño-Festival in Velten (mit Galerie)

Experiment gelungen: Glückliche Kids bei FUNiño-Festival in Velten (mit Galerie)

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
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Hatten Spaß am Spiel auf die vier Minitore: Die Fußball-Kids beim 1. FUNiño-Hallenfestival in Velten. © Robert Roeske
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Der SC Oberhavel Velten ist ein Vorreiter im Fußballkreis Oberhavel/Barnim in Sachen FUNiño. Beim ersten Hallen-Festival bekommt die neue Spielform viel positive Resonanz.

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„Jaaaaaaaa!“ Diese Antwort fiel eindeutig aus. Ob es den Kids Spaß gemacht habe, wollte Turnierorganisator Sebastian Greischel vom SC Oberhavel Velten vorher wissen. Der Nachwuchstrainer der Ofenstädter behielt am Sonntag den Überblick über das Gewusel in der Ofenstadthalle, in der die fünf- bis elfjährigen Kicker von morgens bis abends in verschiedenen Altersklassen bei der Premiere des FUNiño-Hallenfestivals auf Torejagd gingen.

Statt Siegerpokalen gab es am Ende Bonbons. Denn bei der neuartigen Spielform, die gerade Einzug in die Jugendabteilungen vieler Vereine hält, steht die Platzierung nicht im Vordergrund. „Am Anfang klingen die Regeln erst einmal sehr kompliziert, am Ende ist es aber das Rudimentäre des Fußballs“, erklärt Greischel, der FUNiño aufgeschlossen gegenübersteht, aber auch Skeptiker verstehen kann. „Die Kinder lernen das aber relativ schnell“, so sein Eindruck.

1. FUNiño-Hallenfestival in Velten

Insgesamt 35 Mannschaften gingen am Sonntag beim 1. FUNiño-Hallenfestival in der Ofenstadthalle Velten aufs Parkett. Organisator Sebastian Greischel vom SC Oberhavel Velten erhielt viel positives Feedback auf sein Pilotprojekt mit der neuen Spielform, die schon bald Einzug in den Nachwuchsfußball halten könnte. Zur Galerie
Insgesamt 35 Mannschaften gingen am Sonntag beim 1. FUNiño-Hallenfestival in der Ofenstadthalle Velten aufs Parkett. Organisator Sebastian Greischel vom SC Oberhavel Velten erhielt viel positives Feedback auf sein Pilotprojekt mit der neuen Spielform, die schon bald Einzug in den Nachwuchsfußball halten könnte. © Robert Roeske

Gespielt wird auf Minispielfeldern mit insgesamt vier Minitoren, je zwei für jedes Team, das üblicherweise aus nur drei Spielern besteht. „Dadurch müssen die Kinder weniger Entscheidungen fällen. Sie können dribbeln oder passen“, erklärt der F1-Jugend-Coach vom SCO.

Am Sonntag gab es auf dieses Pilotprojekt im Fußballkreis (Greischel: „Auch wir probieren das gerade erst aus“) viel positives Feedback. „Auch der eine oder andere Skeptiker war dann total überrascht, wie viel Spaß die Kinder haben.“ So würden sich die Stars von morgen auch am Ball mehr zutrauen. „Ziel ist es, dass die Kinder mehr Mut entwickeln und sich trauen, Fußball zu spielen“, so Greischel. Der so genannte Champions League-Modus fördert das. So ging es in den einzelnen Partien um Auf- und Abstieg. „So wird leistungsgerecht gespielt, gleichstarke Teams treffen am Ende aufeinander.“

Bei Frank Goronzy, Trainer der F2- und G-Junioren von Eintracht Bötzow, findet dieser neue Modus durchaus Anklang. „Im Training haben wir das mit den Älteren schon ausprobiert“, sagt er. „Für die Kinder ist das eine super Idee, spielerisch können sie sich dabei gut weiterentwickeln.“ Im Fußball-Landesverband Brandenburg gibt es sogar Überlegungen, FUNiño für die kleinen Kicker als Wettbewerbsform einzuführen. „Wenn sich das, vielleicht als Turnierform, durchsetzt, würde ich das schön finden“, bemerkt Goronzy.

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Greischel: "Ersetzt nicht den klassischen Fußball"

Dass mit dem Hallenfestival in Velten, an dem unter anderem Teams aus Bötzow, Kremmen, Hennigsdorf oder Schönfließ teilnahmen, nicht mehr als eine erste Annäherung an die Spielform unternommen wurde, weiß auch Sebastian Greischel. „Es ersetzt aus meiner Sicht nicht den klassischen Fußball – aber es ist eine sehr gute Alternative.“ Das wollte der SCO mit seiner Premiere auch anderen Jugendtrainern zeigen. Es gehe darum, das Kind nicht zu überfordern, aber ihm das Spiel so einfach wie möglich zu machen.

Eintracht Bötzows Nachwuchscoach Frank Goronzy hat noch einen anderen Vorteil am FUNiño ausgemacht: „Die Torwarte spielen mit, werden auch spielerisch geschult. Es heißt ja schließlich auch: Torspieler.“