17. Oktober 2019 / 17:31 Uhr

Kein WC in Sicht: So rettete sich Trainer-Legende „Ede“ Geyer

Kein WC in Sicht: So rettete sich Trainer-Legende „Ede“ Geyer

Sebastian Morgner
Märkische Allgemeine Zeitung
Hans Meyer (r.) trifft Eduard Geyer in der MBS-Arena der Turm-Erlebniscity. Gert Zimmermann (M.) moderierte.
Hans Meyer (r.) trifft Eduard Geyer in der MBS-Arena der Turm-Erlebniscity. Gert Zimmermann (M.) moderierte. © Enrico Kugler
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Eduard Geyer trifft Hans Meyer in der Oranienburger MBS-Arena der Turm-Erlebniscity – Trainerlegenden plaudern vor 200 Zuschauern.

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Seine Jungs vom FC Energie Cottbus hatten gerade 1:0 beim TSV 1860 München gewonnen und den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga gesichert. Der damalige Trainer Eduard Geyer bekam am jenem 17. Mai 2001 eine Anfrage vom ZDF-Sportstudio. „Ich wurde dann per Privatflieger nach Mainz geflogen“, erinnert sich der Coach.

„Das war so ein Flugzeug für sechs, acht Personen. Ich saß aber ganz alleine in der Maschine und genoss den Flug. Bis ich irgendwann mal auf die Toilette musste. Ich schaute mich um. Vorn waren die Türen zu den Piloten. Ein WC war im Flieger nicht zu finden“, erinnert sich der einstige Verteidiger, der auch bei Dynamo Dresden, Sachsen Leipzig oder beim ungarischen Erstligisten Bányász Siófok an der Seitenlinie stand und zudem die letzten Spiele der DDR-Nationalmannschaft betreute.

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Klickt euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spieler von Energie Cottbus. Zur Galerie
Klickt euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spieler von Energie Cottbus. ©
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„Was tun? Ich trank eine Flasche Sekt bis zur Hälfte leer und füllte sie wieder bis zum Rand“, so Geyer, der über seine „Tat“ heute selbst schmunzeln muss. „Wir waren auf einem Nebenflugplatz gelandet. Ein holpriges Ding. Ich schnappte mir die Flasche, versteckte sie beim Rausgehen und warf sie dann ins Gebüsch. Es hat niemand gemerkt.“ Der 75-Jährige Eduard Geyer erzählte diese Anekdote am Mittwochabend beim Peter-Tiefbau-Fantalk in der Oranienburger MBS-Arena zum ersten Mal.

Gemeinsam mit Hans Meyer sorgte er vor 200 Zuschauern für einen kurzweiligen Abend. „Diese Geschichte habe ich noch nie erzählt“, sagte „Ede“, der mit seinen Cottbusern als Ostverein im Oberhaus für die eine oder andere Überraschung sorgte und bekannt dafür war, mit ausländischen Spielern zu arbeiten. „Es wollte ja niemand nach Cottbus. Da der Nachwuchs noch nicht so weit war, mussten wir schauen, woher wir die Spieler bekommen.“ Es sei auch schon vorgekommen, dass elf Ausländer auf dem Feld standen. „Und ich drei ausländische Spieler eingewechselt habe.“

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Nicht nur Hans Meyer war begeistert. Zumal an diesem Abend mit hartnäckigen Gerüchten aufgeräumt wurde. So teilte der einstige Trainer vom FC Carl Zeiss Jena, Borussia Mönchengladbach, Nürnberg und Hertha BSC mit, dass er eigentlich gar keine Rosen mag. „Mich fragte mal ein Journalist, was ich im Rentenalter machen will. Da war ich 48 Jahre“, wunderte sich Meyer. „Weil ich die Frage völlig bekloppt fand, sagte ich, dass ich Rosenzüchter werden will. Wahnsinn, was ich anschließend alles geschenkt bekam“, erzählt Meyer schmunzelnd, um anschließend zu ergänzen: „Ich mag keine Rosen und züchte auch keine. Ich sammle Goldmünzen, wer welche übrig hat, bitte gerne an mich senden.“

Eduard Geyer offenbarte am Mittwochabend in der Turm-Erlebniscity hingegen, das er ein Hausmann sei und „zu Hause viele Sachen macht, die keinen Spaß machen. Wie staubsaugen oder abwaschen, aber ich koche auch und schäle Kartoffeln.“ Sportlich erinnert sich der kernige Trainer gern an das DFB-Pokalfinale von 1997 gegen den VfB Stuttgart, das die Lausitzer 0:2 verloren hatten. „Das war aber ein Erlebnis und stimmt einen heute noch stolz“, so Geyer. „Damals war Joachim Löw Trainer dort. Ganz jung. Und Stuttgart hatte mit Krassimir Balakow, Giovane Élber und Fredi Bobic das magische Dreieck.“ Gut, dass es danach keinen Flug zum Sportstudio gab.

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