20. Januar 2020 / 08:01 Uhr

Dzenis Burnic bei Dynamo Dresden wieder im Aufwind

Dzenis Burnic bei Dynamo Dresden wieder im Aufwind

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dzenis Burnic will sich in den restlichen 16 Saisonspielen von seiner besten Seite zeigen.
Dzenis Burnic will sich in den restlichen 16 Saisonspielen von seiner besten Seite zeigen. © Jochen Leimert
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Der U21-Nationalspieler traut sich nach einer schwachen Hinrunde wieder mehr zu und erhält dafür Lob von Dresdens Trainer Markus Kauczinski.

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Mijas. Als er vor einem Jahr zu Dynamo stieß, da schlug Dzenis Burnic auf Anhieb voll ein. Die Leihgabe von Borussia Dortmund, in Westfalen nur in der Regionalliga-Elf aktiv, spielte zwei Klassen höher eine überragende Rückrunde für die Dresdner und eroberte sich viele Sympathien in Elbflorenz. Er schoss Dynamo am 3. Mai 2019 mit seinem 2:1-Siegtreffer im Heimspiel gegen den FC St. Pauli faktisch zum Klassenerhalt. Ihn nach Leihende erneut zu verpflichten, war im vergangenen Sommer eine der Aufgaben, die bei Sport-Geschäftsführer Ralf Minge ganz oben auf der Agenda standen.

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SPORTBUZZER-Redakteur Jochen Leimert über das Dynamo-Trainingslager

Als Burnic seinen Vertrag beim BVB verlängerte und sich wieder per Leihgeschäft nach Dresden auf den Weg machte, war die Freude an der Oberelbe groß. Doch sie verflog schnell, als der U21-Nationalspieler mit der SGD in die neue Saison startete und nicht mehr an seine Leistungen aus der Rückrunde der Spielzeit 2018/19 anknüpfen konnte. Doch was war, das kann der 21-Jährige aus Hamm nicht mehr ändern – er blickt stattdessen nach vorn und will es in den kommenden Monaten besser machen: „Sportlich habe ich mir vorgenommen, wieder an meine Grenze zu kommen, sogar 110 Prozent zu geben und alles für die Rückrunde rauszuhauen.“

Hänger in der Hinrunde

Burnic weiß, dass es für ihn auf der Sechs selten rund lief, er die Erwartungen unter Trainer Cristian Fiel nicht mehr erfüllen konnte. Offen gibt er zu, einen Hänger gehabt zu haben. Doch der Blondschopf sieht sich und die Mannschaft jetzt wieder im Aufwind: „Ich hatte in der Hinrunde Höhen und Tiefen. Ich habe daran gearbeitet und versuche jeden Tag, das Beste herauszuholen. Ich habe jetzt auch im Trainingslager gesehen, dass ich mich viel besser fühle und auch mit der Mannschaft alles noch viel besser funktioniert.“ Die Kauczinski-Truppe sei „voll fokussiert auf die Rückrunde“, die Einheiten in Mijas hätten Spaß gemacht, so der 1,81 Meter große Linksbeiner.

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Dass er mit Dynamo absteigt, das will der defensive Mittelfeldspieler unbedingt verhindern. Einen derartigen Eintrag in seiner Vita möchte er später keinesfalls lesen: „Das ist auch für mich eine neue Situation, auf dem letzten Platz der Tabelle zu sein. Aber ich nehme die Herausforderung gerne an, ich mag solche Herausforderungen.“ Eine solche ist für ihn auch mit der Verpflichtung von Josef Husbauer, der sofort überzeugte, verbunden. Der erfahrene Nationalspieler aus Tschechien scheint bei Kauczinski gesetzt, Burnic muss daher auf den zweiten Platz in der Doppelsechs hinarbeiten, Kontrahenten wie René Klingenburg oder Jannis Nikolaou verdrängen. Doch der Westfale mit bosnischen Vorfahren bleibt äußerlich gelassen: „Es gibt Konkurrenz in jeder Mannschaft. Aber ich freue mich über die Neuzugänge und dass sie uns natürlich helfen, da wir es eben alle gemeinsam schaffen wollen.“

Dzenis Burnic stand gegen Bukarest in der Startformation.
Dzenis Burnic stand gegen Bukarest in der Startformation. © Jochen Leimert

Lob von Trainer Kauczinski

Nach den beiden Testspielen gegen Dinamo Bukarest (1:0) und Jeonbuk Hyundai Motors (3:0) ist die Stimmung im Team spürbar besser, das in der Hinrunde der 2. Fußball-Bundesliga verlorene Selbstvertrauen wächst langsam wieder. Burnic freut das, denn auch er war ja bis zur Winterpause nicht mehr so präsent, so dominant auf dem Platz wie noch in der vergangenen Saison. „Da ist viel im Kopf, wenn du siehst, dass du in einer Negativserie bist und dann zweifelst du ab und zu auch an dir. Wir haben dieses Jahr aber alle gut begonnen, haben abgehakt, was war, und wollen jetzt noch mal alles raushauen.“ Trainer Markus Kauczinski nimmt das Burnic ab, denn der hat alten Biss offenbar zurückgewonnen: „Ich habe im Spiel gegen Jeonbuk gesehen, dass Dzenis Burnic zwei-, dreimal hingelangt hat, was er vorher weniger gemacht hat.“ Der Junge traut sich wieder was, das macht Hoffnung. Nach der Rückkehr aus Spanien muss Burnic aber weiter hart am Ball bleiben, damit er am 29. Januar gegen den Karlsruher SC neben Husbauer in der Startelf steht.