30. Juli 2019 / 08:41 Uhr

Dynamo Dresdens Sascha Horvath ist wieder voll da

Dynamo Dresdens Sascha Horvath ist wieder voll da

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Sascha Horvath (l. gegen Nikola Dovedan) machte gegen Nürnberg ein gutes Spiel.
Sascha Horvath (l. gegen Nikola Dovedan) machte gegen Nürnberg ein gutes Spiel. © Dennis Hetzschold
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Dynamo startet mit einer 0:1-Niederlage in die Saison, doch gegen Nürnberg gab es viele Lichtblicke – einer davon war der kleine Wiener.

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Dresden. Unter Uwe Neuhaus und vor allem unter Maik Walpurgis hatte es Sascha Horvath schwer, auf Einsatzzeit zu kommen. Doch jetzt scheint der 22 Jahre alte Wiener bei Dynamo Dresden wieder bessere Karten zu haben, denn nach seiner Rückkehr aus Innsbruck schaffte es der kleine Dribbler gleich in die Startelf. Sein erstes Punktspiel mit Dynamo seit dem 13. Mai 2018 verlor er gegen den 1. FC Nürnberg zwar mit 0:1, doch mit seiner Leistung konnten Trainer Cristian Fiel, die Mitspieler, die Fans und er selbst durchaus zufrieden sein.

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Im offensiven Mittelfeld überzeugte Horvath mit einem großen Aktionsradius, vielen Ballkontakten und guten Zuspielen auf die Kameraden. Selbstbewusst behauptete er die Kugel, war giftig und robust. So hatte man ihn in einem Punktspiel nördlich der Alpen lange nicht gesehen. Die bei seiner Leihe nach Innsbruck und der anschließenden U21-EM wiedergewonnene Spielfreude war ihm leicht anzumerken. Er traut sich wieder was, genießt es, wieder eine wichtige Rolle im Team zu spielen: „Es war ein schönes Gefühl, wieder da zu sein. So ist der Fußball: Mal spielt man nicht, dann spielt man wieder. Ich habe damals in Innsbruck den richtigen Schritt gemacht, dass ich Spielvertrauen bekomme für die EM. Und jetzt bin ich mit Selbstvertrauen hier. Ich will das natürlich auf dem Platz zeigen. Heute war es gar nicht mal so schlecht“, sagte der Wirbelwind nach dem Schlusspfiff bescheiden. Die Niederlage störte den Österreicher, aber „ich hoffe, dass wir weiter dran glauben und es in Karlsruhe besser läuft“.

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Unübersehbar war, dass sich Horvath mit Baris Atik gut versteht. Beide sind ohnehin vom Körperbau und von den technischen Möglichkeiten her ähnliche Typen. Manchmal muss der Beobachter schon sehr genau aufpassen, dass man die schon etwas wie Zwillinge anmutenden Schwarzschöpfe beim Kombinieren auf engem Raum inmitten mehrerer Gegenspieler nicht verwechselt, denn Horvath ist 1,66 Meter groß, Atik misst 1,69 Meter. Doch dass sie gut miteinander harmonieren, hat vor allem einen anderen Grund, wie Horvath verriet: „Wir kennen uns schon von Sturm Graz. Dort hatte es schon gut funktioniert.“ Ein halbes Jahr spielten sie für die Steirer gemeinsam in der österreichischen Bundesliga, als Atik im Januar 2017 von den Hoffenheimern nach Graz ausgeliehen wurde, wo Horvath seit 2015 seine Brötchen verdiente. Seither können die beiden Mittelfeldspieler gut miteinander: „Natürlich hat es mich gefreut, dass ich heute mit ihm spielen durfte. Wir verstehen uns sehr gut außerhalb und auf dem Platz. Das ist für uns natürlich eine Ehre, dass die kleinen Spieler im Zentrum das Spiel machen können.“

Dass in Dynamos Offensive noch nicht alles perfekt lief, dass war Horvath aber auch durchaus klar. Selbstkritisch merkte er gleich nach dem Abpfiff an: „Wir haben sehr gut den Ball gehalten – bis zum Sechzehner. Dann fehlt der Abschluss, der letzte Pass oder wir stehen im Abseits. Das müssen wir uns genau anschauen, was da fehlt.“ Er wünscht sich mehr Effektivität vor dem gegnerischen Tor: „Wir haben sehr gut gespielt bis zum Sechzehner. Wir müssen aber unsere Chancen besser ausspielen und nutzen. Dann schaut das Spiel ganz anders aus.“ An Fiels Spielkonzept, das wirklich sehenswert war und an den Ballbesitzfußball unter Uwe Neuhaus erinnerte, hegt Horvath nach dem Rückschlag gegen den „Club“ jedenfalls keinen Zweifel: „Trotz der Niederlage sind wir mit einem guten Gefühl vom Platz gegangen und können sagen: Wir müssen genau da weitermachen!“

Ob Fiel in Karlsruhe (Sonnabend, 13 Uhr) auch wieder mit Atik und Horvath spielen lässt, ist aber völlig offen. Der Trainer will sich nicht per se auf die beiden kleinen Wusler festlegen: „Ich setze nicht auf kleine Spieler oder auf große oder schmale, sondern auf die, von denen ich denke, dass sie für dieses Spiel am besten passen. Das hat nichts mit groß oder klein zu tun. Wenn das Zentrum dicht ist, braucht man schon mal einen, der ein Eins-gegen-eins lösen kann.“