23. Dezember 2019 / 07:13 Uhr

Dynamo Dresdens Kauczinski: „Ich glaube an harte Arbeit!“

Dynamo Dresdens Kauczinski: „Ich glaube an harte Arbeit!“

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Gibt nicht so schnell auf, sondern steht am Anfang seiner Arbeit und treibt seine Schützlinge an: Dynamo-Trainer Markus Kauczinski
Gibt nicht so schnell auf, sondern steht am Anfang seiner Arbeit und treibt seine Schützlinge an: Dynamo-Trainer Markus Kauczinski © © osnapix / Titgemeyer
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Dynamo-Trainer Markus Kauczinski ist auch nach dem 0:2 in Nürnberg davon überzeugt, mit den Schwarz-Gelben den Klassenerhalt zu schaffen.

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Dresden. Nach der Rückkehr aus Nürnberg traf sich die Mannschaft am Sonnabend noch einmal, um sich die Hausaufgaben bei Trainer Markus Kauczinski abzuholen, dann ging es für die Spieler ab in den Weihnachtsurlaub – ob der nun wohlverdient ist oder auch nicht. Bis zum 2. Januar können sich die Profis von der Pleitenserie der letzten Wochen und Monate erholen, einen Tag später beginnt für Dynamo Dresden die Vorbereitung auf die letzten 16 Endspiele im Kampf um den Klassenerhalt.

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Zweites Spiel unter Kauczinski, zweite Niederlage: Die SG Dynamo Dresden verliert beim 1. FC Nürnberg mit 0:2. Zur Galerie
Zweites Spiel unter Kauczinski, zweite Niederlage: Die SG Dynamo Dresden verliert beim 1. FC Nürnberg mit 0:2. © Dennis Hetzschold

Ob dann schon Verstärkungen auf dem Trainingsplatz stehen, das ist bislang nicht abzusehen. Markus Kauczinski versicherte: „Wir sind in Gesprächen, wir haben Ideen, aber die haben Andere auch.“ Es sei nicht so einfach, geeignete Leute zu überzeugen, sich für den nervenaufreibenden Abstiegskampf in Dresden zu entscheiden. Man habe als Zweitligist „Argumente mit dem Stadion, der Stimmung, aber natürlich ist man nun mal da unten. Deswegen wird das ein harter Kampf, auch Spieler davon zu überzeugen, aber auch das werden wir schaffen. Wie schnell das geht, das kann ich nicht sagen. Wir sind dran.“

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(1) Kevin Broll: Der Ex-Großaspacher trat diesmal notgedrungen in einem grün-gelben Wellensittich-Outfit auf, denn der Schiedsrichter akzeptierte sein grünes Shirt nicht. So musste er mit dem auf dem Rücken zum Teil abgeklebten gelben Feldspieler-Trikot von Moussa Koné auflaufen. Beeinträchtigt wurde der seit Wochen stabilste Dresdner dadurch nicht. Bei Schleuseners Rakete war er auf dem Posten (23.), in der 32. Minute verschätzte er sich jedoch bei einem hohen Ball. Beim ersten Gegentor von Robin Hack hatte wenig später er keine Chance, der Ball passte genau ins Eck. Beim zweiten Gegentreffer war er auch machtlos. In der zweiten Halbzeit wurde er sonst kaum einmal gefordert. Erst kurz vor dem Ende tauchte Hanno Behrens vor ihm auf, doch Broll war schneller am Ball. Note 3,5. Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Der Ex-Großaspacher trat diesmal notgedrungen in einem grün-gelben Wellensittich-Outfit auf, denn der Schiedsrichter akzeptierte sein grünes Shirt nicht. So musste er mit dem auf dem Rücken zum Teil abgeklebten gelben Feldspieler-Trikot von Moussa Koné auflaufen. Beeinträchtigt wurde der seit Wochen stabilste Dresdner dadurch nicht. Bei Schleuseners Rakete war er auf dem Posten (23.), in der 32. Minute verschätzte er sich jedoch bei einem hohen Ball. Beim ersten Gegentor von Robin Hack hatte wenig später er keine Chance, der Ball passte genau ins Eck. Beim zweiten Gegentreffer war er auch machtlos. In der zweiten Halbzeit wurde er sonst kaum einmal gefordert. Erst kurz vor dem Ende tauchte Hanno Behrens vor ihm auf, doch Broll war schneller am Ball. Note 3,5. ©

Der Coach bekräftigte noch einmal, nur Profis holen zu wollen, die dem Tabellenletzten in der prekären Situation auf Anhieb weiterhelfen können: „Wir suchen Spieler, die sofort da sein können.“ Ob das deutsche oder ausländische Kicker sind, sei egal: „Man muss das Gefühl haben, dass sie mit Drucksituationen umgehen und uns sofort weiterhelfen können.“ Er habe schon mit vielen interessanten Spielern zusammengearbeitet, die Führungsqualitäten besitzen, „aber man muss auch gucken, wer frei ist“, so Kauczinski.

Von den Spielern, die schon zum Kader gehören, erwartet der Trainer eine selbstkritische Analyse. Dass die Mannschaft nach dem 0:2 beim „Club“ von den 3000 mitgereisten Anhängern beschimpft wurde, fand der neue Trainer zwar nicht schön, aber auch nicht überraschend: „Ich habe Verständnis für die Fans. Ich glaube, dass nicht diese einzelne Leistung dafür verantwortlich war, sondern die Reaktion das gesamte halbe Jahr widerspiegelt.“ Man müsse sich den Fans und deren Unmut stellen, die Verantwortung für die eigene Leistung übernehmen: „Ich glaube, dass es wichtig ist, wenn man Dinge verändern und da unten rauskommen will, dass man anerkennt, wo man steht – und dass es nach einem halben Jahr auch gerechtfertigt ist, wo man steht.“

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Kauczinski ist derweil froh, dass die Spieler jetzt ein paar Tage bei ihren Familien und Freunden sein und etwas Abstand und Ruhe gewinnen können: „Ich glaube, dass die Jungs eine schwere Zeit hatten, immer wieder aufstehen mussten und wieder verloren haben.“ Die Pause sei eminent wichtig, das sei ein sehr emotionales Jahr gewesen. Als er gefragt wurde, ob er an Wunder glaube, blieb Kauczinski bei seiner Aussage, die er schon bei seinem Amtsantritt getätigt hatte: „Ich glaube an harte Arbeit – immer noch!“ Es hätten schon andere Mannschaften gezeigt, dass man nach einer verkorksten Hinrunde anders wiederkommen kann. Dynamo habe trotz des auf sechs Punkte angewachsenen Rückstands auf den unteren Relegationsplatz noch immer eine Chance, den Klassenerhalt zu schaffen: „Davon bin ich überzeugt.“

Zwar brauche die Mannschaft in Abwehr, Mittelfeld und Angriff Verstärkung, doch „ich glaube, dass wir gute Akteure haben, mit denen man anders agieren kann. Das werden wir im Januar angehen“, so der Gelsenkirchener. Nach dem Aufgalopp am 3. Januar steht drei Tage später ein Laufbandtest an, am 9. Januar folgt ein Freundschaftsspiel beim FSV Zwickau. Vom 12. bis zum 20. Januar schwitzt die Mannschaft dann in Andalusien. In Mijas zwischen Malaga und Marbella wollen die Schwarz-Gelben Kraft und neuen Mut tanken, ehe am 29. Januar um 20.30 Uhr die Rest-Rückrunde mit einem besonderen Spiel beginnt. Wenn der Karlsruher SC zu Gast im Harbig-Stadion ist, trifft Dynamo nicht nur auf eine andere Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte, sondern auch auf Kauczinskis langjährigen Verein, bei dem er dreimal als Interimstrainer einspringen musste, bevor er Cheftrainer wurde und mit dem KSC 2013 in die 2. Bundesliga aufstieg.