20. Dezember 2019 / 20:27 Uhr

Endlich Winterpause! Dynamo Dresden verliert 0:2 in Nürnberg – und den Anschluss in der Tabelle

Endlich Winterpause! Dynamo Dresden verliert 0:2 in Nürnberg – und den Anschluss in der Tabelle

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Bitterer Abend in Nürnberg: Die SG Dynamo Dresden verliert im Flutlichtspiel gegen den 1. FCN mit 0:2. © dpa-Zentralbild
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Die Rote Laterne leuchtet heller denn je: Durch den Auswärtssieg der Wiesbadener in Karlsruhe verabschiedet sich Dynamo Dresden mit fünf Punkten Rückstand auf Platz 16 in die Winterpause.

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Nürnberg/Dresden. Dynamo Dresden verabschiedet sich mit einer wohlverdienten 0:2-Niederlage in die Winterpause. Im Kellerduell der 2. Fußball-Bundesliga beim 1. FC Nürnberg unterlagen die Sachsen am Freitagabend mit 0:2. Vor 29741 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion traf Robin Hack doppelt (33./53.). Mit 13 Punkten ist Dynamo mittlerweile abgeschlagener Tabellenletzter – zum rettenden Ufer fehlen fünf Punkte und einige Tore. Und nach dem Sieg des SV Wehen Wiesbaden in Karlsruhe ist selbst der Abstand zum Tabellenvorletzten auf vier Punkte angewachsen. Die Franken feierten derweil ihren ersten Punktspiel-Heimsieg seit fast vier Monaten!

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Dynamo-Trainer Markus Kauczinski veränderte seine Startelf im Vergleich zum desolaten Auftritt der Vorwoche (0:3 beim VfL Osnabrück) auf vier Positionen: Linus Wahlqvist, Jannik Müller, Brian Hamalainen und Baris Atik rückten für Chris Löwe (Infekt), Kevin Ehlers (Bank), René Klingenburg (gesperrt nach 5. Gelber Karte) und Alexander Jeremejeff (Sprunggelenksprobleme) in die ganz in weiß auflaufende Mannschaft. Kurios: Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck hatte Kevin Broll noch in der Kabine verboten, im grünen Torwarttrikot zu spielen, da es den grauen Heimtrikots des FCN bei Nässe zu ähnlich sehen könnte. Der Unparteiische hatte die Ansicht mit der potenziellen Verwechslungsgefahr wohl exklusiv und degradierte Broll damit optisch zum Clown, der mit grüner Hose und gelbem Feldspielertrikot auflief. Das stammte von Moussa Koné, bei dessen Trikotnummer 14 die 4 kurzerhand überklebt worden war. Dynamos Schlussmann machte das Beste daraus.

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Zweites Spiel unter Kauczinski, zweite Niederlage: Die SG Dynamo Dresden verliert beim 1. FC Nürnberg mit 0:2. Zur Galerie
Zweites Spiel unter Kauczinski, zweite Niederlage: Die SG Dynamo Dresden verliert beim 1. FC Nürnberg mit 0:2. © Dennis Hetzschold

Hack zum Ersten

In Halbzeit eins entwickelte sich das typische Kellerduell mit wenig Torchancen. Zunächst hatte der „Club“ etwas mehr vom Spiel. Nach zehn Minuten gab es dann aber auf der anderen Seite den ersten und für längere Zeit auch einzigen Schuss des Spiels aufs Tor. Nachdem Atik klug zurückgelegt hatte, zog Dynamo-Kapitän Niklas Kreuzer von halbrechts einfach mal ab, doch kein Problem für Club-Torwart Felix Dornebusch. In der 23. Minute wurde dann auch Nürnberg erstmals richtig gefährlich. Fabian Schleusener probierte es nach Hacken-Vorlage durch Kapitän Behrens ebenfalls von halbrechts. Broll wehrte das Geschoss ab, den zweiten Ball köpfte Schleusener in den Fünfmeterraum, wo Broll ihn dann abfing. Die im Normalfall Schwarz-Gelben standen defensiv sicher und gingen erst mal relativ wenig Risiko, agierten aber auch nicht ängstlich.

Nach etwa einer halben Stunde tauchte Nürnberg dann etwas häufiger vorm Dresdner Tor auf. Erst verzog wieder Schleusener, diesmal deutlich rechts am Tor vorbei (30.), dann zeigte Kevin Broll einen kleinen Wackler, als er einen hohen Flankenball nur leicht zur Seite abwehren konnte. Und dann zappelte der Ball auch schon wieder im Netz der SGD, weil man im Strafraum zwar in Überzahl war, aber die Zuordnung nicht stimmte. Sascha Horvath und Patrick Ebert verhinderten die Flanke von Hanno Behrens von rechts nicht. Der hohe Ball flog auf den zweiten Pfosten, wo Nikola Dovedan und Linus Wahlqvist im Zweikampf beide zu Fall kamen. Nutznießer war der dahinter völlig blank stehende Robin Hack, der mit seiner Direktabnahme den Ball ganz schwach traf. Doch er hoppelte dadurch so ins kurze Eck, dass sich Broll vergeblich streckte. Das 1:0 für Nürnberg nach 33 Minuten war nicht unverdient. Die Franken hatten ihre Gäste erfolgreich unter Druck gesetzt und gewannen nun an Selbstvertrauen.

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(1) Kevin Broll: Der Ex-Großaspacher trat diesmal notgedrungen in einem grün-gelben Wellensittich-Outfit auf, denn der Schiedsrichter akzeptierte sein grünes Shirt nicht. So musste er mit dem auf dem Rücken zum Teil abgeklebten gelben Feldspieler-Trikot von Moussa Koné auflaufen. Beeinträchtigt wurde der seit Wochen stabilste Dresdner dadurch nicht. Bei Schleuseners Rakete war er auf dem Posten (23.), in der 32. Minute verschätzte er sich jedoch bei einem hohen Ball. Beim ersten Gegentor von Robin Hack hatte wenig später er keine Chance, der Ball passte genau ins Eck. Beim zweiten Gegentreffer war er auch machtlos. In der zweiten Halbzeit wurde er sonst kaum einmal gefordert. Erst kurz vor dem Ende tauchte Hanno Behrens vor ihm auf, doch Broll war schneller am Ball. Note 3,5. Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Der Ex-Großaspacher trat diesmal notgedrungen in einem grün-gelben Wellensittich-Outfit auf, denn der Schiedsrichter akzeptierte sein grünes Shirt nicht. So musste er mit dem auf dem Rücken zum Teil abgeklebten gelben Feldspieler-Trikot von Moussa Koné auflaufen. Beeinträchtigt wurde der seit Wochen stabilste Dresdner dadurch nicht. Bei Schleuseners Rakete war er auf dem Posten (23.), in der 32. Minute verschätzte er sich jedoch bei einem hohen Ball. Beim ersten Gegentor von Robin Hack hatte wenig später er keine Chance, der Ball passte genau ins Eck. Beim zweiten Gegentreffer war er auch machtlos. In der zweiten Halbzeit wurde er sonst kaum einmal gefordert. Erst kurz vor dem Ende tauchte Hanno Behrens vor ihm auf, doch Broll war schneller am Ball. Note 3,5. ©

Hack zum Zweiten

Mit dem knappen Rückstand ging es für die Dresdner anschließend in die Kabine. Einmal mehr boten die Sachsen zu wenig bei ihren Aktionen nach vorn. „Man hat beiden Mannschaften den Respekt vor der Situation angemerkt, es war ein Abtasten. Als das Spiel offener wurde, fiel das 1:0. Großchancen waren auf beiden Seiten nicht da, jetzt laufen wir der Musik hinterher“, bilanzierte SGD-Sport-Geschäftsführer Ralf Minge in der Halbzeitpause gegenüber „Sky“. Im bisherigen Saisonverlauf hat der 1. FC Nürnberg nach eigener Führung allerdings bereits 16 Punkte wieder hergeschenkt. Der Gegner aus Dresden jedoch holte auswärts bislang erst magere zwei Punkte. Diese ernüchternden Zahlen ließen für Durchgang zwei nicht gerade ein Feuerwerk erwarten. In der Pause blieb Niklas Kreuzer in der Kabine, Dzenis Burnic kam dafür aufs Feld.

Mit einer schönen Offensivaktion startete Dynamo in die zweite Halbzeit. Von der Eckfahne links des eigenen Strafraums aus kombinierten sich die Schwarz-Gelben mit wenigen Stationen schnell nach vorn. Zum Abschluss des Konters kam Moussa Koné vorn links den Ball und zog wuchtig, aber zu zentral ab. Dornebusch lenkte den Ball auf der Linie glücklich mit dem Knie am Pfosten vorbei (49.). Doch die kalte Dusche folgte sogleich. Florian Ballas wehrte den Ball genau vor die Füße von Behrens ab. Dessen Lupfer über Müller und Ballas hinweg landete bei Hack, der nicht im Abseits stand, gedankenschnell den Ball annahm und blitzschnell abschloss – 2:0 für Nürnberg (53.). Einer kurzen Überprüfung des Tores durch den Videoassistenten wegen möglichen Handspiels von Hack bei der Ballannahme hielt der Treffer stand.

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Jannis Nikolaou (SG Dynamo Dresden):
 Mein Fazit fällt natürlich bescheiden aus. Die Gesamtsituation ist sehr bedrohlich. Wir wissen, wie wir stehen, wissen um die Punktzahl, die wir haben. Wir haben uns wieder viel vorgenommen, aber das sagt man nach so einem Spiel natürlich immer. Es war schon eine andere Reaktion als gegen Osnabrück. Das Spiel gegen den VfL war grottenschlecht und heute hatten wir schon Phasen, wo wir ein Tor schießen können. Aber wir schießen es nicht und auf der Gegenseite fallen die Tore zu einfach. Zur Galerie
Jannis Nikolaou (SG Dynamo Dresden): "Mein Fazit fällt natürlich bescheiden aus. Die Gesamtsituation ist sehr bedrohlich. Wir wissen, wie wir stehen, wissen um die Punktzahl, die wir haben. Wir haben uns wieder viel vorgenommen, aber das sagt man nach so einem Spiel natürlich immer. Es war schon eine andere Reaktion als gegen Osnabrück. Das Spiel gegen den VfL war grottenschlecht und heute hatten wir schon Phasen, wo wir ein Tor schießen können. Aber wir schießen es nicht und auf der Gegenseite fallen die Tore zu einfach." ©

Schlussspurt bringt nichts ein

Die SGD stand nun vor der nächsten Mammutaufgabe: In einer reichlichen halben Stunde galt es, zwei Tore aufzuholen. Holstein Kiel hatte das in der Vorwoche gegen Nürnberg sogar innerhalb der Schlussviertelstunde gepackt – aber Dynamo? Bei den Kombinationen nach vorn fiel einmal mehr auf, dass die Pässe im letzten Drittel zu unsauber waren und die Bälle zu leicht verloren gingen. Hinten waren die Dynamos in den entscheidenden Momenten nicht wach. Patrick Ebert verabschiedete sich mit seiner achten Gelben Karte aus der Partie. Für ihn kam Ransford-Yeboah Königsdörffer von Dynamos U19-Bundesliga-Junioren ins Spiel (68.) – und damit zu seinem Profi-Debüt. Königsdörffer wollte auch gleich was zeigen, kam aber gegen Margreitter im gegnerischen Strafraum zu spät und sah für sein Einsteigen gleich die Gelbe Karte (72.).

Nun begann die ominöse Schlussviertelstunde. Mit einem Anschlusstreffer hätten die Dresdner den „Club“ noch mal ins Wanken bringen können, nur wollte das Tor nicht fallen – auch weil Jöllenbecks Pfeife wohl korrekterweise stumm blieb, als Moussa Koné im Nürnberger Sechzehner wohl ohne „Feindeinwirkung“ zu Boden ging. Die Franken zogen sich zurück und verwalteten das Ergebnis aus einer stabilen Abwehr heraus. Schließlich hatte Wahlqvist die Faxen dicke, foulte Doppeltorschütze Hack unsinnig an der Außenlinie und sah dafür die Gelbe Karte (79.). Kurz darauf zog Kauczinski seine letzte Option, brachte Max Kulke für Wahlqvist (83.). Auch Atik holte sich nach Foul an Hack noch den Gelben Karton (84.). Nach vorn agierte die SGD wie ein Absteiger und weitgehend planlos, Nürnberg geriet so gut wie nicht in Gefahr.

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Im Gegenteil: In der Nachspielzeit musste Kevin Broll bei einem Nürnberger Konter noch mal in höchster Not gegen Behrens retten. Nach drei Minuten läutete Referee Jöllenbeck dann aus Dresdner Sicht endlich die Winterpause ein. In der steht Dynamo-Trainer Markus Kauczinski enorm viel Arbeit bevor.