27. November 2020 / 15:01 Uhr

Dynamo Dresden reist mit fast voller Kapelle zum MSV Duisburg

Dynamo Dresden reist mit fast voller Kapelle zum MSV Duisburg

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo-Trainer Markus Kauczinski spielt das erste Mal mit einer Mannschaft gegen den VfB Lübeck.
Dynamo-Trainer Markus Kauczinski ist sich noch nicht sicher, ob er am Ende der Englischen Woche rotieren lassen will. © Jochen Leimert
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Die SG Dynamo Dresden will am Sonntag seine Siegesserie beim MSV Duisburg ausbauen. Trainer Markus Kauczinski kann gegen die "Zebras" aus einem großen Spielerangebot auswählen.

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Dresden. Ein paar körperliche Spuren hat die laufende Englische Woche zwar hinterlassen, doch nach den beiden erfolgreichen Spielen in Rostock (3:1) und gegen Unterhaching (2:0) kann Dynamo Dresden wohl auch am Sonntag (13 Uhr) beim MSV Duisburg mit fast voller Kapelle antreten. "Wir haben ein paar kleinere Blessuren, das ist aber normal nach dem zweiten Spiel innerhalb einer Woche", erklärte Trainer Markus Kauczinski am Freitagmittag auf der virtuellen Pressekonferenz vor der Abreise an die Wedau. Einige Spieler wie Marco Hartman oder Tim Knipping hätten kleiner Schläge abbekommen, "aber es sieht so aus, dass wir das hinkriegen". Er rechne fest nur mit dem Ausfall von Chris Löwe (Reha nach Außenbandriss im Knie) und Luka Stor (muskuläre Probleme), so der Coach.

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Der Gelsenkirchener gab aber zu, sich Gedanken zu machen, ob er es riskieren will, den verletzungsanfälligen, aber derzeit in toller Form befindlichen Hartmann erneut von Beginn an zu bringen. Hartmann hatte nach dem 2:0 gegen Unterhaching erklärt, dass es für ihn auf dem tiefen Boden schon nicht einfach gewesen sei, er jetzt viel Regeneration brauche. Kauczinski betonte, er werde den 32-Jährigen fragen, wie er sich am Spieltag fühle: "Sollte er ein schlechtes Gefühl haben, würden wir ihn nicht spielen lassen." Allgemein sei er hin- und hergerissen, ob er jetzt ein wenig rotieren oder das erfolgreiche Team nicht auseinanderreißen soll, so der 50-Jährige. Auf der einen Seite habe die Mannschaft zuletzt toll funktioniert, "auf der anderen Seite wissen wir, dass wir noch gute Jungs haben, die mit den Füßen scharren". Die Entscheidung über die Startelf werde er wohl erst kurzfristig treffen, wolle die lange Busfahrt nach Duisburg nutzen, um alle Fakten noch einmal abzuwägen.

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Wie wichtig ihm das Fortschreiben der Serie von drei Siegen in Folge ist, das ließ Kauczinski auch durch eine andere Bemerkung erkennen. Einen Abstecher zur Verwandtschaft in Gelsenkirchen habe er bislang nicht geplant: "Wir sind heiß auf den nächsten Dreier, heiß auf Fußball. Die Familie kommt wohl erst Weihnachten dran." Kauczinski glaubt, dass seine Spieler nicht selbstzufrieden mit Platz drei sind und noch mehr wollen. Die drei Siege in Serie hätten die Zuversicht seiner Kicker spürbar gestärkt: "Natürlich ist das Selbstbewusstsein gestiegen, das merkt man auch." Die Mannschaft agiere auf dem Platz viel eingespielter, auch risikofreudiger. Eine Leistung wie gegen Unterhaching möchte er auch beim Tabellen-18. sehen: "Zurücklehnen gibt es nicht. Ich weiß, dass jedes Spiel das Gleiche verlangt." Duisburg verfüge durchaus über individuelle Qualität, sei unter dem neuen Trainer Gino Lettieri zwar noch sieglos, aber kompakter geworden. Das letzte 2:2 der "Zebras" in Mannheim habe gezeigt, was die Truppe leisten könne.

Der Dresdner Trainer erklärte, er habe die Erkenntnisse aus diesem Spiel mit denen aus dem letzten der eigenen Mannschaft "übereinandergelegt" und abgeglichen, was man übernehmen, was man anpassen sollte. Sollte Hartmann eine Pause wollen oder brauchen, könne man auch noch mit anderen Spielern gefährliche Standards umsetzen: "Wir haben noch andere Möglichkeiten." Mit Tim Knipping und Sebastian Mai stünden Hartmann ähnelnde Typen bereit, Eingaben von Patrick Weihrauch oder auch von Marvin Stefaniak einzuköpfen oder einzuschießen: "Von daher sind wir schwer auszurechnen." Ein gutes Omen könnte Kauczinskis letzte Begegnung mit Lettieri sein. 2015 gewann er mit dem Karlsruher SC gegen den Schweizer, der damals schon einmal den MSV betreute, mit 2:0. Niemand im Dresdner Lager hätte etwas dagegen, wenn sich die Geschichte am Sonntag so wiederholt.