15. Juli 2021 / 15:52 Uhr

Dresdner Aufstiegsheld Julius Kade muss sich bei Union neu beweisen

Dresdner Aufstiegsheld Julius Kade muss sich bei Union neu beweisen

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Julius Kade (Zentrales Mittelfeld, Jahrgang 1999, für 500.000 Euro Ablöse von Dynamo Dresden verpflichtet)
Hat einiges zu stemmen: Für Julius Kade ist die Konkurrenz im Kader von Union wesentlich höher als zuletzt in Dresden. © Imago/Matthias Koch
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Julius Kade wollte Dynamo Dresden in der 2. Liga anführen – nun muss er eine Etage höher spielen. Ob er beim Fußball-Bundesligisten Union Berlin im zweiten Anlauf glücklich wird, bleibt abzuwarten. 

Urs Fischer, der Trainer des 1. FC Union Berlin, hat schon etwas Lebenserfahrung gesammelt, vor allem in der Ballspielbranche. Weshalb bei ihm auch die banalsten Sätze klug klingen. Ein Fischer-Satz ist zum Beispiel: „Im Fußball kann es schnell gehen.“ Dass daran nichts falsch sein kann, hat Fischers neuer und alter Spieler Julius Kade erlebt, vielleicht auch erleben müssen.

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Wenn am Sonnabend (14.05 Uhr/live im RBB) der Berliner Bundesligist den Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden empfängt, hätte Kade genauso gut auf der anderen, der Dresdner Seite, stehen können. Mit den Sachsen ist Kade in der vergangenen Saison aufgestiegen, drei Tore und zwei Vorlagen steuerte er bei.

1. FC Union Berlin: Zu- und Abgänge der Saison 2021/22.

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Alle Zu- und Abgänge von Union Berlin für die Saison 2020/21: ©

In 30 Drittliga-Spielen kam er zum Einsatz, die Fans lobten ihn für seine starke Runde. Kade, seit Mai 22 Jahre alt, war respektiert, vor allem aber: angekommen. „Ich freue mich extrem darüber, dass ich so viel spielen durfte, das hätte ich vor der Saison nicht gedacht“, sagte Kade im SPORTBUZZER-Interview kurz vor Saisonschluss über sein tolles Jahr im schwarz-gelben Trikot.


Damals, im Mai, ging der Mittelfeldspieler noch fest davon aus, auch in dieser Saison Dynamo antreiben zu dürfen. Den einen oder anderen Ball hätte er in der Drittliga-Saison mehr machen können, sagte Kade zur MAZ, „vielleicht habe ich mir das für die 2. Liga aufgespart.“ Nun aber muss er sich neu beweisen – in Berlin und in der Bundesliga.

Der Grund: Als Union Kade nach einer für ihn sportlich enttäuschenden Saison 2019/2020 ablösefrei nach Dresden hatte ziehen lassen, vereinbarten die Parteien eine Rückkaufoption. Die zog Union Ende Mai – und Kade damit aus seinem bis 2023 datierten Vertrag in Dresden. Eine halbe Million Euro soll dafür in die Elbmetropole geflossen sein.

„Julius hat sich in Dresden hervorragend entwickelt“, erklärte Unions Manager Oliver Ruhnert den Re-Transfer, „er hat nun die Chance, sich für unseren Bundesliga-Kader der kommenden Saison zu empfehlen.“ Oder doch wieder für einen anderen Verein? Dass Kade sich im zweiten Anlauf bei Union durchsetzt, gilt alles andere als ausgemacht.

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Am Mittwoch gewannen die Köpenicker das Testspiel-Derby bei Drittligist Viktoria Berlin 5:2 (1:1). Kevin Behrens (3. Minute), Marcus Ingvartsen (56.), Timo Baumgartl (66.) und Andreas Voglsammer (80., 85.) trafen im Friedrich Ludwig-Jahnsportpark vor 1179 Zuschauern für Union, Moritz Seiffert (30.) und Enes Küc (61.) für Viktoria. Kade, der ein Tor vorbereitete, spielte im zentralen Mittelfeld mit Blick nach vorn. In dieser Rolle sieht ihn Trainer Fischer auch.

Kades Problem: Auf seiner Lieblingsposition ist Union mit Max Kruse oder Ingvartsen sehr gut besetzt. Gut möglich also, dass Kade ein ähnliches Schicksal droht wie in seinem ersten Union-Jahr. Damals schenkte ihm Fischer nicht eine Bundesliga-Minute, lediglich dreimal stand Kade überhaupt im Spieltagskader. In Dresden wäre ihm ein Stammplatz wohl sicher gewesen, nun muss er sich im neuen (aber bekannten) Umfeld völlig neu orientieren. „Ich glaube schon, dass er von dieser Spielzeit in Dresden wirklich profitiert hat. Von daher schauen wir mal, wohin es gehen wird“, sprach Fischer am Mittwoch auch über Kade einen seiner klugen Fischer-Sätze.