27. August 2021 / 08:01 Uhr

Dynamo-Ass Julius Kade: „Ich wollte nie weg aus Dresden!“

Dynamo-Ass Julius Kade: „Ich wollte nie weg aus Dresden!“

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Für Julius Kade und Dynamo Dresden läuft es in der 2. Bundesliga.
Für Julius Kade und Dynamo Dresden läuft es in der 2. Bundesliga. © imago images/Dennis Hetzschold
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Nach dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga mit Dynamo Dresden ging Julius Kade zurück zu seinem Stammverein Union Berlin - und war wenige Wochen später wieder da! Der Mittelfeldspieler spricht im SPORTBUZZER-Interview über sein Comeback an der Elbe, den Superstart des Aufsteigers und das Wiedersehen mit dem SC Paderborn.

Dresden. Julius Kade war schon im vergangenen Spieljahr ein Glücksfall für Dynamo. Der 22 Jahre alte Berliner schaffte es als Neuling in der 3. Liga auf Anhieb zum Stammspieler und trug viel zum Aufstieg bei. Als ihn Union Berlin per Rückkaufsrecht im Sommer zurückholte, schien das Kapitel Kade in Dresden beendet. Seit „Jule“, wie ihn alle nennen, wieder da ist, weiß man seine Qualitäten noch mehr zu schätzen, denn er präsentiert sich auch eine Liga höher in starker Verfassung. Vor dem Punktspiel gegen den SC Paderborn (Sonntag, 13.30 Uhr) stand er dem SPORTBUZZER Rede und Antwort.

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Frage: Zwei Tore in fünf Pflichtspielen – für einen Mittelfeldspieler kann es zum Saisonstart gar nicht besser laufen, oder?

Julius Kade: Wir sind als Mannschaft sehr gut gestartet und ich freue mich, dass ich mit den beiden Toren dazu beitragen konnte. Das ist sehr positiv.


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Zweimal haben Sie mit Ihren Toren sogar ein Spiel entschieden. Müssen Sie sich manchmal kneifen – nach dem Motto: Ist das eigentlich wirklich wahr?

Ja, schon ein bisschen. Ich freue mich extrem darüber, dass es so läuft – und nicht nur für mich, sondern vor allem auch für das Team. Hoffentlich geht es so weiter. Aber wir wissen, dass es in den nächsten Spielen und generell in dieser Saison sehr schwer wird. Aber im Moment läuft es, das ist schön.

Sie mussten sich nach der Rückkehr von Union Berlin nicht neu eingewöhnen. Hat es sich für Sie in etwa so angefühlt, als wenn man nach dem Urlaub die erste Nacht wieder im eigenen Bett schläft?

Vielleicht, ich war ja schon eine Weile weg. Aber es stimmt: Ich brauchte keine Eingewöhnungszeit, kannte bis auf ein paar Neuzugänge alle sehr gut. Und mit den Neuen bin auch schnell gut in Kontakt gekommen. Alle haben es mir leicht gemacht, wieder zurückzukommen.

Wann war Ihnen eigentlich klar, dass Sie lieber in Dresden in der 2. Bundesliga spielen wollen als Woche für Woche in Berlin um Einsatzzeit in der Bundesliga zu bangen?

Von Anfang an – ich wollte nie weg aus Dresden! Also wollte ich von Anfang an auch zurück nach Dresden.

Wann ist es bei Union konkret geworden, dass man dort gesagt hat: Okay, wir lassen dich wieder nach Dresden ziehen?

Wir haben schon in der Vorbereitung Gespräche geführt. Ich wollte weiterhin spielen, bin jung. Es war mir von Anfang an bewusst, dass es bei Union schwer wird, deswegen war auch recht früh wieder Kontakt mit Dynamo da. Eigentlich hat er fast die ganze Zeit bestanden.

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Wussten Sie schon bei Dynamos Generalprobe im Stadion An der Alten Försterei, dass Sie bald wieder bei den Dresdnern auflaufen würden? Sie haben sich nach dem 0:3 von Dynamo bei Union lange mit Dresdner Spielern unterhalten, waren zuvor selbst nicht zum Einsatz gekommen...

Da haben wir uns unterhalten, weil wir uns gut kennen und uns gefreut haben, uns wiederzusehen. Mit dem Wechsel hatte das gar nichts zu tun. Die Gespräche zwischen den Vereinen waren da zwar auf der Zielgeraden, aber fix war noch nix.

Was haben Sie in Berlin aus Ihrer ersten Dresdner Zeit besonders vermisst?

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Ich habe mich hier einfach wohlgefühlt – im Verein, mit den Fans. Und ich wollte unbedingt noch mal vor den Fans im Rudolf-Harbig-Stadion spielen. Das hatte ich nur kurz und sehr eingeschränkt erlebt, wollte das noch mal richtig erleben. Als wir dann den Aufstieg geschafft haben und in der 2. Liga waren, wollte ich auch unbedingt dabei sein, das miterleben. Wenn man eine ganze Saison um den Aufstieg kämpft und den dann auch schafft, dann möchte man das auch auskosten.

Konnten Sie eigentlich in Ihre alte Dresdner Wohnung zurück? Oder war die nach Ihrem Auszug schnell weg?

Ich konnte zum Glück wieder rein. Es wurde zwischenzeitlich schon nach einem Nachmieter gesucht, der wurde aber nicht schnell genug gefunden. So war die Wohnung noch frei. Ich hatte natürlich viele Sachen schon ausgeräumt, aber dann konnte ich sie wieder einräumen.

Abgesehen vom Verletzungspech läuft es für Dynamo sportlich super. Hand aufs Herz: Hätten Sie persönlich so einen fulminanten Saisonstart für möglich gehalten?

Man hofft natürlich, dass man gut in die Spielzeit startet, Spiele gewinnt. Aber dass es so läuft, war nicht zu erwarten. Wir freuen uns darüber, wissen das aber auch einzuordnen. Wir wissen, dass es weiter schwer bleiben wird, wir in jedem Spiel 100 Prozent geben müssen.

Was sind die Gründe für den anhaltenden Erfolg? Dafür, dass die Mannschaft unter Alexander Schmidt in elf Pflichtspielen in Folge ungeschlagen und nun sogar Tabellenzweiter ist?

Wir sind immer sehr gut eingestellt, gehen sehr quirlig in die Zweikämpfe, sind sehr aktiv, wollen vorne draufgehen. Ich glaube, es ist unangenehm für den Gegner, gegen uns zu spielen. Wir sind außerdem ein Team: Jeder unterstützt den anderen. Auch von draußen funktioniert das, unser Teamgeist ist prima. Jeder, der von draußen auf den Platz kommt, ist genauso heiß und direkt drin im Spiel. Auch im Training geht es ab. Das Gesamtpaket stimmt im Moment einfach. Jeder macht einen richtig guten Job, deswegen klappt es.

Und jetzt sind auch die Fans in größerer Zahl wieder im Stadion...

Ja, das nimmt einen richtig mit, wenn die eigenen Fans mit dabei sind. Ich hatte das ja kaum erlebt. Das nun zu erleben, ist einfach super. Das trägt einen, wenn es – beispielsweise wie gegen Paderborn – lange unentschieden steht. Wenn einen dann die Fans nach vorne peitschen, kannst du wieder schneller rennen. Auch in Rostock hat man unsere Anhänger gehört. Wenn sie im Stadion sind, ist das ein ganz anderes Feeling.

Jetzt geht es erneut gegen den SC Paderborn, den Sie mit Ihrem 2:1-Siegtreffer aus dem DFB-Pokal geschossen haben. Glauben Sie, dass Sie nach diesem Tor und Ihrem 3:1 in Rostock noch einmal in ähnlich gute Schussposition kommen werden? Jeder weiß ja jetzt, was da passieren kann...

Das weiß ich nicht. Zum Glück haben wir einige gefährliche Spieler, die Tore machen können. Tim Knippings Ausfall ist hart für ihn, hart auch für uns. Er war richtig gut drauf. Aber wer letztlich die Dinger macht, ist eigentlich egal. Die Hauptsache ist, dass wir erfolgreich sind.

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Die SG Dynamo Dresden setzt sich in der 1. DFB-Pokalrunde gegen den SC Paderborn mit 2:1 durch. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden setzt sich in der 1. DFB-Pokalrunde gegen den SC Paderborn mit 2:1 durch. ©

Die Pokalpartie gegen Paderborn war sehr eng, dennoch geht Dynamo als Gastgeber, Sieger im letzten Vergleich und als Tabellenzweiter als Favorit in die Neuauflage des Duells. Spüren Sie eine gewachsene Erwartungshaltung im Umfeld?

Die Saison ist noch so jung. Klar, wir stehen auf dem 2. Platz, aber wir wissen, dass wir Aufsteiger sind. Nichtsdestotrotz sind wir weiter ehrgeizig, wollen natürlich jedes Spiel gewinnen. Aber wir können es gut einordnen, wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns, viel zu verbessern haben. Die Paderborner möchten sich sicher für die Pokalniederlage revanchieren. Sie nehmen sich ganz sicher auch was vor, es wird bestimmt ein heißes Spiel.