20. April 2021 / 14:19 Uhr

Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen schafft Grundlagen für Olympia

Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen schafft Grundlagen für Olympia

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Neele Eckhardt-Noack hat sich mit ihrem Sprung zur Bronzemedaille bei der Hallen-EM in Torun ein beruhigendes Gefühl verschafft.
Neele Eckhardt-Noack hat sich mit ihrem Sprung zur Bronzemedaille bei der Hallen-EM in Torun ein beruhigendes Gefühl verschafft. © imago-images
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Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack ist in der komfortablen Lage, sich ganz in Ruhe auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereiten zu können. Ihre Teamkameradin von der LG Göttingen, Merle Homeier, hat noch Chancen, sich im Weitsprung für den Saisonhöhepunkt in Japan zu qualifizieren.

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Der Countdown bis zu den Olympischen Spielen in Tokio hat die 100-Tage-Grenze inzwischen unterschritten. Neele Eckhardt-Noack, seit der Hallen-Europameisterschaft in Torun Anfang März für den Saisonhöhepunkt des Jahres qualifiziert, hat gerade eine intensive Trainingsphase hinter sich.

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„Wir haben tatsächlich noch einmal einen Aufbaublock eingeschoben – auch, weil ich keinen Stress habe, mich noch qualifizieren und für Wettkämpfe fit werden zu müssen“, erzählt die 28-Jährige. Allgemeine Kraft-, vielseitige Sprungübungen und eine hohe Frequenz an Sprüngen, bei denen nicht die Technik im Fokus stand, liegen hinter der Dreispringerin. Dazu kamen Einheiten im läuferischen Bereich. „Grundlagen eben“, fasst Eckhardt-Noack diesen Trainingsblock zusammen, den sie gesund und ohne Verletzungen überstanden hat.

Dreispringerin erwartet andere Spiele als erträumt

„Mir geht es körperlich gut. Natürlich zwickt es mal hier und da nach dieser hohen Trainingsbelastung. Aber das ist normal“, berichtet die Athletin der LG Göttingen, die „vollkommen zuversichtlich“ ist, dass die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden werden. „Es werden nicht die Spiele sein, von denen ich als Kind geträumt habe, aber ich werde dabei sein. Es ist ein super Gefühl, dass ich schon so frühzeitig sicher sein kann, mich qualifiziert zu haben.

Zwei Trainingslager auf der Kanaren-Insel La Palma hat Eckhardt-Noack kürzlich „bewusst abgesagt“. Sie und ihr Trainer Frank Reinhardt seien möglichst vorsichtig in Hinblick auf Kontakte. Auch wenn ihr die warmen Temperaturen fehlen. „Ich habe schon einige Male draußen trainiert, aber es ist in diesem Frühjahr doch sehr kühl.“ Wettkämpfe in Leverkusen (16. Mai) und die Deutschen Meisterschaften Anfang Juni in Braunschweig stehen auf der Vorbereitungsliste der Dreispringerin. „Da müsste dann leistungsmäßig etwas Vernünftiges für Neele auf dem Papier stehen“, sagt ihr Coach.

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Homeier rückt U23-EM in den Mittelpunkt

Auch Merle Homeier, Weitspringerin der LG Göttingen, versucht noch, auf den Zug in Richtung Olympia aufzuspringen. „Obwohl für mich die U23-Europameisterschaft im Mittelpunkt steht. Bei den Olympischen Spielen dabei zu sein, wäre klasse, ist aber nicht mein vorrangiges Ziel“, gibt die 21-Jährige zu. Beim Deutschen Leichtathletik Verband stehe sie auf einer „Longlist“, was gleichbedeutend damit ist, dass die Verantwortlichen die Studentin auf ihrem Radar haben. „Ich bekomme regelmäßig E-Mails und muss auch alle Formulare, die Olympia betreffen, ausfüllen.“

Während Homeier mit ihrem 6,50-Meter Sprung bei den kontinentalen Hallen-Meisterschaft in Polen die Qualifikation für die Nachwuchs-EM im norwegischen Bergen schon sicher hat, ist es schwierig, die Norm für Tokio noch zu erfüllen. „Die geforderten 6,82 für die Qualifikation zu springen, wird schwer. Wir müssen es über das Ranking-Verfahren versuchen. Aber da gibt es bis zum Nominierungsschluss Ende Juni nicht so viele erstklassige Wettkämpfe, bei denen es auch entsprechende Punkte gibt“, sagt ihr Trainer Frank Reinhardt. Eine Zusage hat Homeier inzwischen für ein Meeting in Dessau am 21. Mai. „Viel mehr ergibt sich aber auch kaum“, so Reinhardt. Einen Startplatz bei ausländischen Wettbewerben der Diamond League zu bekommen, sei für die junge Sportlerin noch schwierig.