20. Oktober 2019 / 09:27 Uhr

Drei Platzverweise in Klosterfelde: Miersdorf/Zeuthen unterliegt klar

Drei Platzverweise in Klosterfelde: Miersdorf/Zeuthen unterliegt klar

Udo Pütsch
Märkische Allgemeine Zeitung
Eintracht-Keeper Florian Peka (M.) klärte den Ball vor Lukas Bianchini (Nr. 9), der den 1:1-Ausgleich für Klosterfelde erzielte. 
Eintracht-Keeper Florian Peka (m.) klärte den Ball vor Lukas Bianchini (Nr. 9), der den 1:1-Ausgleich für Klosterfelde erzielte. © Udo Pütsch
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Brandenburgliga: Der SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen kann nicht an die gute Pokalleistung vom Spiel gegen Optik Rathenow anknüpfen.

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SG Union Klosterfelde – SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen 4:1 (0:1). Tore: 0:1 Jonas Greib (29.), 1:1 Lukas Bianchini (54., Strafstoß)., 2:1 Morten Jechow (69.), 3:1 Matthias Bagola (75., Eigentor). 4:1 Raif Yaman (83.). Rote Karten: Tobias Marz (73., Klosterfelde), Jan Wolter (73., Eintracht), Sinisa Kresovic (86., Eintracht). Zuschauer: 132.

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Nach einer insgesamt enttäuschenden Leistung kassierte Fußball-Brandenburgligist SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen eine deutliche 1:4-Niederlage beim Tabellennachbarn SG Union Klosterfelde. Dabei fand die Eintracht vor 132 Zuschauern zunächst ordentlich in die Partie. Nach einer recht ereignislosen Anfangsviertelstunde, in der beide Teams deutlich machten, dass die defensive Grundordnung im Vordergrund steht, erspielten sich die Gäste leichte Feldvorteile und wurden besonders über die rechte Seite, auf der Jonas Greib und Jan Wolter Offensivakzente setzten, aktiv.

Die erste nennenswerte Torchance resultierte aus einem sehenswerten Freistoß von Niklas Goslinowski, den Union-Torsteher Tietz mit toller Parade entschärfen konnte (12.). Die Gäste blieben am Drücker und sorgten wiederholt für Unruhe in Klosterfeldes Hintermannschaft. In der 29. Minute führte ein weiterer Freistoß zum Führungstreffer. Nils Reichardt brachte den Ball von der rechten Außenlinie zentral vors Tor, wo Jonas Greib zum 1:0 vollendete. Bereits 60 Sekunden später hatte Paul Pahlow eine gute Gelegenheit zur Resultatserhöhung, doch sein Schuss verfehlte den Kasten der Gastgeber, die offensiv wenig Wirkung erzielten. Ein abgefälschter Distanzschuss (35.) konnte Eintracht-Torhüter Florian Peka nicht in Verlegenheit bringen. Wenig später hatte Miersdorf etwas Glück, als ein Abschluss von Union an den Pfosten klatschte. Die letzten Aktionen vor dem Pausentee hatte aber wiederum das Gästeteam. Wolter und Goslinowski hatten noch zwei gute Gelegenheiten, die Führung auszubauen.

Pokal-Sensation in Bildern: Miersdorf/Zeuthen besiegt Optik Rathenow im Landespokal-Achtelfinale.

<b>SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen – FSV Optik Rathenow 3:2 (1:0).</b> Tore: 1:0, 2:0 Niklas Goslinowski (25., 57.), 3:0 Sinisa Kresovic (68.), 3:1 Caner Özcin (82., Handelfmeter), Glodi Zingu (89.). Zuschauer: 280. Zur Galerie
SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen – FSV Optik Rathenow 3:2 (1:0). Tore: 1:0, 2:0 Niklas Goslinowski (25., 57.), 3:0 Sinisa Kresovic (68.), 3:1 Caner Özcin (82., Handelfmeter), Glodi Zingu (89.). Zuschauer: 280. © Oliver Schwandt

Der zweite Durchgang wird in den Statistiken einen besonderen Platz bekommen. Selbst die älteren Miersdorfer Anhänger konnten sich nicht erinnern, schon einmal etwas Vergleichbares erlebt zu haben. Klosterfelde kam sehr motiviert aus der Kabine und machte mehr Druck. Die besseren Möglichkeiten hatten dabei aber zunächst sogar die Miersdorfer, konnten diese aber nicht nutzen. Als Greib in der 54. Minute seinen Gegenspieler bei einer Abwehraktion unglücklich am Fuß traf, zeigte der Unparteiische sofort auf den Punkt, von wo aus Lukas Bianchini den 1:1-Ausgleich erzielte. Nach diesem Gegentreffer gerieten die Gäste plötzlich völlig von der Rolle und mussten sich einem wahren Sturmlauf der Union-Elf erwehren. Schon in dieser Phase hielt Florian Peka mit mehreren Glanzparaden seine Mannschaft im Spiel.

Wolter und Marz sehen Rot

Als in der 70. Minute der stark auftrumpfende Steven Nowark seinem Kapitän Morten Jechow den Ball auflegte, ließ dieser Peka beim 2:1 keine Chance. Mit diesem Treffer brachen nun alle Dämme, bei der Eintracht ging jede Ordnung verloren und das Team stürzte von einer Verlegenheit in die andere. Als es in der 73. Minute zu Diskussionen um die Ausführung eines Klosterfelder Eckstoßes kam, ließen sich mehrere Spieler zu einem völlig unnötigen Gerangel hinreißen. Der Schiedsrichter schickte daraufhin Miersdorfs Kapitän Jan Wolter und Klosterfeldes Tobias Marz mit glatt Rot vom Platz. Nur 120 Sekunden später sorgte eine Slapstick-Einlage der Eintracht-Hintermannschaft für die Vorentscheidung. Ein Ball, der ohne Probleme die Torauslinie überschritten hätte, wurde von einem Abwehrspieler in den eigenen Fünfmeterraum zurück geköpft, wo ihn ein von dieser Aktion überrumpelter Matthias Bagola über die eigene Torlinie beförderte (75.).

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Auch zwei Spielerwechsel beim SC konnten keine Änderung auf dem Rasen mehr herbeiführen. Ein weiterer krasser Aussetzer der Abwehrreihe führte in der 83. Minute zum 4:1 durch Raif Yaman. Damit immer noch nicht genug, denn Eintrachts Innenverteidiger Sinisa Kresovic hatte beim nächsten Ballverlust der Miersdorfer keine andere Möglichkeit, als die Notbremse zu ziehen. Auch er wurde mit Rot vorzeitig unter die Dusche geschickt. Eine desaströse halbe Stunde mit vier Gegentreffern und zwei Platzverweisen besiegelten am Ende die klare 1:4-Niederlage.

Eintracht: Peka, Greib (81. Al Mohammed), Bagola, Kresovic, Herms, Wolpert, Mißbach (77. Schmidt), Wolter, Pahlow, Reichardt, Goslinowski.