24. September 2020 / 16:12 Uhr

Dodi Lukebakio: Plötzlich ruft der Belgier bei Hertha BSC sein Potenzial ab

Dodi Lukebakio: Plötzlich ruft der Belgier bei Hertha BSC sein Potenzial ab

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
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Dodi Lukebakio (r.) ist in dieser Saison bislang der treffsicherste Schütze von Hertha BSC, in zwei Pflichtspielen traf er dreimal. © Nordphoto/imago
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Der Angreifer, der zwar schon in der vergangenen Saison der Topscorer von Hertha BSC war, hat mit drei Toren in zwei Pflichtspielen einen starken Start hingelegt. Die mahnenden Worte von Trainer Bruno Labbadia und Manager Michael Preetz scheinen bei Dodi Lukebakio angekommen zu sein.

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Santiago Ascacibar konnte einem ein bisschen leid tun. Gerade erst ist der Argentinier nach wochenlanger Mittelfußverletzung wieder ins Training zurückgekehrt und schon traf er dieser Woche auf einen unnachgiebigen Gegner. Dodi Lukébakio sprintete im Zweikampftraining auf ihn zu, legte den Ball am defensiven Mittelfeldspieler vorbei und zog davon – Ascacibar hatte keine Chance im Sprintduell. „Gutes Tempo, Dodi“, rief Trainer Bruno Labbadia seinem Angreifer hinterher.

Es ist nicht lange her, da fand der Hertha-Coach weit weniger lobende Worte für seinen Offensivstar und kritisierte ihn auch schon mal öffentlich. Mangelnde Defensivarbeit und Lustlosigkeit, dazu eine fehlende Entwicklung waren Vorwürfe, die sich der Belgier rund um den Schenkendorffplatz auf dem Olympiagelände gefallen lassen musste. „Jeder Spieler muss anders angepackt werden. Dodi sagt selber, dass er manchmal einen Tritt braucht. Den gebe ich ihm auch gerne, aber das kann ich nicht jeden Tag machen“, sagte Labbadia nach dem 4:1-Auftaktsieg in der Bundesliga gegen Werder Bremen.

Die neuen Marktwerte von Hertha BSC (Stand: 16.9.2020)

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Das sind die neuen Marktwerte von Hertha BSC. ©

Da traf der ehemalige U-Nationalspieler Belgiens immerhin einmal, mit einem strammen Linksschuss überwand er kurz vor der Pause Bremen-Torwart Jiri Pavlenka. Für Manager Michael Preetz war das ein Paradebeispiel an die unbestrittenen Qualitäten des Offensivmanns. „Unsere Erwartung insgesamt an ihn ist, dass er das, was er an Qualitäten hat, noch häufiger ausspielt“, sagt Preetz und ergänzt: „Wir haben natürlich auch im Umgang mit ihm gelernt, dass er ein Spieler ist, der nie zufrieden sein darf, der immer unter Spannung sein muss.“

Bei der Pokal-Blamage bei Zweitligist Eintracht Braunschweig trug sich Lukébakio, der am Donnerstag seinen 23. Geburtstag feierte, sogar doppelt in die Torschützenliste ein. Schon in der vergangenen Saison war er der Topscorer der Berliner (7 Tore, 7 Vorlagen). Doch so richtig zufrieden war man bis dato bei Hertha nicht mit ihm. Schließlich kostete er bei seinem Wechsel vom FC Watford im August 2019 stolze 20 Millionen Euro, was bis dato Rekord für die Berliner war.

Labbadia lobt Entwicklung

Jetzt scheint er seine Leistung stabilisiert zu haben, „zumindest hat er es jetzt geschafft, zweimal hintereinander die Vorgaben gut umzusetzen“, scherzte Labbadia, nur um ernsthaft hinterherzuschieben: „Dodi macht eine Entwicklung, die ist auf alle Fälle positiv. Jetzt muss er dranbleiben.“

Zumal die Konkurrenz nicht kleiner geworden ist. Neben dem als Spielmacher gesetzten Matheus Cunha buhlen Krzysztof Piatek und Neuzugang Jhon Cordoba um einen Stammplatz in der Angriffsspitze.

Gegen Frankfurt winkt ein Startelfplatz

Labbadia stellte allerdings klar, dass er „nullkommanull Probleme“ sieht bei seinem guten Angebot an qualitativ hochwertigen Offensivspielern, von einem Luxusproblem wollte er nichts wissen. „Ich denke nicht, dass wir da zu viele Leute haben. So wie wir spielen, brauchen wir Stürmer, die auch Konkurrenzkampf haben“, sagt der Trainer.

Trotzdem dürfte Lukébakio nach den zuletzt überzeugenden Leistungen seinen Platz in der Startelf am Freitagabend (20.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt sicher haben. Das war zuvor unter Bruno Labbadia nicht immer so.