30. Oktober 2020 / 10:08 Uhr

Dietmar Hamann wehrt sich nach Aussagen über BVB-Kapitän Marco Reus: "Habe ihn nicht kritisiert"

Dietmar Hamann wehrt sich nach Aussagen über BVB-Kapitän Marco Reus: "Habe ihn nicht kritisiert"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dietmar Hamann hat seine Kritik an BVB-Kapitän Marco Reus.
Dietmar Hamann hat seine Kritik an BVB-Kapitän Marco Reus. © imago images/Kirchner-Media
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Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann sorgte in der vergangenen Woche mit seinen kritischen Aussagen über BVB-Kapitän Marco Reus für Aufsehen, den er wegen seiner Verletzungsanfälligkeit nicht als optimalen Führungsspieler der Dortmunder sieht. Nun ordnet der "Sky"-Experte seine Worte ein: Er habe Reus nicht kritisiert.

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Ist Marco Reus noch der richtige Kapitän für Borussia Dortmund? Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann finden: nein. Mehrfach meldete der Vizeweltmeister von 2002 öffentlich Zweifel an, ob Reus seiner Aufgabe als Führungsspieler ausreichend nachkommen könne. Nachdem er bereits am Sonntag in der TV-Sendung Sky90 seine Bedenken zum Ausdruck gebracht hatte, bekräftigte er dies unter der Woche erneut. Für Reus sei das Amt "mehr Bürde als Ansporn". Öffentlich wurde dies als Attacke auf den BVB-Profi wahrgenommen - auch von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Dagegen wehrt sich Hamann nun.

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"Fakt ist, dass er im Moment sehr mit sich selbst beschäftigt ist, weil er nach einer Verletzung wieder zurückgekommen ist", schrieb der 46-Jährige in seiner Sky-Kolumne nach dem mäßigen Auftritt der Dortmunder, die am Mittwoch mit 2:0 gegen Zenit St. Petersburg gewannen. Reus wurde beim Stand von 0:0 ausgewechselt. "Ich würde ihn aus der Kritik rausnehmen und ihn in Schutz nehmen", sagte er. "Wenn die ganze Mannschaft so einen blutleeren Auftritt hinlegt, ist es für einen Einzelnen schwer, ein Spiel zu entscheiden. Marco ist nicht bei 100 Prozent, das wird er wahrscheinlich auch so sehen."

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Hamann bekräftigte, er habe den Nationalspieler nicht persönlich attackiert. "Ich möchte hier auch noch einmal klarstellen, dass ich Marco Reus nicht kritisiert habe", sagte er. "Ich habe ihm weder seine spielerischen, noch seine Führungsqualitäten abgesprochen." Allerdings sei der Mittelfeldspieler derzeit "sehr mit sich selbst beschäftigt" weil er nach seiner Verletzung noch nicht vollständig genesen sei. "Als Kapitän hast du die Aufgabe, deine Nebenleute anzuspornen und zu inspirieren. Der Aufgabe kann er im Moment nicht gerecht werden", sagte Hamann. Dies sei allerdings "kein Vorwurf oder Kritik".

Das Gegenteil sei der Fall, schrieb Hamann weiter: "Ich habe selbst das größte Interesse, dass ein Marco Reus gut spielt. Wenn er gut spielt, dann spielt auch Dortmund gut, und er würde auch der Nationalmannschaft helfen, wenn sie zur Europameisterschaft fährt". Grundsätzlich sieht er beim BVB derzeit größere Schwächen - die beim Spiel gegen Zenit aus seiner Sicht deutlich wurden. Die Dortmunder hätten "die Russen lediglich begleitet, wie sie es auch in Rom gemacht haben. Es war auch eher glücklichen Umständen und Fehlern des Gegners geschuldet, dass sie (...) gewonnen haben".