22. April 2021 / 21:11 Uhr

Für bis zu 10.000 Euro täglich im Hotel: So läuft die Liga-Quarantäne für 96

Für bis zu 10.000 Euro täglich im Hotel: So läuft die Liga-Quarantäne für 96

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Leben im Courtyard Hotel, Training im Stadion: Der 96-Kosmos am Maschsee während der Liga-Quarantäne.
Leben im Courtyard Hotel, Training im Stadion: Der 96-Kosmos am Maschsee während der Liga-Quarantäne. © IMAGO/Future Image
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Ab dem 12. Mai müssen alle 36 Profiklubs der ersten und zweiten Bundesliga für die restlichen zwei Wochen der Saison ins Quarantäne-Trainingslager. Wie läuft das bei Hannover 96 ab? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Planungs-Notbremse der Liga.

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Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) zieht die Planungs-Notbremse in der Corona-Krise, schickt alle Teams der 1. und 2. Liga wegen steigender Fallzahlen in eine verpflichtende Quarantäne. Nicht nur, weil bei den Würzburger Kickers am Donnerstag zwei neue Verdachtsfälle dazukamen, ist die Lage angespannt. Für die letzten beiden Spieltage müssen deshalb alle – vom FC Bayern bis zu 96 – in die Hotel-„Blase“, auch vorher gibt es neue Einschränkungen. Wir beantworten die wichtigen Fragen.

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Was sind die DFL-Sorgen?

Wegen der engen Taktung zwischen Saisonende, Relegation und EM-Start gibt es kaum mehr Spielraum für Verlegungen, wenn es neue Corona-Infektionen und häusliche Quarantänen gäbe. Vor allem in der 2. Liga gab es zuletzt gehäuft Fälle, Kiel musste gleich zweimal in Quarantäne. Um weitere Ausbrüche zu verhindern, werden Kontakte minimiert.

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Welche Auflagen sind neu?

Die DFL hat ein Zweiphasenmodell beschlossen, das ab 3. Mai gilt. Im ersten Schritt bleiben Spieler, Trainer und Co. noch daheim, sollen sich aber nur dort und auf dem Trainingsplatz aufhalten. Kein Einkaufen, Freundetreffen (auch nicht mit Abstand) oder Spazierengehen – höchstens im eigenen Garten. Bei 96 läuft es schon ähnlich, jetzt hat die DFL die Regeln festgezurrt und nennt es „Quasi-Quarantäne“. Deutlich strenger wird es für die abschließenden beiden Spieltage: Ab dem 12. Mai müssen die 36 Profiklubs für knapp zwei Wochen ins „Quarantäne-Trainingslager“, das bis nach der Partie am 34. Spieltag verpflichtend ist. In den Zeitraum fallen für 96 das Auswärtsspiel bei St. Pauli (16. Mai) und das Heimspiel am letzten Spieltag gegen Nürnberg (23. Mai). Während der Zeit gilt ein Kontaktverbot (natürlich nur physisch!) außerhalb der Blase, die Gruppe verlässt das Hotel nur für Training und Spiele.

Was sagt 96 zur Quarantänepflicht?

Naturgemäß nichts Schlechtes, auch wenn die Profis weitere Einschränkungen natürlich auch nicht allzu toll finden. Gerhard Zuber nimmt es sportlich: „Wir haben alle das gemeinsame Ziel, die Liga zu Ende zu bringen“, sagt der 96-Sportchef. „Wir begrüßen und unterstützen die Maßnahme.“

Wer geht in Quarantäne?

Spieler, Trainer, Betreuer – das sind in Hannover rund 40 Personen. Genau steht noch nicht fest, wer mitgeht, vor allem beim Funktionsteam. Klar ist: Chefcoach Kenan Kocak nimmt seinen Trainerstab mit, dazu gehören die Assistenten, Torwarttrainer Rolf Moßmann, Athletikcoaches. Was ist aber zum Beispiel mit Teamarzt Axel Partenheimer? Der hat ja auch noch eine Praxis. Für solche Fälle gewährt die DFL Ausnahmen – sollten „einzelne Personen aufgrund besonderer beruflicher Verpflichtungen“ nicht nonstop in der Hotelblase bleiben, können sie sich zum Team testen. 96 überlegt, dabei statt Schnelltests die noch zuverlässigeren PCR-Tests zu nutzen.

Wo kommt 96 unter?

Wie bei der ersten Hotelquarantäne vor elf Monaten wird das Team stadionnah ins Courtyard-Hotel am Maschsee ziehen. Günstig wird das aber nicht mit 40 Leuten: 96 kalkuliert für Zimmer und Verpflegung mit bis zu 10 .000 Euro – pro Tag. Das Training findet voraussichtlich in der Arena statt.